Neue Eis- und Mixedrouten in Norwegen

Spektakuläre Erstbegehungen: Ines Papert eröffnet in Norwegen vier neue Routen

Im Januar und Februar 2026 hat Ines Papert gemeinsam mit norwegischen Partnern vier anspruchsvolle Erstbegehungen in Sunndalen und Eikesdal realisiert. Die Linien führen durch steile Eisstrukturen und Mixed-Passagen.

Ines Papert in der Tour Gjølatappen – 350m, M8, WI6.
© Torje Stenkjær

Vier neue Linien in norwegischen Winterwänden

Die deutsche Eiskletterin Ines Papert hat im Januar und Februar 2026 vier Erstbegehungen in Norwegen realisiert. Die Touren liegen in den Regionen Sunndalen und Eikesdal. Laut Pressemitteilung wurden alle Linien clean und frei geklettert und erforderten lange, teils komplexe Abstiege.

<p>Ines Papert in der Tour Gjølatappen.</p>

Ines Papert in der Tour Gjølatappen.

© Torje Stenkjær

Ines Papert gehört seit vielen Jahren zu den international erfolgreichsten Eiskletterinnen. Die vierfache Weltmeisterin im Eisklettern ist für anspruchsvolle Mixed- und Alpinrouten weltweit bekannt und realisiert regelmäßig schwierige Erstbegehungen. Sie ist in Projekten von Kanada bis Patagonien aktiv und arbeitet häufig mit lokalen Kletterpartnern zusammen.

Fleeting Glory: Anspruchsvolle Mixed-Passage an der Hovsnebba

Am 15. Februar 2026 gelang Papert gemeinsam mit Torje Stenkjær die Route "Fleeting Glory" an der Südwand der Hovsnebba bei Sunndalsøra. Die Linie ist rund 750 m lang und mit M7+ sowie WI6+ bewertet. 

<p>Topo der Tour Gjølatappen.</p>

Topo der Tour Gjølatappen.

© Torje Stenkjær

Gjølatappen: Freie Begehung im zweiten Anlauf

Bereits am 11. Februar 2026 eröffnete Papert mit Eivind Hugaas und Torje Stenkjær die 350 m lange Route "Gjølatappen" (M8, WI6) an der Nordwestwand der Gjøla. Die Linie führt durch hängende Eiszapfen und steile Mixedpassagen. Laut Papert war ihr die freie Begehung erst im zweiten Versuch gelungen, nachdem sich hinter dem Eis immer wieder überraschend gute Sicherungsmöglichkeiten gezeigt hätten.

<p>In der Tour&nbsp;Gjølatappen.</p>

In der Tour Gjølatappen.

© Torje Stenkjær

Iskafe und Orions Belte: Zwei neue Linien im Eikesdal

Ende Januar und Anfang Februar folgten zwei weitere Erstbegehungen im Eikesdal. Am 30. Januar 2026 kletterte Papert mit Dåg Jørund Vik und Odd T. Sæbø die Route "Iskafe" (350 m, M5, WI6/6+) am Kaffiberget. Nur zwei Tage später, am 01. Februar 2026, eröffnete dasselbe Team die 1000 m lange Linie "Orions Belte" (M4+, WI5) an der Westwand des Middagshaugen. Beide Touren starteten im Dunkeln und endeten erst spät in der Nacht.

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Lokale Unterstützung und ein unerwarteter Polizeieinsatz

Papert betont in der Pressemitteilung, dass die Erkundung der Wände ohne die Unterstützung lokaler Kletterer nicht möglich gewesen wäre. Gemeinsam wurden Eislinien identifiziert, Abseilpisten geprüft und mögliche Ausstiege bewertet. Eine der Touren sorgte zudem für Aufsehen im Tal: Beobachter alarmierten Polizei und Bergrettung, weil sie die Kletterei an einer unberührten Wand für einen Notfall hielten. Laut Papert sei die Situation schnell geklärt worden.

<p>In der Tour&nbsp;Gjølatappen.</p>

In der Tour Gjølatappen.

© Torje Stenkjær

Fifty-Fifty: Eiskletterfilm über Ines Papert jetzt frei verfügbar

Fifty-Fifty ist ein Film von Angela Percival über zwei Alpinistinnen, für die der 50. Geburtstag kein Wendepunkt, sondern einfach der nächste Schritt ist. Im Mittelpunkt stehen Ines Papert und Sarah Hueniken, die seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten im Eis- und Mixedklettern gehören.

Der Film begleitet beide in den Bergen und zeigt, wie sich Erfahrung, Motivation und Perspektiven über viele Jahre im Alpinismus entwickeln. Dabei geht es nicht nur um schwierige Routen, sondern auch um die Frage, wie ein Leben im Gebirge langfristig prägt – sportlich wie persönlich.

Fifty-Fifty ist jetzt auf Youtube verfügbar oder kann direkt hier in voller Länge angesehen werden:

Text von Robert Scheitzeneder

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