Wandern im Land der Hobbits

Der Routeburn Track in Neuseeland: Das schöne Ende der Welt

Der Routeburn Track ist einer der kürzeren, aber auch einer der zauberhaftesten Great Walks Neuseelands. In vier Tagen führt er durch den Mount Aspiring National Park und den Fiordland National Park, durch herrliche Buchenwälder, vorbei an Gebirgsseen und bezaubert mit Ausblicken auf die schneebedeckten Gletscherberge der Südalpen.

Routeburn Track in Neuseeland: Das schöne Ende der Welt
© Andreas Strauß

Routeburn Track in Neuseeland: Das schöne Ende der Welt

Die drei Herren in Grün erwarten uns bereits. Sie plustern sich mächtig auf und machen ein riesiges Gezeter. Natürlich wären sie bestechlich. Doch davon sollte man absehen, denn die Keas sind vom Aussterben bedroht. Im neuseeländischen Bergland gibt es nur noch ein paar Tausend dieser intelligenten Bergpapageien. Zwar sind für sie vor allem die eingeschleppten Possums und Ratten, die ihre Nester ausräubern, lebensbedrohlich und die Tatsache, dass die Neuseeländer einst ein so liebevolles Verhältnis zu ihnen hatten wie wir zum Problembären. Aber Kekse & Co. als Papageienfutter sind dennoch ungeeignet.

Mit großen, energischen Schritten nähert sich einer der Vögel inzwischen meinem abgestellten Rucksack, die anderen beiden machen in der Zwischenzeit "Show": Flügelschlagen, lautes Betteln, für den Fotografen posieren – jede Taschendiebbande könnte bei den Dreien in die Lehre gehen. Auf dem Routeburn Track sorgen die vorwitzigen Keas denn auch für unvergessliche Erlebnisse. Immer wieder sieht man sie in den Wipfeln der Buchen sitzen oder die Bergflanken abfliegen, meist mit lautem, charakteristischem Kea-Geschrei und immer auf der Suche nach einem leckeren Müsliriegel.

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Verlaufen ist hier fast unmöglich. Der Track ist sehr gut ausgeschildert.

© Andreas Strauß

Shining Star am neuseeländischen Trekking-Himmel

Der Routeburn Track fängt vielversprechend an – und da ist die Anfahrt am tiefblauen Lake Wakatipu entlang noch nicht berücksichtigt, nicht die Lupinenfelder bei Glenorchy und im "Paradise", nicht die großartige Bergszenerie, die wir aus den "Herr der Ringe"-Verfilmungen kennen. Eine erste Hängebrücke bildet den Auftakt und führt über den Fluss Routeburn. Sie stimmt ein auf kommende wacklige Abenteuer in den Nationalparks Mount Aspiring und Fiordland. Unter uns ein blaugrüner Gumpen. Jetzt im November zu Beginn der Great-Walk-Saison ist der Routeburn voll mit Schmelzwasser von den umliegenden 2000ern.

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Text von Andreas Strauß