Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson gelang Megaprojekt

14. Januar 2015: Alpingeschichte am El Capitan - erster freier Durchstieg der Dawn Wall gelingt

Die beiden US-Kletterer Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson träumten seit Jahren von der ersten freien Begehung der "Dawn Wall" auf der Ostseite des El Capitan. Vor elf Jahren, am 14. Januar 2015 ist es ihnen nach vielen langen Tagen harter Kletterarbeit in der Wand tatsächlich gelungen.

14. Januar 2015: Erster freier Durchstieg der Dawn Wall
© picture alliance / ZUMAPRESS.com

In 19 Tagen durch die Wand

Am 27. Dezember 2014 begannen Caldwell und Jorgeson ihr Werk am El Capitan. 19 Tage lang arbeiteten sich die beiden Spitzenkletterer die "Dawn Wall" hinauf, um ihren Traum von der ersten freien Begehung der als "unmöglich" geltenden Route endlich wahr werden zu lassen. Am 14. Januar 2015 erreichten die beiden schließlich den Gipfel des riesigen Fels-Monolithen El Capitan.

<p>Zug um Zug: Kevin Jorgeson in der "Dawn Wall". </p>

Zug um Zug: Kevin Jorgeson in der "Dawn Wall".

© facebook./Tommy-Caldwell/Corey Rich

32 Seillängen an der fast 1000 Meter hohen Granitwand mit messerscharfem Gestein lagen hinter den beiden. Jorgensen und Caldwells Route weißt durchweg hohe Schwierigkeitsgrade auf, individuelle Seillängen werden mit einer Schwierigkeit bis zu 5.14d (UIAA: X+) bewertet. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, etwas zu vollenden, dem man sich jahrelang mit Haut und Haar verschrieben hat", sagte Kevin Jorgeson nach dem Triumph.

Hier haben wir zahlreiche Bilder des Projekts für euch gesammelt:

Eine neue Dimension des Freikletterns

<p>Endlich oben: Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson. </p>

Endlich oben: Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson.

© Adidas Outdoor

Auch Alexander Huber gratulierte aus der Ferne. Gegenüber Stefan Nestlers Blog sagte er: "Die Route ist mit Sicherheit die schwierigste alpine Felsroute weltweit. In dieser Hinsicht gibt’s nur eines zu sagen: Hut ab, großartige Leistung!"

Und Ueli Steck würdigte die Begehung in einem Interview mit der Online-Ausgabe der Basler Zeitung gar als "neue Dimension des Freikletterns."

Die Begehung geriet auch zum Medienspektakel. Die Netzgemeinde war bei der Pionier-Leistung der Kletterer live dabei. Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson mögen sich dem Geist der großen Yosemite-Pioniere aus den 1950er und 60er-Jahren verpflichtet fühlen, in Sachen Social Media posteten sie den Stand der Dinge mit Text, Bild und Video via Facebook, Twitter und Co. in die Welt.

<p>Auch der damalige US-Präsident Barack Obama würdigte die Leistung der beiden Kletterer.</p>

Auch der damalige US-Präsident Barack Obama würdigte die Leistung der beiden Kletterer.

© Twitter

In Deutschland berichteten neben "Bild", "FAZ" und "Spiegel" auch die "Tagesthemen" und die "Heute"-Nachrichten. Der prominenteste Gratulant kam aus dem Weißen Haus. Sein Name: Barack Obama.

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Text von Holger Rupprecht

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