Packliste Klettern: Diese Ausrüstung braucht ihr
Das Schlüsselprodukt beim Klettern ist das Sicherungsgerät. Kommt man damit nicht zurecht, kann es im schlimmsten Fall zum Absturz des Seilpartners kommen. Ein Hinweis vorab: Jedes Sicherungsgerät ist so ausgelegt, dass die Bremshand immer am Seil sein muss!
Auch sogenannte halbautomatische Sicherungsgeräte, die bei Belastung blockieren, brauchen für ein zuverlässiges Blockieren die Bremshand am Seil.
Hier zeigen wir euch, wie die unterschiedlichen Sicherungsgeräte funktionieren.
Welches ist das richtige Sicherungsgerät für dich? Die Antwort liefern wir dir hier.
Das können die neuen Sicherungsgeräte Neox und Pinch!
Das "Click Up" von Climbing Technology ist ein Sicherungsgerät, das irgendwo zwischen einem halbautomatischen und einem dynamischen Sicherungsgerät rangiert. Der Riesenvorteil des "Click Up": Man kann das Seil nie so einlegen, dass das Gerät komplett versagt. Es weist mit falsch eingelegtem Seil immer noch die Brems-Charakteristik einer Tube auf.
Richtig bedient, blockiert das "Click Up" bei leichtem Zug auf der Bremshandseite solide. Beim "Click Up" immer den dazugehörigen Karabiner verwenden - dieser ist beim "Click Up Kit" bereits mit dabei!
Die neueste Version des GriGri von Petzl ist auch für Seile zwischen 8,5 und 11 mm einsetzbar. Im Gegensatz zum "alten" GriGri, das nur für Seile bis 10 mm einzusetzen war. Auch die Bedienung ist noch mal besser geworden, mit etwas Übung geht das Seilausgeben einfach und schnell und ohne lästiges Blockieren des Gerätes. Auch für das aktuelle GriGri ist die Gaswerkmethode die beste und sicherste Art, das Seil auszugeben bzw. das Gerät zu bedienen.
Das Smart von Mammut ist ein pfiffiges Sicherungsgerät, das leicht, klein und preiswert ist. Das Tolle daran: Die Bedienung bzw. die richtige Position der Hand ergibt sich nahezu intuitiv. Auch das Smart blockiert im Falle einer Belastung, wenn die Bremshand am Seil ist. Beim Smart gibt es zwar theoretisch die Möglichkeit, das Seil falsch einzulegen, die richtige Version ist aber so einfach und logisch, dass man das nach einiger Übung intus haben sollte.
Ein Tube-Sicherungsgerät - wie etwa das ATC XP von Black Diamond - hat Vorteile, aber auch entscheidende Nachteile. Zwar ist sie zum Seilausgeben sehr gut geeignet, hält man aber die Bremshand nicht fest am Bremsseil, rauscht das Seil beim Sturz schnell durch.
Ist der Kletterer deutlich schwerer als der Sichernde, muss der Sichernde zudem ein hohes Maß an Handkraft aufbringen, um einen Sturz zu halten. Dies ist insbesondere bei dünnen, neuen Seilen so. Das ATC XP von Black Diamond verfügt deshalb über zwei Modi: Regular Friction und High Friction mit einer dreifach höheren Bremswirkung.
Die Halbmastwurfsicherung ist nach wie vor eine gute und empfehlenswerte Form der Sicherung. Sie benötigt am wenigsten Material und kann für den Vorstieg und Nachstieg gleichermaßen eingesetzt werden, beim Alpin- wie beim Sportklettern. Jeder Kletterer sollte mit der HMS umgehen können, schon alleine deshalb, weil man sein Sicherungsgerät ja auch mal verlieren kann.
Und mit etwas Übung kann man mit der HMS sogar abseilen. HMS-Karabiner sind - je nach Ausführung - bereits ab 12 Euro
Wer ein Sicherungsgerät ersteht, sollte zusätzlich rund 20 Euro in die Hand nehmen und gleich einen passenden Karabiner dafür kaufen. Gut sind Karabiner, bei denen keine Querbelastung vorkommen kann. Da war lange Zeit der Belay Master von DMM der Einzige.
Inzwischen gibt es aber von Climbing Technology, Vaude und Black Diamond ähnliche Modelle, bei denen sich die Position der Anseilschlaufe und die des Sicherungsgerätes durch einen Bügel trennen lassen.
In der Halle wird mit Einfachseilen geklettert. Es spricht nichts dagegen, auch in der Halle mit dem Seil zu klettern, das man auch zum Felsklettern nutzt. Wer ausschließlich Indoor klettert, sollte über ein spezielles Kletterseil für die Halle nachdenken.
Ein Klettergurt gehört natürlich zur Grundausstattung. Gerade für Anfänger ist ein Modell zu empfehlen, das möglich bequem ist und viele Einstellmöglichkeiten hat. Viele Gurte gibt es auch in einer speziellen Damenversion.
Kletterschuhe für Genusskletterer müssen nicht so eng sein, dass man sich fast die Zehen bricht. Auf der anderen Seite müssen Einsteiger sich daran gewöhnen, dass Kletterschuhe eng sind. In zu weiten Schuhen hat man keinen Halt auf kleinen Tritten und kein Gefühl. In der Folge klettert man unsicher und wird nie dazu kommen, so viel Gewicht wie möglich auf die Füße zu übertragen.
Hier gilt es ein Zwischenmaß zu finden. Das hängt auch vom Schuh ab: Schuhe mit einer sehr weichen Sohle müssen enger gewählt werden, Schuhe die härter sind, braucht man nicht ganz so eng zu nehmen.
Zehn aktuelle Allround-Modelle haben wir hier für euch getestet.
Ein Seilsack erleichtert das Kletterleben. Und rettet es vielleicht sogar. Denn wer sich angewöhnt, das freie Ende fix in der dafür vorgesehenen Schlaufe zu verknoten, kann beim Ablassen schon mal den Fehler des zu kurzen Seiles mit fatalen Folgen nicht begehen.
Dass das Seilende beim Ablassen durchrutscht, weil das Seil zu kurz ist, kann bei richtiger Verwendung eines Seilsacks nicht geschehen. Das zweite Ende ist dann am Seilsack eingeknotet. Ansonsten dient der Seilsack vor allem zum Schutz vor Schmutz und zum Transport. Tipp: Darauf achten, dass man den Seilsack nicht zu klein wählt, das ist beim Einpacken des Seils ziemlich nervig.
Okay, die Ikea- Tasche ist in und manchmal ganz praktisch. Aber einen funktionellen Rucksack kann und sollte sie nicht ersetzen. Zum Sportklettern eignen sich spezielle Rucksäcke mit ca. 30 Liter Volumen. Wenn das Seil noch mit soll, auch gut 10 Liter mehr. Eine Aufteilung für diverse Ausrüstungsgegenstände erleichtert es, Ordnung zu halten, aber das ist ein Kann, kein Muss! Preis: ab ca. 80 Euro
Wer nicht nur in der Halle, sondern auch am Fels klettern will, sollte sich Expressen zulegen. In normalen wie alpinen Sportkletterrouten reichen in der Regel 10 bis 12 Stück aus. Wichtig: Die Expresse sollte mit einem geraden und einem gebogenen Drahtbügel- Karabiner (öffnet sich bei Felsanprall weniger leicht) ausgestattet sein, und die Schnapper-offen-Werte sollten größer als 10 kN sein.
Will man vom Sport- zum Alpinkletterer werden, kommt man irgendwann an den Punkt, wo mobile Sicherungsmittel wie Klemmkeile und -geräte notwendig werden. Vor dem Einsteigen in eine Tour bestmöglich darüber informieren, welche Größen benötigt werden. Dann trägt man nicht seine komplette Ausrüstung unnötig spazieren.
Anfängertipp: Erst einmal in einfachen, gut abgesicherten Routen die Handhabung üben oder gleich einen Kurs belegen!













