Eisklettern: Die häufigsten Anfängerfehler
Ein typischer Anfängerfehler beim Eisklettern sind hochstehende Fersen. Damit hebelt ihr euch im worst case selbst den Fuß weg. Deshalb gilt: Die Fersen hängen lassen!
Ein Seil für alles, oder ...? Wenig sinnvoll fürs Eisklettern ist euer Hallenseil, da nicht wasserabweisend. Mit imprägnierten Seilen erspart ihr euch einiges fluchen. Denn nasse Seile sind nicht nur schwerer, sondern können gefrieren und werden damit komplett unflexibel. Geschmeidiges, kraftsparendes Seilhandling? Fehlanzeige.
Apropos Seil: Eiskletter-Neulinge tun sich mit alten, aufgerauten Seilen keinen Gefallen. "Pelzige" Seile sind im Eis schwergängiger, da sie gerne Schnee- und Eiskristalle "einsammeln" und sich anschließend nur sperrig durch das Sicherungsgerät führen lassen. Das kostet Kraft und Nerven!
Ein weiterer typischer Anfängerfehler ist die falsche Technik beim Schlagen. Dabei gilt: Immer in konkave Strukturen wie Mulden und Vertiefungen schlagen. Konvexe Strukturen, also Hervorhebungen im Eis, meiden.
Tipp: In der letzten Phase des Schlagvorgangs aus dem Handgelenk und nicht aus der Schulter den Impuls setzen. Damit seid ihr präziser und kraftvoller! Zum Vergleich: Ahmt die Bewegung nach, wenn ihr daheim einen Nagel in die Wand schlagen wollt.
Wer im Vorstieg Kraft und Zeit sparen will, sollte auf Eisschrauben mit Kurbel setzen. Von Vorteil ist auch, wenn man sich ein einheitliches Set anschafft. So hängen die Eisschrauben sauber aufgereiht am Gurt und das Setzen geht insgesamt schneller.
Bei Steigeisen mit Bügeln solltet ihr unbedingt vor dem Kauf checken, ob ihr darin mit euren Bergschuhen festen Halt habt. Moderne Schuhe sind vorne tendenziell schlanker geschnitten, was bei großen Bügeln zum Rutschen und damit zu einem instabilen Stand im Eis führt.
Deshalb geht der Trend aktuell zu Steigeisen mit Körbchen, da der Halt nach unten, wo die Belastung stattfindet, gleich ist.
Eisgeräte beim Platzieren/Entfernen einer Zwischensicherung entweder am Gurt sichern oder in ausreichend Abstand zum Körper platzieren. So verhindert ihr, dass sich das Tool durch unvorhergesehene Bewegungen die Wand hinab verabschiedet.
Eigentlich gar nicht so viel anders als beim Alpin- und Sportklettern: Vergesst ihr vor dem Abziehen des Seils, den Bremsknoten zu lösen, kann das mit einer Blockade im steilen Gelände enden. Deshalb: Vor jedem Abziehen des Seils die Enden checken und Knoten lösen!
Das setzt wiederum voraus, dass ihr vor dem Abseilen Bremsknoten in die Seilenden gemacht habt. Basic, aber bei einem Sturz im Zweifel lebensverlängernd!
Achtet beim Ablassen eures Kletterpartners (z. B. in einem Eispark) bei der Verwendung der Halbmastwurfsicherung (HMS) darauf, dass das einlaufende Seil parallel zum auslaufenden Seil verläuft. Dadurch verhindert ihr nerviges "Krangeln". Oder verwendet einen Tuber, da ist die Krangelneigung deutlich geringer.
Zudem immer darauf achten, dass Seildurchmesser und Sicherungsgerät kompatibel sind.
Steigt nur mit scharfen Steigeisen in Routen ein! Das heißt, überprüft eure Front- und Vertikalzacken regelmäßig und schleift sie ggf., das gilt auch für auch Eisschrauben. Auch sie müssen regelmäßig nachgeschärft werden.
Tipp: Behaltet den Winkel der Zähne dabei möglichst exakt bei!









