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Matterhorn: Die Erstbesteigung 1865
Nicht nur schön, sondern mit 4478 Metern auch einer der höchsten Viertausender der Alpen.
Seine Besteigung galt lange Zeit als unmögliches Unterfangen. Aufnahme von 1910.
Bergführer und Gäste vor dem berühmten Hotel Monte Rosa, das der Begründer der Zermatter Hoteldynastie Seiler, Alexander Seiler, nach einem Umbau 1955 neu eröffnet hatte. Das 35 Betten umfassende Haus sollte bald zum bevorzugten Quartier für die Mitglieder des britischen Alpine Club werden. Kupferstich von Edward Whymper aus dem Jahr 1964.
Der junge britische Illustrator zeigte sich vom Matterhorn geradezu besessen. Acht Mal war Whymper an seinem Traumberg gescheitert, ehe ihm im neunten Anlauf endlich die Besteigung glücken sollte. Die Aufnahme von 1865 zeigt Whymper mit 25 Jahren.
Unter der Führung von Edward Whymper gelang am 14. Juli 1865 endlich der ersehnte Gipfelgang. Neben dem jungen Briten bestand die siebenköpfige Seilschaft noch aus dem Geistlichen Charles Hudson, den beiden Adeligen Lord Francis Douglas und Douglas Robert Hadow sowie den drei Bergführern Michel Croz (aus Chamonix) und Peter Taugwalder Vater und Sohn.
So hat Whymper den Augenblick seines größten Triumphes für die Nachwelt festgehalten.
Beim Abstieg passiert dann das Unglück: Über dem Bereich der sogenannten "Schulter" auf 4200 Meter reißt das Seil - und Croz, Hadow, Hudson und Douglas stürzen über die Nordwand ab. Das Matterhorn fordert seine ersten Toten. Bis 2015 werden rund 500 Menschen an dem Viertausender ihr Leben lassen. So viele wie an keinem anderen Berg in der Schweiz. Illustration von Paul Gustave Doré.
Das zerrissene Seil der Erstbesteiger kann bis heute im "Matterhorn-Museum" in Zermatt begutachtet werden. Jahrzehntelang ist darüber spekuliert worden, ob das Seil nicht doch von Vater Taugwalder oder sogar von Whymper selbst durchtrennt worden war. Dazu heißt es auf der Homepage von Zermatt: "Dank einer Nachbildung des Originalseils konnte 2007 festgestellt werden, dass entgegen anders lautender Gerüchte das Seil nicht zur Selbstrettung durchgeschnitten wurde. Die vom Museum in Auftrag gegebene Untersuchung bewies, dass es lediglich 300 Kilogramm halten konnte und somit zu dünn war, um vier abstürzenden Männern das Leben zu retten."
Der berühmte italienische Bergführer sollte im "Kampf ums Matterhorn" zur tragischen Figur werden. Ursprünglich von Whymper im Juli 1865 für dessen Seilschaft angeworben, entschied sich Carrel kurfristig dafür, seinen langjährigen Kunden, den italienischen Geologen und Ingenieur Felice Giordano, zu führen. Am 17. Juli 1865 erreichte Carrel in Begleitung von Jean-Baptiste Bich und Amé Gorret über den Liongrat den Gipfel des Matterhorn. Carrel musste sich damit begnügen, die erste Besteigung des Berges von der italienischen Seite geschafft zu haben. 15 Jahre später gelang dem Bergführer die Erstbesteigung des Chimborazo - zusammen mit Edwad Whymper!
Dass die Ereignisse um die Erstbesteigung ausreichend Stoff für ein Kino-Drama boten, hatten auch die junge Filmindustrie erkannt. 1928 schlüpfte Luis Trenker in dem Stummfilm-Klassiker "Der Kampf ums Matterhorn" in die Rolle von Jean-Antoine Carrel. Sechs Jahre später realisierte der Südtiroler als Regisseur und Hauptdarsteller mit "Der Berg ruft" eine erfolgreiche Neuverfilmung des Stoffes.
Whymper gelangte mit seiner "Heldentat" schlagartig zu internationaler Berühmtheit. Sein Erfolg am Matterhorn markierte gleichzeitig das Ende des sogennanten "Goldenen Zeitalter des Alpinismus". Alle großen Viertausender der Westalpen waren bis Ende 1985 bestiegen.
Nach seinem Erfolg am Matterhorn zog es Whymper nach Südamerika. 1880 gelang ihm zusammen mit seinem ehemaligen "Kontrahenten" die Erstbesteigung des Chimborazo in Ecuador. Bis zu seinem Tod im Jahr 1911 widmete sich der Brite verstärkt seiner Tätigkeit als Schriftsteller. Gedenktafel am Hotel "Monte Rosa" in Zermatt.
Das Grabmal von Vater und Sohn Peter Taugwalder auf dem Bergsteigerfriedhof der katholischen Pfarrkirche St. Mauritius in Zermatt.
Das Matterhorn entwickelte sich im Laufe der Jahre zur "Marke", die das Dörfchen Zermatt in aller Welt bekannt machen sollte. Plakat von 1908.
Der Touristenansturm sorgte auch für immer neue Bauprojekte in und um Zermatt. Handkoloriertes Glasdiapositiv um 1910.
Vorläufiger Höhepunkt der touristischen Entwicklung war die Inbetriebnahme der Gornergratbahn im Jahr 1898.
Wintersportler am Hotel Riffelhaus 1956.
Zermatt im Jahr 1964.
Auch die Hörnlihütte, 1880 erstmals erbaut und in der Folgezeit mehrmals umgebaut und erweitert, konnte von Jahr zu Jahr mehr Gäste verzeichnen. Aufnahme von 1959.
Die gut zweistündige Wanderung von der Bergstation Schwarzsee zur wohl bekanntesten Bergsteigerunterkunft der Westalpen gehört bis heute zum Pflichtprogramm für jeden halbwegs sportlichen Zermatt-Besucher.
Mancher Gast freut sich schon unbändig darüber, heil auf der Terrasse des "Belvédère" angekommen zu sein.
Für manch andere wird der Abstieg nochmal zur echten Herausforderung.
Für die, die bleiben, wird die Nacht in der Regel recht kurz: Matterhorn-Aspiranten und ihre Bergführer beim Frühstück auf der Hörnlihütte.
Erste Vorbereitungen für den großen Komplettumbau.
Während der Neu- und Umbauarbeiten im Jahr 2014 blieb die Hörnlihütte geschlossen.
Unterhalb der Hörnlihütte wurde eine provisorische Zeltstadt errichtet, das "Matterhorn Base Camp". In der Hauptsaison, Juli bis September, starteten die Bergführer 2014 von hier mit ihren Gästen.
Eine Übernachtung mit Halbpension schlug mit 150 CHF zu Buche.
Die für rund acht Millionen CHF umgebaute und erweiterte Hütte nahm am 01. Juli 2015 wieder ihren Betrieb auf.
Bob Ross hätte es auch nicht schöner hinbekommen!
Aufnahme am Riffelsee.































