Neue Studie: Gletscherschmelze noch schneller als bislang gedacht@(zwischenHeadlineTag)>
Wie das Forschungspapier in der renommierten Zeitschrift "Nature" offenlegt, sind die Zahlen mehr als beunruhigend: Pro Jahr verschwinden derzeit rund 273 Milliarden Tonnen Eis im Nirwana. Mit dieser Menge an Trinkwasser könnte die Weltbevölkerung 30 Jahre ihren Wasservebrauch decken. Trauriger Spitzenreiter des weltweiten Gletscherrückgangs sind die Alpen. Nirgends sonst auf der Erde ging laut der Forschungsergebnisse seit dem Jahr 2000 so viel Eismasse verloren.

Allgegenwärtiges Beispiel: Die Pasterze, Österreichs größter Gletscher, verlor von 2022 bis 2023 203 Meter Länge.
Seit der Jahrtausendwende sind in Summe etwa fünf Prozent des Gesamtvolumens aller Gletscher weltweit abgeschmolzen. Das klingt erstmal nicht nach viel, schaut man jedoch auf lokale Unterschiede, kommen die Alpen auf satte 40 Prozent verlorenes Eis. Zur Relation: Ohne die Eisflächen Grönlands und der Antarktis bedecken die Gletscher weltweit rund 705.200 Quadratkilometer.
Jährlich verschwinden davon laut der Studienerkenntnisse rund 273 Milliarden Tonnen, das entspricht etwa dem Volumen des Bodensees. Mit dieser Menge Süßwasser könnte man jedem Mensch auf der Erde über 30 Jahre lang täglich drei Liter Wasser zur Verfügung stellen.
Warum schmilzt das Eis immer schneller?@(zwischenHeadlineTag)>
Grund für die steigenden Zahlen ist die beschleunigte Abschmelze des "ewigen" Eis: Flossen zwischen 2000 und 2011 noch etwa 314 Milliarden Tonnen Eis ab, waren es zwischen 2021 und 2023 mit 273 Milliarden Tonnen 36 Prozent mehr. Damit geht sehr viel kostbares Trinkwasser einfach verloren. Auch für Flüsse und Seen hat das Konsequenzen:
"In den europäischen Alpen haben wir die Abflussspitze schon überschritten, unsere Gletscher werden den Flüssen also immer weniger Wasser liefern", erklärte Mit-Studienautor Tobias Bolch (Uni Graz) dem Standard. Und fügt an: "Dieser stabilisierende Effekt geht zunehmend verloren."
Was bedeuten die Zahlen für die Alpen?@(zwischenHeadlineTag)>
Während die letzten verbliebenen Gletscher Deutschlands in den nächsten zehn Jahren verschwunden sein werden, gehen Experten in Österreich zur Mitte des Jahrhunderts von eisfreien Bergen aus. Gegenmaßnahmen? Laut der Studienergebnisse in den Alpen mittlerweile zwecklos. Die vergleichsweise niedrige Lage macht die dortige Natur für die gestiegenen Temperaturen besonders sensibel.
"Unsere Beobachtungen und Modelle zeigen, dass Massenverluste der Gletscher nicht nur weitergehen, sondern wahrscheinlich zunehmen werden", wagt Projektmanager und Glaziologe Samuel Nussbaumer in einer Pressemitteilung der Universität Zürich den Ausblick. "Das unterstreicht die Notwendigkeit, Treibhausgasemissionen und die damit verbundene Erderwärmung zu reduzieren."

Blankeis-Reste ist am nördlichen Schneeferner: 2022 wurde dem Eisfeld an der Zugspitze der Gletscherstatus aberkannt.
Über die veröffentlichte Studie@(zwischenHeadlineTag)>
Die Daten wurde von Forscherinnen und Forschern der Gletscher-Beobachtungsstelle "World Glacier Monitoring Service" (WGMS), der Universität Edinburgh und der Forschungsgruppe Earthwave koordiniert und erhoben. Die Teams führten u. a. Feldmessungen und Satellitendaten zusammen. Neben dem in Köln ansässigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt waren 34 weitere Teams beteiligt.
Die Studie hat zentral den globalen Gletscherschwund mit regionalen Unterschiede untersucht, wobei die Gletschermassenänderungen von 2000 bis 2023 nachvollzogen wurden. Die veröffentlichten Erkenntnisse sind das Ergebnis einer umfassenden, mehrjährigen Auswertung von insgesamt 450 Datenquellen.

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