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Christian Stangl
Geboren 1966 in Landl/Steiermark; lebt in Hall bei Admont. War bis 2001 als Ingenieur für Elektrotechnik tätig, seitdem Profibergsportler.
"Ich weiß natürlich, dass meine Projekte den Verlauf der Welt nicht beeinfussen. Aber um den Alpinismus weiterzuentwickeln, muss man gewohnte Konventionen überwinden und das, was jahrzehntelang Usus war ständig hinterfragen. Die achttausend Meter hohen Berge vermehren sich nicht; der Höhe nach ist der Zenit bereits erreicht. Die weitere Entwicklung fndet gegen die Zeit statt. Und gegen den Zeitgeist."
1998 bzw. 2001 durchstieg Stangl hohe Wände an den Achttausendern allein und im Alpinstil. (Shisha Pangma 8.027m Südwand und Cho Oyu 8.201m Nordwand/Neue Route).
Das Seven Summits Speed Project war kein von Anfang an geplantes Vorhaben. Erst nachdem Christian Stangl vier Summits im Skyrun-Stil verbuchen konnte, beschäftigte er sich mit der Möglichkeit, auch auf den verbliebenen Gipfeln rekordverdächtige Fußabdrücke zu hinterlassen.
Ohne künstlichen Sauerstoff vom Basislager aus
Christian Stangl lebt im Gesäuse. Nicht nur, weil der alpine Kosmopolit hier gebürtig und stark verwurzelt ist, sondern weil er da - quer durch alle Jahrezeiten - die perfekten Trainingsbedingungen für seine spektakulären Bergfahrten vorfndet.
Aufstiegszeit gesamt für alle sieben Gipfel: achtundfünfzig Stunden und fünfundvierzig Minuten. Ohne Verwendung von künstlichen Sauerstoff.
Die drei höchsten Gipfeln Afrikas, Mawenzi 5.149m, Batian 5.199m und Kili 5.895m, besteigt Stangl im Februar 2009 innerhalb einer Woche
Durch seine spektakulären Erfolge ist Stangl mittlerweile ein gern gehörter Referent und verdient mit den Gagen einen guten Teil seines Einkommens als Profibergsportler.
Abbruch auf 4.500m wegen eines Unfalls
Beim zweiten Versuch der Speedbegehung des K2 im Jahr 2009 im bottleneck (Flaschenhals). Bald danach musste Stangl umderehen: "Wir kamen durch den bottleneck relativ gut durch. Verloren dabei viel Zeit, da wir Seile verfixen mussten. Um die gefährliche Stelle so sicher wie möglich zu machen für den Abstieg. Aus dem bottleneck heraus, versanken wir im Schnee. Ein Weiterkommen war unmöglich", so Stangl kurz nach dem Abbruch.
Am 12. August 2010 stand Stangl um 10 Uhr vormittags am Gipfel des K2 (8611 m), des zweithöchsten Berges der Erde. Stangl war bei dieser Tour insgesamt 70 Stunden unterwegs. So ließ es der Steirer verbreiten. Fast einen Monat später stellte sich heraus: Christian Stangl war nie am Gipfel des K2. Das Bild ist eine Fälschung.
In einer am 07. September anberaumten Pressekonferenz im Hotel Bristol in Wien betonte Stangl, dass er niemanden bewusst habe täuschen wollen, sondern tatsächlich gedacht habe, auf dem Gipfel gewesen zu sein: "Es tut mir alles sehr Leid. Ich wollte niemanden täuschen. Beim letzten Versuch erreichte ich einen tranceartigen Bewusstseinszustand, an dem ich der Überzeugung war, auf dem höchsten Punkt zu stehen. Ich war mir sicher, ganz oben gewesen zu sein."
Christian Stangl (li.) und Adam Bielecki im Basislager.


















