1931 konnte als erstes der "letzten drei Probleme der Alpen" die 1.100 Meter hohe Nordwand des Matterhorns durchstiegen werden. Unter seinen pyramidenförmig angeordneten Flanken ist die Nordwand die abweisendste und unnahbarste. Den Münchner Brüdern Franz und Toni Schmid gelang am 1. August 1931 der Aufstieg über die inzwischen legendäre Schmid-Route auf den Gipfel. Die Lorbeeren für diese Leistung in Form einer olympischen Goldmedaille konnte Toni leider nicht mehr in Empfang nehmen: Er war kurz zuvor in der Nordwand des Wiesbachhorns tödlich verunglückt.
Die sieben Gipfel der Grandes Jorasses erheben sich über dem Leschauxgletscher im Montblanc-Massiv. Der höchste ist mit 4.208 Metern die Pointe Walker. Von dort fällt die Nordwand 1200 Meter fast lotrecht ab. Klettertechnisch ist sie die anspruchsvollste der großen Nordwände. Die erste Route in diesem Gemäuer gelang Rudolf Peters und Martin Meier 1935 auf die Pointe Croz. Heute ist die bekannteste Route der u. a. von Riccardo Cassin erstbegangene Walkerpfeiler.
Die Nordkante des Piz Badile ist eine der schönsten Kantenrouten der Alpen. Von ihr stürzt die Nordostwand atemberaubend in die Tiefe. 1937 gelang der Dreierseilschaft Riccardo Cassin, Vittorio Ratti und Gigi Esposito unter widrigsten Wetterbedingungen die Durchsteigung dieser Granitmauer. Riccardo Cassin meisterte die nach ihm selbst benannte "Via Cassin" noch weitere fünf Mal, das letzte Mal im Alter von 78 Jahren.
Die Nordwand der Großen Zinne ist mit 550 Metern der kleinste der sechs Klassiker. Ihre senkrechte bis überhängende Nordwand konnte erst 1933 von Emilio Comici und den Brüdern Giovanni und Angelo Dimai erstbestiegen werden. Ihr Begehungsstil mit zahlreichen technischen Hilfsmitteln löste eine regelrechte Stil-Diskussion aus. Um die Kritik zu entkräften, wiederholte Comici die Route 1937 mit minimalem Equipment und größtenteils seilfrei im Alleingang.
In den 1930er-Jahren missglückten viele Versuche an der Nordwand des Eiger, die ihr den Namen "Mordwand" einbrachten. 1800 Meter ragt sie gen Himmel. Der Durchstieg ist mit einer Länge von vier Kilometern einer der längsten und anstrengendsten der Alpen. Als Anderl Heckmair, Ludwig Vörg, Fritz Kasparek und Heinrich Harrer sie im Juli 1938 in vier Tagen durchstiegen, war das "letzte ungelöste Problem der Alpen" geknackt. Heute wird meist die Aufstiegsroute der Erstbesteiger – die Heckmair-Route – geklettert.
Die Westansicht auf Petit Dru und Grand Dru im Montblanc-Massiv ist bekannt. Die eher verborgene, schmale, aus brüchigem Granit bestehende Nordwand entzieht sich jedoch größtenteils neugierigen Blicken. 700 Meter fällt sie ab, mitten hindurch zieht sich ein nach dem Erstbesteiger Pierre Allain benannter, langer Riss. Einige der die Routen sind mittlerweile nicht mehr begehbar.