Namenspatron des höchsten Berges der Welt

01. Dezember 1866: Sir George Everest gestorben

Am 1. Dezember 1866 starb Sir George Everest in London – ohne den höchsten Berg der Erde, der heute seinen Namen trägt, je selbst gesehen zu haben. Dennoch wurde der walisische Geodät zu einer prägenden Figur der Vermessungsgeschichte und zu einem der bekanntesten Namensgeber der Welt.

01. Dezember 1866: Sir George Everest gestorben
© Picture Alliance

George Everest: Vom jungen Kadetten zum führenden Vermessungsingenieur Britisch-Indiens

Im Alter von 16 Jahren kam Everest als junger Kadett in die britische Kronkolonie Indien, die für ihn zur zweiten Heimat wurde. Aufgrund seiner mathematischen Fähigkeiten wurde er schon bald im Vermessungswesen eingesetzt, wo er als Geodät schnell eine herausragende Karriere machen sollte.

Mit nur 16 Jahren kam George Everest als Kadett in die britische Kolonie Indien, ein Schritt, der sein Leben bestimmen sollte. Seine außergewöhnlichen mathematischen Fähigkeiten machten ihn schon früh für das Vermessungswesen wertvoll. Schnell entwickelte sich Everest zum bedeutendsten Geodäten seiner Zeit.

<p>Sir George Everest</p>

Sir George Everest

© Wikimedia.org

1818 wurde er zum Assistenten von William Lambton berufen, dem Leiter der gewaltigen „Großen Trigonometrischen Vermessung Indiens“. Dieses Projekt hatte das Ziel, den gesamten indischen Subkontinent mit nie dagewesener Präzision zu kartieren. Nach Lambtons Tod im Jahr 1823 übernahm Everest die Leitung des Mammutprojekts und führte es über Jahrzehnte zum Erfolg.

Ehrungen, Adelstitel und ein Name, der in die Geschichte eingeht

Für seine Leistungen als Surveyor General of India erhielt Everest höchste Auszeichnungen. Fünf Jahre vor seinem Tod wurde er sogar in den Adelsstand erhoben. Doch seine größte und bis heute bekannteste Ehrung verdankt er einem seiner Nachfolger: Andrew Scott Waugh.

Waugh schlug der Royal Geographical Society im Jahr 1856 vor, den bis dahin als "Peak XV" bezeichneten Himalaya-Gipfel "Mount Everest" zu nennen – als "ewiges Andenken an den Meister der präzisen geographischen Forschung". Der Vorschlag wurde angenommen, auch zur Freude des Namenspatrons selbst.

<p>Everests Grab in Hove.</p>

Everests Grab in Hove.

© The Voice of Hassocks/commons.wikimedia.org

Als der Gipfel im 19. Jahrhundert erstmals vermessen wurde, gingen die britischen Vermesser von einer Höhe von 8840 Metern aus. Heute gilt offiziell eine Höhe von 8848 Metern. Je nach Messmethode variieren die Angaben leicht. Sicher ist: Der höchste Berg der Erde trägt seit 1865 den Namen eines Mannes, der ihn nie betreten und nie gesehen hat, aber dennoch für immer mit ihm verbunden bleibt.

Hier erfahrt ihr alles über Triumphe und Tragödien am höchsten Berg der Erde:

Aus der Besteigungsgeschichte des höchsten Bergs der Erde
Mount Everest: Erfolge und Tragödien

Klickt euch durch unsere Fotogalerie mit der Besteigungsgeschichte des höchsten Bergs der Welt!

Text von Holger Rupprecht

2 Kommentare

Kommentar schreiben
Jürgen

Everest gehört auch zu den Kolonialherren. Für mich gehört der Gipfel längst umbenannt! Diese Welt hat mehr verdient als Kolonialismus!

Michi

Der Mount Everest ist nicht der größte Berg der Welt!