Ab Ende Januar in ausgewählten Kinos

Neuer Film: The Last Expedition über Alpinistin Wanda Rutkiewicz

Sie war eine Pionierin: Die polnische Alpinistin und Höhenbergsteigerin Wanda Rutkiewicz wagte sich als eine der ersten Frauen an die höchsten Berge der Welt. Im Alpinstil und solo bestieg sie mehr als einen Achttausender. "The Last Expedition" rekonstruiert ihr Leben, ihre Leistungen –und ihr Verschwinden. Der Filmstart ist am 30. Januar 2025 und läuft in ausgewählten Kinos.

Neuer Film: The Last Expedition über Wanda Rutkiewicz
© Seweryn Bidzinski/commons.wikimedia.org

Neuer Film: The Last Expedition

Wanda Rutkiewicz hat als erste Frau weltweit die höchsten Gipfel der Welt bezwungen. Wanda betrat die Männerwelt der Hochgebirge und zahlte dafür den höchsten Preis. Dreißig Jahre nach dem Verschwinden von Wanda Rutkiewicz begibt die Regisseurin Eliza Kubarska sich auf Spurensuche und bereist dafür den Himalaja. Hinweise für die Suche findet sie in einem mysteriöse Audiotagebuch der Protagonistin, das in einem Stapel von Archivmaterial gefunden wird.

<p>Neuer Film: The Last Expedition über Wanda Rutkiewicz</p>

Neuer Film: The Last Expedition über Wanda Rutkiewicz

© RiseandShine Cinema

Und immer wieder trifft sie auf Menschen, die glauben vor langer Zeit der großgewachsenen, charismatischen Frau begegnet zu sein. Und selbst in verborgenen tibetischen Klöstern halten die Nonnen es für möglich, sie einmal gesehen zu haben. Wanda selbst ist durch eine Fülle an Originalmaterial präsent. Die Ausnahme-Bergsteigerin hat zahllose Interviews gegeben, selbst Filme gedreht, Bücher geschrieben und ein Audio-Tagebuch geführt.

Die Erzählungen ihrer Schwester und ihrer Managerin vervollständigen das Bild. Ihr letzter Weggefährte, der mexikanische Bergsteiger Carlos Carsolio und sogar einige von Wandas polnischen Gegenspielern kommen im Film zu Wort. Reinhold Messner würdigt die Leistungen dieser außergewöhnlichen Frau. Eliza Kubarska gelingt ein vielschichtiges Portrait einer faszinierenden und eigenwilligen Bergsteigerin, deren größter Fehler es war, ihren männlichen Bergsteigerkollegen überlegen zu sein.

Wanda Rutkiewicz: Erste Frau in der Eiger-Nordwand

Rutkiewicz, am 4. Februar 1943 im litauischen Plunge als Wanda Blaszkiewicz geboren, stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Mathematisch hochbegabt, schrieb sie sich im Alter von 16 Jahren an der Technischen Universität Breslau ein, um dort Elektronik und Maschinenbau zu studieren. Während ihrer Uni-Zeit kam die spätere Diplom-Ingenieurin erstmals mit dem Klettern in Kontakt.

<p>Wanda und Ehemann Kurt.</p>

Wanda und Ehemann Kurt.

© RiseandShine Cinema

1973 führte Rutkiewicz eine polnische Frauenseilschaft erfolgreich durch die Eiger-Nordwand, was bis dato noch keiner Alpinistin im Winter gelungen war. 1975 gelang ihr die Erstbesteigung des 7952 Meter hohen Gasherbrum III, 1978 folgte die erste Winterbegehung der Matterhorn-Nordwand durch ein Frauenteam und, als vorläufige Krönung ihrer steilen alpinistischen Karriere, der Gipfel des Everest, den Rutkiewicz als dritte Frau überhaupt sowie als erste Europäerin erreichen konnte.

Wanda Rutkiewicz: 1992 am Kangchendzönga das letzte Mal leben gesehen

Achttausender Nummer neun sollte der Ausnahmebergsteigerin jedoch zum Verhängnis werden. Rutkiewicz bereitete sich gerade auf eine harte Biwaknacht auf 8300 Metern vor, als der mexikanische Höhenbergsteiger Carlos Carsolio das letzte Mal Kontakt mit ihr hatte. Vor 30 Jahren, am 12. Mai 1992, wurde Wanda Rutkiewicz das letzte Mal auf 8300 Meter Höhe lebend gesehen – bei ihrem dritten Versuch, den 8586 Meter hohen Kangchendzönga zu besteigen.

Zu einem Abstieg war die ehrgeizige Polin, die an diesem 12. Mai 1992 weder Schlafsack, Kocher noch Verpflegung bei sich hatte, nicht zu bewegen gewesen. "Ich habe nichts gegen die Vorstellung, in den Bergen zu sterben. Die meisten meiner Freunde sind dort und warten auf mich." Seither gilt die Pionierin des modernen Frauenalpinismus als vermisst.

<p>Wanda Rutkiewicz begann erst mit 21 Jahren mit dem Sportklettern.</p>

Wanda Rutkiewicz begann erst mit 21 Jahren mit dem Sportklettern.

© Wikimedia.org

Während die einen überzeugt sind, Wanda sei abgestürzt, sind andere sicher, dass sie sich in ein verborgenes tibetanisches Frauenkloster auf der Rückseite des Kangchendzönga zurückgezogen habe. Denn in ihren Tagebüchern finden sich Hinweise auf eine große Sehnsucht nach innerem Frieden, einer tiefen Erschöpfung, nicht von der Anstrengung am Berg, sondern von den endlosen Kämpfen um Respekt in der Bergsteigergemeinschaft und der tiefen Trauer um ihren dritten Ehemann Kurt, der Liebe ihres Lebens.

Der Filmstart ist am 30. Januar 2025 und läuft in ausgewählten Kinos. Alle Termine unter: riseandshine-cinema.de/portfolio/the-last-expedition/.

1 Kommentar

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MIROSLAV

She IS GREAT. This woman deserves a MEGA RESPECT. ??????