"Skyscraper Live" – braucht’s das? Ein Kommentar von ALPIN-Redakteur Andreas Erkens
Am 26. Januar ging es bei Netflix mitten in der Nacht um 2 Uhr MEZ um nicht weniger als Leben und Tod, wenn man den effektheischerischen Ankündigungen des Streaming-Portals glauben schenken darf: "No ropes, No gear." Nur Alex Honnold und das Gebäude Taipei 101. Free Solo wollte der US-Amerikaner den 508 Meter hohen Wolkenkratzer besteigen - eines der höchsten Gebäude weltweit. Das denkt ALPIN-Redakteur Andreas Erkens über die Aktion des Kletter-Superstars in Taiwan.

Spoiler-Alarm: Alex Honnold polarisiert einmal mehr@(zwischenHeadlineTag)>
Alex Honnold hat es geschafft – wieder einmal. Ein weiteres Free Solo? Ja und Nein. Der 40-Jährige bestieg am 25. Januar in gut 1:30 Stunden den 508 Meter und 101 Stockwerke hohen Wolkenkratzer „Taipei 101“ in Taiwan – ohne Seil und Sicherung, also Ja: Free Solo. Aber Nein, nicht wie bislang stets eindrucksvoll in schweren und langen Fels-Klettertouren, sondern diesmal eben an einem Hochhaus. Dafür fand der wohl bekannteste Free Solo-Kletterer der Welt nicht nur Verständnis, sondern polarisiert die Meinungen - wie so häufig.
Weltweit berühmt wurde er 2017 mit der spektakulären und ersten Free-Solo-Begehung einer Route am El Capitan im Yosemite Valley: Honnold gelang dort der „Freerider“, eine 910 Meter hohe Klettertour im Grad IX/IX+, zu sehen im Oscar-prämierten Dokumentarfilm „Free Solo“. 2026, fast neun Jahre später, ging Honnold medial noch einen Schritt weiter.

15 Kommentare
Kommentar schreibenIch denke , eine echte extremsituation für den kerl wäre mal zwei wochen 24/7 auf ein kleinkind aufzupassen oder so, und das noch ohne klettern und auf komplett eigene verantwortung?? der typ klettert doch seit jahrzehnten, und das jeden tag. Was ist da so besonders wenn er an einem symmetrisch, komplett überschaubar kalulierbaren gevöude rauf kraxelt ? Wird jetzt technisch für ihn nicht die Oberklasse sein ? Wer sieht sich so was an, wenn ein kerl sicj wieder was beweisen muss. Ziemlich langweilig, auch wenns natürlich an sich extrem ist.
Da werden dann immer auch kritische Stimmen laut. Ist doch ok. Damit war zu rechnen. Trotzdem war die Leistung absolut großartig und es war spannend zuzuschauen.
Ganz ehrlich - lasst ihn doch machen! Oder wurde wer gezwungen, sich das anzuschauen? Ich denke nicht. Er hat das nicht gemacht, damit der Klettersport neue Erkenntnisse gewinnt. Der Mann hat sich einen Traum erfüllt und sich diesen noch mit ein paar Dollars vergüten lassen durch die Live Übertragung.
Schwierig. Grundsätzlich finde ich persönlich Free Solo schon fahrlässig, andererseits kann und muss das jeder für sich entscheiden. Wenn er sich dabei wohl fühlt, dann ist es eben so. Alpinistisch ist ein Hochhaus sicher nicht relevant, aber wie relevant sind dann Kletterwände mit angelegten Griffen und Tritten? Die Einschätzung der Schwierigkeit finde ich sehr schwierig, wenn man es nicht selbst schon mal gemacht hat - in vielen Aspekten sicher, aber der extrem glatte und vermutlich rutschige Untergrund, Personen, die plötzlich auf der anderen Seite der Scheibe stehen und winken, Kommentatoren, die einem ins Ohr quatschen, dazu Griffe, die komplett anders sind als er es vom Fels gewohnt ist… ich denke, dass es durchaus Schwierigkeiten gibt, wenn auch natürlich andere als am Fels. Das ganze Drumherum war sicher super nervig, z. B. ein Wrestler als Kommentator etc., aber das ist halt Netflix. Im Endeffekt: keine alpinistische Revolution, aber spannende Unterhaltung. Kann ja jeder selbst entscheiden, ob er schaut oder eben nicht.
Leben und Leben lassen. Und chillen.
Wenn jede Besteigung oder Begehung, unabhängig davon wie öffentlichkeitswirksam sie auch ist oder sein mag, der Klettersport immerzu neue und neue Erkenntnisse gewinnen müsste, würden wir wohl das Jahr 3333 schreiben.
Ich finde solche Aktionen keinesfalls weniger spektakulär wenn man gesichert klettert. Also überflüssig sein Leben zu riskieren und Nachahmer zu produzieren, die es möglicherweise nicht schaffen und zu grosse Risiken eingehen.
Fazit: ????
Ist das noch Kletter/Bergsport ?? Das denke ich bei jedem Bericht über den Mount Everest auch. Und da sind es tausende....
Alex Honnold ist echt ein guter meiner Meinung nach. Auf National Geographic gibt es tolle Reportagen mit ihm. Bin aber auch überzeugt das er die 50 nicht erreichen wird.
Beim Sport geht es nicht ständig um Erkenntnisse oder Bestleistung. Es geht um den Spaß an der Sache. Für mich zumindest. Allerdings finde ich diese Aktion auch recht unnötig, vor allem mit kleinen Kindern und wenn man eh niemandem noch etwas beweisen muss.
Solche potenziell lebensgefährliche Sachen, die auch eben nur aus diesem Grund die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sollten nicht vor Publikum gemacht werden. Dem Klettersport tut man damit auch keinen Gefallen. Aber man kann vermutlich damit viel Geld verdienen. Das muss er dann mit sich selbst ausmachen .