Transalp auf individuellen Pfaden

Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Verona: Über alle Berge!

Vom Glück zu Fuß die Alpen zu durchqueren – auf einer neuen, selbst ausgetüftelten Route vom Tegernsee nach Verona. Ein kleines Abenteuer und eine große Reise für Individualisten.

Auf zu neuen Zielen! Noch ist die Transalp unserer Autoren jung – malerischer Sonnenuntergang am zweiten Abend der Tour nahe der Kellerjochhütte in den Tuxer Alpen.
© Miriam Mayer

Transalp individuell: Aufbruch in die Alpen

Pünktlich zum Sonnenaufgang wache ich auf. Wie eigentlich jeden Morgen, außer wenn ich zu erschöpft bin. Dann kann es schon einmal passieren, dass ich meine innere Uhr verschlafe. Das hängt immer von der Temperatur, der Anzahl der Stunden, die ich schlafen konnte, und der Anstrengung des vorangegangenen Tages ab. Wenn ich erst einmal wach bin, kann ich nur schwer liegen bleiben. Ich will ihn sehen, den neuen Morgen. Sehen, wie er über die umliegenden Berggipfel klettert und das magische Licht vor dem Sonnenaufgang über die Landschaft ausbreitet.

Das Zelt ist feucht von der kondensierten Atemluft. Im ersten Moment, wenn man sich aufsetzt, fühlt man sich immer etwas übernächtigt und manchmal ist es auch so. Aber das erste Mal in der Früh das Zelt zu öffnen und zu sehen, was der neue Tag bringt, erfüllt mich immer mit einer unbändigen Neugier und ich freue mich jedes Mal darauf – vor allem nach den weniger erholsamen Nächten, in denen wir wegen Wind, Kälte oder Regen kaum ein Auge zumachen.

Ich schäle mich also aus dem Schlafsack. Um dem Wunsch, gleich wieder hineinzukrabbeln, widerstehen zu können, ziehe ich schnell Jacke und Mütze an und schlüpfe in die von der Nacht kalten Bergschuhe. Die ersten Schritte sind schmerzhaft und steif, aber die Euphorie, einen neuen Tag in den Alpen auf für mich unbekannten Wegen zu beginnen, ist riesig.

<p>Ziemlich beeindruckend: Majestätisch liegen die Gardaseeberge und die Brenta im Morgenlicht.</p>

Ziemlich beeindruckend: Majestätisch liegen die Gardaseeberge und die Brenta im Morgenlicht.

© Miriam Mayer

Mein Freund Lukas und ich starteten unsere Transalp bei mir zu Hause in ­Rottach-Egern am Tegernsee von der Terrasse aus. Wir haben uns ein gutes halbes Jahr vorbereitet. Tagelang recherchiert, welche Gegenden, Berge, Hütten wir nicht verpassen wollen, welche Hilfsmittel wir zur Orientierung nutzen werden, was unbedingt in den Rucksack muss.

Wir haben unsere Route abseits der klassischen Transalprouten akribisch geplant, in sinnvolle Tagesetappen unterteilt und die Planung einige Male wieder ganz von Neuem begonnen. Wir haben mit Rucksäcken, Proviant und verschiedenem Equipment experimentiert und neben dem Training im Sportstudio haben wir auf Testtouren ausprobiert, ob wir mit dem Gewicht der schweren Trekking-Rucksäcke und ihrem Inhalt zurechtkommen. Kurz: Wir lachen heute nicht mehr über die "Extremisten", die sogar ihre Zahnbürste halbieren, um Gewicht einzusparen.

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Text von Miriam Mayer

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