Standplatzschlingen sind Produkte, die es früher nicht gab. Versierte Alpinisten werden solche "Instant-Ausrüstung" nur müde belächeln. Aber wer sich mit dem Thema Standplatz einmal beschäftigt, wird schnell die Vorzüge von Standplatzschlingen erkennen.
Eine Standplatzschlinge ist zur Verbindung (mindestens) zweier Fixpunkte gedacht. Es gibt dazu zwei unterschiedliche Wege: Entweder die Schlinge hat feste Schlaufen, die in die Fixpunkte eingehängt werden. Oder man hat das Bandmaterial, das man mittels Mastwurf im Fixpunkt festmacht.
Der Zentralpunkt ist das Herz der Standplatzschlinge. Die Schlinge, die den Zentralpunkt bildet, sollte etwas steifer sein als das normale Bandmaterial. Dann fällt das Ein- und Ausklinken von Karabinern leichter. Auf der anderen Seite sollte das Material nicht zu steif sein, da es sonst beim Tragen über der Schulter stört.
Die Gesamtlänge der Standplatzschlinge sollte so sein, dass sie mit eingehängtem Karabiner im Zentralpunkt gut über der Schulter getragen werden kann. Denn das ist die schnellste und einfachste Version der Bedienung. Eine Längenverstellung bietet die Möglichkeit, sich die Gesamtlänge der Schlinge so einzustellen, dass es passt.
Man kann durchaus den Standpunkt vertreten: wenn Standplatzschlinge, dann bitte auch mit Längenverstellung. Denn dann muss der Nutzer nicht mal mehr einen Mastwurf beherrschen. Ob das eine sinnvolle Entwicklung ist, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest ist eine Standplatzschlinge mit Längeneinstellung die zu Ende gedachte Version des Produktes. Da dann keine Knoten mehr nötig sind (Schwächung des Materials), ist das ein weiterer Vorteil von Standplatzschlingen gegenüber normalen Bandschlingen.
Ganz dünnes Bandmaterial (ca. 8 mm) ist für Standplatzschlingen nicht sinnvoll. Etwas breiteres Material (11 - 15 mm) ist besser zu bedienen, Knoten lassen sich leichter lösen. Das geringe Mehrgewicht spielt dabei keine Rolle.