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Tiere der Alpen: Vom Alpensalamander zum Steinbock
Das vorwiegend monogam lebende Schneehuhn wird bis zu 40 cm groß und hat eine Lebenserwartung von etwa sieben Jahren. In der Eiszeit wanderten die Urahnen der Vögel aus der Arktis in den Alpenraum ein. Das Schneehuhn ist ein wahrer Tarnkünstler – im Winter ist es fast ganz weiß. Männchen tragen einen roten Hautlappen über dem Auge und haben einen schwarzen Streifen am Schnabel. Im Sommer wechselt das Federkleid Richtung graubraun bzw. rotbraun. Während das Schneehuhn in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, findet man in Skandinavien und Island noch relativ viele.
Einen Schneehasen in freier Wildbahn zu sehen, ist wirklich schwierig. Zum einen sind Schneehasen nachtaktive Tiere. Zum anderen trägt der Schneehase, wie der Name schon vermuten lässt, im Winter ein weißes Tarnkleid aus Fell. Im Winter wachsen ihm an den Pfoten dicke, buschige Borsten, die wie natürliche Schneeschuhe guten Halt im Schnee geben. Befindet sich ein Schneehase auf der Flucht, erreicht er kurzfristig Geschwindigkeiten bis 80 km/h.
15 Kilo können die bis zu einem Meter langen Hörner des Steinbocks wiegen. Sie sind das Markenzeichen des stolzen Hochgebirgsbewohners. Seine Verankerung in Mystik, Aberglaube und Brauchtum hätte ihn zu Beginn des 19. Jahrhunderts fast zum Aussterben verurteilt. Damals wurde quasi alles am Steinbock zu Medizin verarbeitet – besonders sein Herzknochen war heiß begehrt. Sein Überleben verdankt der geschickte Kletterer dem italienischen Königshaus Savoyen, das die verbleibenden 100 Tiere am Gran Paradiso 1821 unter Schutz stellte.
Lange Zeit litt der Bartgeier unter einem desaströsen Image. Er fresse Lämmer und raube Kinder, wurde ihm nachgesagt, was ihm den umgangsprachlichen Namen Lämmergeier einbrachte. Vollkommen aus der Luft gegriffen – der größte Greifvogel Europas ist ein reiner Aasfresser, genauer noch ein Knochenfresser. 80% seiner Nahrung besteht aus Knochen toter Vögel und kleiner Säugetiere. Zu große Knochen zerkleinert der Bartgeier, indem er sie aus großer Höhe auf Felsen fallen lässt.
Das charakteristische, schrille Pfeifen der Murmeltiere ist überall in den Alpen zu hören. Blickt man sich um, kann man die oft pummelig wirkenden „Wachposten“ mit den kleinen Ohren und dem kurzen Schwanz aufrecht auf ihren Hinterbeinen stehend beobachten. Mit dem Pfiff warnen sie Familienmitglieder vor drohender Gefahr. Zumindest in den Sommermonaten, denn die geselligen Tunnelbauer halten ab Oktober bis zu sieben Monate Winterschlaf. Im Jagdjargon werden die Männchen als Bär, die Weibchen als Katze und die Jungen als Affen bezeichnet.
Majestätisch gleitet der Steinadler auf der Suche nach Nahrung durch die Lüfte. Mit einer Flügelspannweite von mehr als 2 Metern und seinem hellbraun bis goldgelb leuchtenden Kopf ist er das Sinnbild von Kraft und Macht. Der Steinadler tötet seine Beute mit den kräftigen Zehen und Krallen in Bodennähe. Bis zu 7 Kilo bringen ausgewachsene Steinadler auf die Waage – seine Beutetiere, von Murmeltieren über junge Gämsen bis zu Steinbockkitzen, wiegen teilweise sogar bis zu 15 Kilo.
Die Gams ist der wahrscheinlich typischste Alpenbewohner. Man erkennt die Kletterkünstler sofort an ihrer charakteristischen Gesichtszeichnung: weiße Stirn, Wangen und Kinn mit dunkeln Streifen von der Oberlippe über die Augen bis zum Hornansatz. Gämsen sind perfekt angepasst an das Leben im Hochgebirge. Bis zu 2 Meter hoch und 6 Meter weit können Gämsen dank ihrer spreizbaren Hufe und der elastischen Sohlen in felsigem Gelände springen. In abschüssigen Hängen erreichen sie eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 50 km/h.
Oft bekommt man diese dämmerungsaktiven Tiere nicht zu Sicht. Die zur Familie der Lurche gehörenden Alpensalamander sind die einzigen ihrer Art im Hochgebirge und sehen aus, als wären sie mit schwarzem Lack überzogen. Der im Volksmund auch „Bergmandl“ genannte Alpensalamander kann bis zu 20 Jahre alt werden. Fühlt er sich bedroht, nimmt sein Körper eine s-förmige Krümmung an und scheidet ein giftiges Sekret aus.







