Viel Feingefühl

Bergschule: Wie entsteht die Lawinenvorhersage?

Jeden Winter verlassen sich unzählige Wintersportler:innen auf die tägliche Lawinenprognose. Doch wie entsteht sie eigentlich? Welche Informationen fließen ein, und wie entscheiden die Lawinenwarner:innen, welche Gefahrenstufe gilt? Ein Blick hinter die Kulissen des Lawinenwarndienstes Tirol zeigt, wie viel Erfahrung, Daten und Feingefühl in jedem einzelnen Bericht stecken.

Jeden Tag werden von freien Mitarbeitern Schneeprofile erstellt, die in den Lawinen­lagebericht einfließen. 
© Simon Rainer

Lawinenvorhersage: Drei Säulen der Prognose

Am Anfang einer Lawinenvorhersage steht eine enorme Menge an Informationen. Die Lawinenwarner:innen greifen dabei auf drei zentrale Datenquellen zurück: Beobachtungen aus dem Gelände, Wetterstationsdaten und -vorhersagen sowie Schneedeckenmodelle.

Diese bilden das Fundament der täglichen Arbeit und ermöglichen – in Kombination mit jahrelanger Erfahrung – regionale Einschätzungen der Lawinengefahr. Entscheidend sind dabei zwei Fragen: Wie ist die Schneedecke heute? Und: Welche Faktoren könnten sich bis morgen verändern?

<p>Eine automatische Messstation, wie sie in den Alpenländern benutzt wird. </p>

Eine automatische Messstation, wie sie in den Alpenländern benutzt wird. 

© Lawinenwarndienst Tirol

Arbeiten im Schnee: Beobachtungen im Gelände

Eine Lawinenvorhersage beginnt nie am Schreibisch, sondern immer draußen im Schnee. Der Lawinenwarndienst (LWD) Tirol erhält laufend Rückmeldungen von 57 Beobachter:innen, die in ganz Tirol unterwegs sind – viele davon Bergführer:innen oder Mitarbeitende von Skigebieten. Sie graben Schneeprofile, melden frische Lawinen oder beschreiben lokale Auffälligkeiten. Diese Berichte bilden mit die wichtigste Basis der täglichen Einschätzung.

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Text von Marie Hofmann

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