PFAS auf dem Matterhorn – Umweltbelastung erreicht Hochgebirge@(zwischenHeadlineTag)>
In einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung wurden PFAS erstmals auch an hochalpinen Orten wie dem Matterhorn nachgewiesen. Dabei handelt es sich um per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, die wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in der Industrie und Outdoorbranche weit verbreitet sind. Das Besorgniserregende: Diese Stoffe gelten als extrem langlebig. Sie bauen sich kaum ab und können sich in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichern.
Laut Rotauf und einem unabhängigen Schweizer Labor umfasste die Studie mehrere Standorte in den Schweizer Alpen, darunter das Matterhorn, Jungfraujoch, Oeschinensee, Arosa und den Morteratschgletscher. An allen untersuchten Orten wurden PFAS nachgewiesen, selbst in den entlegensten Regionen. Die gemessenen Konzentrationen lagen zwar unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte, doch die Probe vom Matterhorn zeigte laut den Untersuchern besonders hohe Werte: rund 15-mal mehr als in vielen anderen Wasserproben.
Was sind PFAS – und woher kommen sie?@(zwischenHeadlineTag)>
PFAS bilden eine große Stoffgruppe von mehreren tausend Verbindungen, die seit Jahrzehnten in zahlreichen Alltagsprodukten verwendet werden – von beschichteten Pfannen über Kosmetika bis hin zu Outdoor-Textilien. In der Bergsportbranche finden sie vor allem in wetterfesten Jacken, Schuhen, Rucksäcken und Skiwachsen Verwendung, da sie Materialien wasser- und schmutzabweisend machen.
Das Problem: PFAS sind chemisch so stabil, dass sie kaum abgebaut werden. Über Abwässer, Abrieb, Luft und Niederschlag gelangen sie in die Umwelt – und offenbar auch in alpine Hochlagen, die bislang als unberührt galten.
Gesetzliche Regelungen und aktuelle Entwicklungen@(zwischenHeadlineTag)>
In der Schweiz existieren bereits Grenzwerte für einige PFAS-Verbindungen. Für PFOS und PFHxS gilt im Trinkwasser ein Höchstwert von 0,3 Mikrogramm pro Liter, für PFOA 0,5 Mikrogramm pro Liter. Behörden wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) arbeiten derzeit an einer Verschärfung dieser Regelungen. Ab 2026 sollen – ähnlich wie in der EU – Summengrenzwerte für Gruppen von PFAS eingeführt werden.
Zudem betrifft die Verwendung von PFAS in Outdoor-Ausrüstung die Gesundheit der Sportler. Langfristige Exposition gegenüber diesen Chemikalien kann gesundheitliche Risiken bergen. Bergsportler, die sich viel in Natur und Schnee aufhalten, haben direkten Kontakt zu Boden, Wasser oder Staub, in dem PFAS enthalten sein könnten.
Das Bundesamt für Umwelt weist zudem darauf hin, dass PFAS in der Schweiz bereits an zahlreichen Standorten im Boden und Grundwasser nachgewiesen wurden. Besonders problematisch sind Deponien, Industriegebiete und Orte, an denen Löschschäume verwendet wurden. Die neuen Funde in den Alpen zeigen nun, dass die Verbreitung viel weiter reicht als bisher angenommen.
Folgen für Natur und Bergsport@(zwischenHeadlineTag)>
Für den Bergsport ist der Nachweis von PFAS im Hochgebirge in mehrfacher Hinsicht relevant. Zum einen zeigt er, dass selbst empfindliche Ökosysteme in großer Höhe von Schadstoffen betroffen sind. Böden, Wasserläufe und alpine Pflanzen können PFAS speichern und so Teil eines globalen Umweltproblems werden.
Zum anderen betrifft das Thema auch die Ausrüstung. Viele Outdoorprodukte enthalten noch immer PFAS, weil Alternativen technisch nicht in allen Fällen gleich leistungsfähig sind. Wer jedoch Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann heute auf zahlreiche Hersteller zurückgreifen, die bereits vollständig auf PFAS verzichten.
Auch gesundheitlich ist das Thema nicht belanglos: PFAS reichern sich im Körper an und stehen im Verdacht, das Immunsystem, die Leber und den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Zwar besteht für Bergsportler im Gelände keine akute Gefahr, doch der Fund auf dem Matterhorn verdeutlicht, dass die Stoffe längst Teil des natürlichen Kreislaufs geworden sind.
Wege aus der PFAS-Problematik@(zwischenHeadlineTag)>
Umweltorganisationen wie der WWF Schweiz fordern ein konsequentes Vorgehen gegen die weitere Verbreitung von PFAS. Dazu gehören strengere Grenzwerte, eine umfassende Deklarationspflicht für Produkte sowie die Förderung von Forschung zu PFAS-freien Alternativen. Auch auf EU-Ebene wird derzeit über ein weitreichendes Verbot von PFAS diskutiert.
Für die Outdoorbranche bedeutet das, neue Materialien zu entwickeln, die denselben Schutz vor Wind und Wetter bieten, aber ohne schädliche Chemie auskommen. Die Umstellung ist technisch anspruchsvoll, doch einige Hersteller zeigen, dass es funktioniert.
Fazit: Müssen wir uns Sorgen machen?@(zwischenHeadlineTag)>
Dass PFAS selbst auf dem Matterhorn gefunden wurden, verdeutlicht, wie weitreichend die Verschmutzung durch synthetische Chemikalien inzwischen ist. Noch sind die Konzentrationen gering, doch der Nachweis in einem Symbol der Alpen ist ein Weckruf. Für Bergsportler, Ausrüster und Politik gilt es nun, Verantwortung durch bewusste Kaufentscheidungen, klare Regeln und nachhaltige Produktion zu übernehmen.





2 Kommentare
Kommentar schreibenSuper Probeentnahme. In Bekleidung, die voll von PFAS ist werden Proben genommen und zufällig hat es dann PFAS. Solange man bei der Probeentnahme nicht drauf achtet, dass man die Probe nicht mit PFAS kontaminiert ist das völlig sinnlos was man untersucht
Wenn man auf den Bergen PFAS findet, ist die Erklärung woher sie am wahrscheinlichsten kommen relativ schnell geklärt.
Jeder der Bergsport betreibt trägt sie mit sich. Jede Goretex Bekleidung, geschmierte Ausziehstöcke, Karabinerhaken etc. beinhaltet sie. Ich halte es sogar für schwierig die Messungen zu machen, ohne selbst der Mitbringer von PFAS zu sein.