Von der Bettenobergrenze zum Drehkreuz@(zwischenHeadlineTag)>
Die Probleme in Südtirol während der Sommermonate sind alles andere als neu. Trotz der Proteste vieler Einheimischer in den vergangenen Jahren verzeichnet das Land weiterhin steigende Gästezahlen. Mit rund 36 Millionen Übernachtungen im Jahr 2023 erreichte Südtirol laut Südtiroler News ein neues Rekordhoch. Der 2022 beschlossene Bettenstopp als Gegenmaßnahme gilt damit als gescheitert.
Besonders das Grödnertal hat sich in den Dolomiten zu einem Hotspot entwickelt. Die Anwohner fordern schon länger ein Besucherlimit für die Region. Der Seceda (2.519 m) in der Geislergruppe wurde durch unzählige Social-Media-Postings zu einem beliebten Fotomotiv. Anwohner berichten von mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern pro Tag. Bilder von überfüllten Parkplätzen, Staus und Gedränge auf den Wanderwegen sind längst keine Ausnahme mehr.
Einigen Grundbesitzern der Almwiesen ging das schließlich zu weit: Anfang Juli zäunten sie das Gelände kurzerhand ein und versahen den Zugang mit einem Drehkreuz. Wer zum beliebten Fotospot gelangen wollte, musste fünf Euro bezahlen. Diese Aktion sei als "dringender Hilferuf“ zu verstehen, erklärten die Eigentümer. Die Diskussion um das Thema Overtourism hat damit eine neue Dimension erreicht.
Time-Slots als Maßnahme@(zwischenHeadlineTag)>
Um die Besuchermassen künftig besser zu steuern, arbeitet Südtirol an einem neuen Besucherlenkungskonzept. Tourismus-Landesrat Luis Walcher will laut der Südtiroler Tageszeitung Dolomiten in Kürze konkrete Maßnahmen vorstellen, die sowohl die Umwelt entlasten als auch die Erlebnisqualität für Gäste erhalten sollen.
Kernstück dieses geplanten Systems sollen Online-Tickets mit festen Time-Slots werden. Wer ab dem Bergsommer 2026 etwa die berühmte Almwiese unterhalb der Seceda besuchen möchte, soll den Zutritt künftig nur noch nach vorheriger Buchung erhalten. Sobald das Kontingent ausgeschöpft ist, wird kein weiterer Zutritt gewährt.
Darüber hinaus wird über ein dynamisches Preismodell diskutiert: Zu Stoßzeiten sollen die Tickets teurer, in Randzeiten günstiger sein. So soll sich der Besucherandrang gleichmäßiger über den Tag verteilen.
Ob und wann das Konzept tatsächlich umgesetzt wird, ist allerdings noch offen. Nach Angaben der Dolomiten laufen die Gespräche mit den betroffenen Grundbesitzern derzeit noch.


5 Kommentare
Kommentar schreibenVolle Seilbahn, volle Wege, volle Almhütten. Muss man sich nicht antun. Verstehe, dass das nervt. Vor allem, wenn man nicht zuletzt durch die Touristen wohlstandssatt geworden ist. Aber welches konkrete Problem für die Umwelt sehen die Grödner, die sich sonst nonchalant durch den Einsatz von ~ 630 Schneekanonen und die Beschneibarkeit von ~ 98 % ihrer Pisten den Euro der Wintertouristen sichern, dadurch konkret an der Seceda? Und wie will man dieses vorgebliche Problem alleine durch zeitliche Umverteilung der Touristenströme lösen?
Ich bin mit dem MTB hoch. Kein Ticket, kein Timeslot. Wie ist das dann in Zukunft ? Bei mir war es aber halbwegs leer. Und gerade auf den Wegen abseits der Fotospots, Hütten und Seilbahnen war es dann doch überschaubar mit den Touristen.
Also scheint das Problem nicht der Touri an sich, sondern Lenkung und Seilbahnen zu sein ?
treffender als Klaus Hergesheimer dies kommentiert hat geht nicht. 2 mal den Nagel auf den Kopf getroffen.
The only solution is closing the cable cars.
Das könnte man ganz einfach regulieren. Schaltet doch die Seilbahn zur Seceda ab und baut sie zurück! Wer die Umwelt entlasten will, macht das.
Seilbahn- UND Onlinetickets zu verkaufen, dürfte aber schon eher dem notorisch geschäftstüchtigen Grödner Charakter entsprechen.
Wer doppelt kassieren will, macht dieses.