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Thomas Huber: Stationen eines aufregenden Lebens
Thomas Huber gilt seit Jahren als einer der besten Extremkletterer weltweit. Erstbegehungen schwierigster Alpinkletter-Routen finden sich ebenso im Tourenbuch des Bayern wie Big Wall-Speedbegehungen und alpinistische Meilensteine in Patagonien, dem Karakorum oder der Antarktis.
Thomas wurde am 18. November 1966 in Palling (Landkreis Traunstein) geboren.
Schon früh begeistert sich Thomas für die Berge. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Alexander ebenso.
Die Liebe zum Bergsport kommt nicht von ungefähr: Von klein auf unternimmt Vater Thomas mit dem Brüderpaar Schi- und Hochtouren in den Ost- wie Westalpen.
Auch die Leidenschaft für das Felsklettern ist bei Thomas längst geweckt. 1984 gelingt ihm mit Alexander mit "Rauhnachtstanz" an der Wagendrischlhorn-Südwand die erste Erstbegehung.
1994 setzt Thomas mit der ersten Rotpunkt-Begehung der Route "End of silence" (X) ein dickes Ausrufezeichen.
Auch an den großen Bergen kann Thomas bald Erfolge sammeln. Mit seinem Bruder Alexander, Conrad Anker und Toni Gutsch gelingt ihm die erste Durchsteigung der Südwestwand des Latok II (7108m) im Karakorum.
Noch sind die Haare "nur" schulterlang: Thomas mit 31 Jahren.
Das Yosemite Valley in Kalifornien wird in den 1990er- und den 2000er-Jahren zur zweiten Heimat der Huberbuam.
Bereits 1996 war Thomas und Alexander die erste freie Begehung der "Salathé" am El Capitan geglückt. Zwei Jahre später legten die Brüder doppelt nach: Erste freie Begehung von "El Niño" (513c) sowie Rotpunktbegehung von "Freerider" (5.13a).
Für die Erstbesteigung des Ogre III (6800m) sowie der zweiten Besteigung des extrem schwierigen Ogre I (7285m) bekommt Thomas viel Anerkennung aus der Szene.
Mit seinem Bruder Alexander gelingt Thomas die Rotpunkt-Erstbegehung von "Zodiac" (5.13d) am El Capitan. Drei Jahre zuvor war dem Brüderpaar an ihrer Lieblings- Big Wall die Erstbegehung der neuen Freikletterroute "Golden Gate" (5.13b) geglückt.
Einem breiten Publikum wird Thomas und sein Bruder Alexander durch den Film "Am Limit" bekannt. Der Dokumentarfilm von Pepe Danquart thematisiert den Versuch der Huberbuam, den 2002 von Hans Florine und Yuji Hirayama aufgestellten Speed-Rekord an der "Nose" zu brechen.
Nach mehreren gescheiterten Anläufen können die Huber-Brüder im Oktober 2007 eine neue Bestzeit an der "Nose" setzen. Ein Jahr später holen sich Hans Florine und Yuji Hirayama "ihren" Rekord zurück.
Verwirklichung des Projektes "Drei Zinnen an einem Tag". Mitte August klettert Thomas die Routen "Alpenliebe" (Westliche Zinne), "Ötzi trifft Yeti" (Kleine Zinne) und "Phantom der Zinne" (Große Zinne). Den Abstieg von der Westlichen wie der Großen Zinne verkürzt der Berchtesgadener per Base Jump.
Erstbesteigung der Westwand des Holtanna (2650m) in der Ostantarktis. Zusammen mit Stephan Siegrist und Bruder Alexander. Dem Trio gelingt während der Expedition noch die Besteigung des Ulvetanna über dessen Westpfeiler.
Zusammen mit Bruder Alexander, Mario Walder und Franz Hinterbrander gelingt Thomas die erste Rotpunktbegehung der legendären Güllich-Albert-Route "Eternal Flame" am Nameless Tower (Trango Tower) im Karakorum.
Mit Mario Walder und Bruder Alexander im Flieger Richtung Baffin Island. Am Mount Asgard (2015m) gelingt dem Trio die erste Rotpunktbegehung der "Bavarian Direct" (X-).
Mit Dani Arnold, Stephan Siegrist und Tibo Villavicencio gelingt Thomas die 2. Winterbesteigung des Cerro Torre über die Ferrari-Route.
Thomas während eines Vortrages. Über 1000 Stück hat der Bayer im Laufe seiner Profilaufbahn bereits absolviert.
Vater Thomas lässt es sich nicht nehmen, Sohn Thomas zu Vorträgen oder anderen Terminen zu kutschieren.
Extrem unterwegs in den Bergen, extrem unterwegs auch in Sachen Musik. Plastic Surgery Disaster, die Band, die Thomas seit Jahren als Frontman anführt, ist nichts für zartbesaitete Gemüter.
Thomas mit Bandkollegen im Proberaum von Plastic Surgery Disaster.
Thomas mit seiner Frau Marion und den Kindern Elias, Amadeus und Philomea.
2011 war bei Thomas ein gutartiger Nierentumor entdeckt worden, der operativ entfernt werden musste. Fünf Jahre später "erwischt" es den Profi erneut, diesmal richtig schwer: Bei einem Kletterunfall am Brendlberg zieht sich der Berchtesgadener unter anderem eine Schädelfraktur zu. Drei Tage liegt Thomas auf der Intensivstation; erholt sich dann aber - "wie durch ein Wunder" wie er selbst sagt - erstaunlich schnell und vollständig von den Folgen des 16 Meter-Sturzes.
Vier Wochen nach seinem Absturz klettert Thomas bereits wieder - in Begleitung seines Sohnes Elias - durch die Watzmann-Ostwand.
Generationentreffen am Latok I im Karakorum. Jim Donini und George Lowe (li.) hatten mit Jeff Lowe und Michael Kennedy 1978 vergeblich versucht, den Nordgrat des Berges zu meistern. Auch Thomas Huber musste an dem Berg - wie schon im Jahr zuvor - die Segel streichen.
Zusammen mit Roger Schäli und Stephan Siegrist (re.) gelingt Thomas Huber Ende 2016 die erste Wiederholung der legendären Jeff-Lowe-Route "Metanoia" am Eiger.
























