Neues Konzept ab Sommer 2025: Heinrich Schwaiger Haus wird vegetarisch@(zwischenHeadlineTag)>
"Die Entscheidung ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie", schreiben die Betreibersektionen München und Oberland bei Social Media. "In der letzten Saison haben wir das Umweltgütesiegel für den Betrieb unserer Alpenvereinshütte im Nationalpark Hohe Tauern erhalten, außerdem sind wir Teil von 'So schmecken die Berge' und beziehen vorwiegend regionale Produkte – und nun gehen unsere Hüttenwirte Kerstin Heimberg und Åke Thamer den nächsten Schritt."
Für Wirte und Sektion ist die Umstellung am hochalpinen Standort ein "logischer Schritt" und "eine effektive Maßnahme, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern". Vorteile sehen Wirte und Sektionen zudem in unkomplizierteren Transportbedingungen und der leichteren Einhaltung der Kühlkette.
Das schreiben die Hüttenwirte zu ihrer Entscheidung:
"Eine schmackhafte und nachhaltige Küche liegt uns am Herzen! Deshalb bieten wir dir in unserem Heinrich-Schwaiger-Haus ein ausschließlich vegetarisches und veganes Speiseangebot an. Egal, ob du bei uns übernachtest oder als Tagesgast vorbeischaust – bei uns findest du köstliche Gerichte, die nicht nur deinem Gaumen Freude bereiten, sondern auch im Einklang mit der Natur stehen. [...] Lass dir unsere traditionellen sowie kreativen Gerichte schmecken, die die Vielfalt und die Qualität regionaler Produkte widerspiegeln."
Die Reaktionen auf die Ankündigung falschen gemischt aus: Während auf Facebook viele User Kritik üben, sind die Reaktionen bei Instagram überwiegend positiv. In den vergangenen Jahren hatten sich immer mehr Alpenvereinshütten für ein fleischfreies Angebot entschieden, darunter die Neue Regensburger Hütte im Stubaital und die Franz Fischer-Hütte in den Radstädter Tauern. Letztere war die alpenweit das erste Schutzhaus mit rein vegetarischem Angebot.
Touren vom Heinrich Schwaiger Haus@(zwischenHeadlineTag)>
Das Heinrich Schwaiger Haus (2802 m) ist ein hochalpiner Stützpunkt im Nationalpark Hohe Tauern und Stützpunkt u.a. für die viertägige Tauerntour und das Große Wiesbachhorn (3564 m), den dritthöchsten Gipfel der Glocknergruppe. Für Alpinistinnen und Alpinisten besonders interessant ist der Anstieg über den Kaindlgrat.


19 Kommentare
Kommentar schreibenDer ökologische Fußabdrücke von Sojabohnen kann es definitiv nicht sein,der ist grottenübel.
Ich ernähre mich überwiegend vegetarisch, auch auf den Hütten. Aber auf eine Zwangsbeglückung reagiere ich allergisch. Daher werde ich um Heinrich Schwaiger Haus einen großen Bogen machen.
Wie so oft bei ähnlichen Konstellationen so auch hier: Man muss sehr viel Energie darauf verwenden um mitzuteilen, dass man Etwas nicht macht. Aus der Beobachterperspektive lädt das nur zum lauten lachen ein.
Grundsätzlich habe ich kein Problem mit vegetarische Essen auf Hütten, Fleisch muss nicht immer und überall sein. Mich stören nur öffentlichkeitswirksam vorgetragene moralische Zeigefinger. Kocht's doch was ihr auf eurer Hütte kochen wollt, aber macht's kein so Bohei darum.
Es ist aber ein entscheidender Unterschied, ob man zu etwas gezwungen wird, oder ob man ein bestimmtes Essen nicht bekommt. Genau wie es die freie Entscheidung eines Wirtes ist, was er anbietet, steht es natürlich auch jedem frei, dort einzukehren oder woanders. Oder, wie gesagt, sich noch selber ein paar zus. Würstel mitzunehmen.
das sind keine guten Nachrichten. Für mich ist es bevormundend und auch diskrimierend, wenn ich zu einem bestimmten Essen gezwungen bzw mir etwas vorenthalten wird. So würde vermutlich auch jeder Vegetarier argumentieren, der zu fleischhaltigem Essen gezwungen wird. Werde solche Hütten privat und mit meinen Gruppen nicht mehr besuchen.
Die Kühlkette als Argument ist aber auch an den Haaren herbeigezogen. Käse und Milch etc. müssen schließlich auch gekühlt werden.
Es geht doch mehr darum, dass es gerade die erwähnten Linsen und Kidney-Bohnen aus der Dose erheblich besser und billiger zu lagern sind. Wie sagte doch die Wirtin einer für die Kulinarik hochgelobten Hütte doch zu meiner Frau, als diese statt Kohl lieber etwas weniger treibendes als Beilage gehabt hätte: "Da müsste ich ja eine andere Dose aufmachen!"
Schade, aber gibt ja zum Glück noch genügend normale Hütten
Eine Reduzierung des Angebots als Fortschritt zu verkaufen, hat nicht der DAV erfunden. Das gab es schon in so manchen Facetten.
Letztlich wird nur das überwertige Ziel, das den Mangel adelt, ausgetauscht. Der Mangel wird nur neu verpackt. Er soll - unter welchem Vorwand auch immer - mit dem Gefühl verknüpft werden, durch Verzicht ein besserer, überlegener Mensch zu sein.
Nicht mehr die Nachfrage steuert das Angebot wie in einer freien, demokratischen Marktwirtschaft, sondern das Angebot wird top-down wie in einer totalitären Planwirtschaft verordnet.
Selbstverständlich wird hier den Kunden eine bestimmte Ernährungsweise - verbunden mit einer politischen Botschaft - aufgezwungen. Dem Kunden bleibt nur, sich der Ideologie zu unterwerfen oder ein anderes Ziel/ eine andere Hütte anzusteuern.
Würden mich die Hüttenwirte nicht mit ihrer Ideologie belästigen, hätte ich wahrscheinlich vorbeigeschaut und - wenn es mich angesprochen hätte - auch ein vegetarisches Gericht gewählt. Wenn es rein um die Attraktivität und Qualität des Essens gegangen wäre und nicht um eine politische Botschaft.
Solange das Wiesbachhorn für mich noch als Tagestour zu schaffen ist, werde ich die Hütte links liegen lassen.