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Bergführer: 12 bemerkenswerte Fakten über die Entwicklung des Führerwesens
Ulrich Inderbinen aus Zermatt war der älteste aktive Bergführer der Welt. Das im Jahr 1900 geborene Schweizer Original stand 371 Mal auf dem Matterhorn, zum letzten Mal mit fast 90 Jahren! Mit 96 Jahren hing er Pickel und Steigeisen an den Nagel, acht Jahre später, 2004, starb er mit 104 Jahren!
Das Führerwesen entwickelte sich zuerst in Chamonix. Bereits um 1778 soll dort von einem "Doyen des Guides", einem Führer-Ältesten, die Rede gewesen sein. Bei diesem handelte es sich um den Vater des Montblanc-Erstbesteigers Michel-Gabriel Paccard.
Am 15.02.1969 gründetet der Erstbesteiger der Eiger-Nordwand Anderl Heckmair mit Bergsteigerkollegen den Verband Deutscher Ski- und Bergführer. 2019 feierte der Verein sein 50. Gründungsjubiläum.
In Deutschland gibt es etwa 597 Bergführer:innen. Nur etwa 180 von den derzeit ungefähr 450 aktiven Ausgebildeten sind hauptberuflich in der Vertikalen unterwegs.
Die Internationale Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) hat inzwischen 26 Mitgliedsländer – von Neuseeland über Bolivien bis Nepal – mit über 6000 Bergführer:innen.
Anfang der 1960er-Jahre war es so weit: Brede Arkless erhielt als erste Frau weltweit das internationale Bergführerdiplom. Die Engländerin (geb. in Manchester) widerlegte zudem das Bild, dass sich eine Bergkarriere und Mutterschaft ausschließen: Sie hatte 8 Kinder! Arkless starb tragisch mit 66 Jahren an Krebs. Nach der Diagnose radelte die Wahl-Neuseeländerin mehr als 150 Kilometer über hohe Gebirgspässe von ihrem Zuhause in Twizel zu einem Krankenhaus in Christchurch, nur um zu erfahren, dass ihr Krebs inoperabel war.
Erste deutsche Bergführerin ist Gudrun Weikert, die die Ausbildung 1986 erfolgreich abgeschlossen hat. Derzeit gibt es in Deutschland 18 Bergführerinnen (mit Laura Dahlmeier 19).
Gwen Moffat war die erste offiziell lizensierte Bergführerin der Welt. 1953 erhielt sie mit 29 Jahren das britische Diplom. Die extrem gute Alpinistin war eine Lebenskünstlerin. Wenn sie nicht führte, schlug sie sich als Gärtnerin, Zimmermädchen, Steuerfrau auf Segelschiffen, Bardame oder Kunstmodell durch.
Erster offizieller Bergführer Deutschlands war der Ramsauer Johann Grill, auch Kederbacher genannt. Auf sein Konto geht die Erstdurchsteigung der Watzmann-Ostwand zusammen mit dem Wiener Otto Schück im Jahr 1881. Die damalige Aufstiegsroute wird ihm zu Ehren "Kederbacher Weg“ genannt.
Das 1. Bergführermuseum der Welt steht in St. Niklaus im Schweizer Kanton Wallis.
Der Bergführer Kami Rita Sherpa aus Nepal ist der Weltrekordhalter am Mount Everest. Er hat den höchsten Berg der Erde bereits 30 Mal erfolgreich bestiegen, zuletzt im Mai 2024.
Bergführer ist ein staatlich geprüfter Beruf. Als "Azubis" geben angehende Bergführer etwa 10.000 Euro für ihre Ausbildung aus, so eine grobe Schätzung des VDBS (Verband Deutscher Berg- und Skiführer).











