Norwegens Durchstieg der ersten 9b+: Ein Meilenstein der Klettergeschichte@(zwischenHeadlineTag)>
Der norwegische Spitzenkletterer und fünffache nationale Meister Leo Bøe hat am 04. Oktober 2025 die Route "Change" (9b+) in der Flatanger Cave durchstiegen. Damit schreibt der 25-Jährige Klettergeschichte: Es ist nicht nur der bisherige Höhepunkt seiner Karriere, sondern auch der erste norwegische Durchstieg dieser legendären Linie. Besonders bemerkenswert ist der Sprung in seiner sportlichen Entwicklung: Bøe steigerte sich direkt von 9a+ zu 9b+ und überspringt damit einen ganzen Schwierigkeitsgrad.
"Change" gilt als eine der schwierigsten Sportkletterrouten der Welt. Sie wurde 2012 von Adam Ondra erstbegangen und war damals die erste Route überhaupt in diesem Grad. Die rund 55 Meter lagen Linie zieht spektakulär durch das Dach der gewaltigen Hanshelleren-Höhle in Flatanger. Sie kombiniert extreme Ausdauer mit technisch anspruchsvollen Zügen, bei denen Körperspannung und Präzision entscheidend sind.
Besonders berüchtigt ist die Traverse-Crux in der zweiten Seillänge, die laut Bøe bei etwa 7C+/8A liegt. Auf Instagram schrieb er dazu: "In diesem Boulder gibt es mehrere dynamische Züge, bei denen man komplett aussteigt, kombiniert mit einem sehr schwierigen Heelhook. Es ist hart, die Ferse richtig zu setzen, wenn die Reibung schlecht ist."
Den ersten Teil der Route, "Change P1" (9a+), konnte der Norweger bereits 2024 Rotpunkt durchsteigen. Die zweite Seillänge verlangt noch einmal alles ab, Adam Ondra beschrieb sie einst so: "Nach einem guten No-Hand-Rest folgen etwa 25 Meter im Bereich einer 9a, mit einem intensiven, rund sechs Meter langen Boulderabschnitt. Danach wird die Route zwar allmählich leichter, doch der steigende Pump in den Unterarmen macht den Weg zum Umlenker nicht minder fordernd."
Bøes Weg zum Durchstieg@(zwischenHeadlineTag)>
Der 25-Jährige hatte sich bereits 2024 mit der ersten Seillänge an "Change" herangetastet. In diesem Herbst folgte dann der entscheidende Schritt: Nach rund zweieinhalb Monaten Projektarbeit gelang ihm der vollständige Durchstieg. "Ich war mental völlig ausgelaugt", sagte Bøe in einem Interview. "An manchen Tagen fiel es mir schwer, überhaupt zur Wand zu gehen. Der Schlüssel war, den Fokus auf den Prozess zu legen – nicht auf das Ergebnis."
Seine Herangehensweise unterschied sich in mehreren Punkten von der Ondra: Während der Erstbegeher 2012 noch ohne Kneepads kletterte, nutzen heutige Wiederholer – darunter auch Bøe – diese Techniken gezielt, um kurze Erholungspausen zu schaffen. Dadurch verändern sich einzelne Passagen leicht, bleiben aber auf Weltklasseniveau. "Ich habe eine neue Beta in der Crux entdeckt. Das war für mich der Durchbruch", erklärte Bøe.

Wer "Change“ bisher geschafft hat@(zwischenHeadlineTag)>
Mit seiner Begehung reiht sich Leo Bøe in eine handverlesene Liste von Kletterern ein, die "Change" bisher bewältigt haben. Nach Adam Ondras Erstbegehung im Jahr 2012 folgte 2020 der Italiener Stefano Ghisolfi. 2022 konnte der Franzose Seb Bouin den Durchstieg wiederholen, gefolgt von Alex Megos und dem Spanier Jorge Díaz-Rullo, der 2024 den fünften bekannten Erfolg verbuchte. Nun, ein Jahr später, hat Leo Bøe als erster Norweger die Linie durchgestiegen und damit den Anschluss an die absolute Weltspitze gefunden.
Für Bøe war "Change“ nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern auch eine mentale Lektion. "Es ging darum, zufrieden zu sein, solange ich mein Bestes gebe", sagt er. "Das hat mir geholfen, locker zu bleiben – und genau das hat schließlich zum Durchstieg geführt."
Ein historischer Moment für das norwegische Klettern@(zwischenHeadlineTag)>
Die Bedeutung dieses Erfolgs geht weit über die persönliche Leistung hinaus. Norwegen, das in den letzten Jahren mit jungen Talenten wie Bøe, Thilo Schröter und Tina Hafsaas international auf sich aufmerksam gemacht hat, hat mit dieser Begehung nun auch in den höchsten Schwierigkeitsgraden Fuß gefasst.
"Ich bin einfach glücklich und erleichtert, dass ich es vor Saisonende geschafft habe", so Bøe. "Change" bleibt ein Meilenstein, nicht nur für Leo Bøe, sondern für das gesamte norwegische Klettern.


1 Kommentar
Kommentar schreibenFeiner Text vom Robert :-)