Lumina is born!

Simon Gietl gelingt anspruchsvolle Solo-Erstbegehung am Wildgall

Nach zahlreichen Erfolgen und Rekorden innerhalb weniger Tage meldet sich auch Ausnahmealpinist Simon Gietl zu Wort: Pünktlich zu Ostern gelang dem Südtiroler eine anspruchsvolle Solo-Neutour am Wildgall!

Simon Gietl gelingt anspruchsvolle Solo-Erstbegehung am Wildgall 
© Simon Gietl

Erlebnisbericht zur Erstbegehung von "Lumina" oder: Ein wilder Tag am Wildgall

Simon Gietl schreibt über seine Erstbegehung:

Der erste Versuch am 10. April scheiterte früh: Nach etwa 50 Metern zwang mich starker Wind zur Umkehr. Doch das Projekt ließ mich nicht los. Zwei Tage später, am 12. April, stand ich um 4:30 Uhr erneut am Parkplatz – diesmal bei windstillem, leicht bewölktem Wetter. Durch den Materialdepot am Wandfuß war der Rucksack leicht, und ich kam gut voran.

<p>Geschafft: Simon Gietl nach der letzten Seillänge!</p>

Geschafft: Simon Gietl nach der letzten Seillänge!

© Simon Gietl

Die Linie, die ich mir ausgesucht hatte, wirkte fast zu logisch: Eine steile, markante Verschneidung zog sich durch den Nordostpfeiler – genau mein Stil. Die Mixed-Kletterei war fordernd, aber durchgehend mit Friends solide absicherbar. Dennoch: Einige lose Schuppen verlangten volle Aufmerksamkeit. Besonders im zentralen Wandbereich krachten immer wieder Steine von oben in die Wand – ein deutliches Warnzeichen, warum diese Tour nur bei kalten Temperaturen gemacht werden sollte.

Trotz aller Konzentration und Anspannung fühlte ich mich im Flow. Ein paar Haken und ein Pecker blieben zurück, doch die Linie lässt sich größtenteils bestens mit kleinen friends absichern. Als ich etwas nach halb eins mittags auf dem Gipfel stand, war ich überglücklich – alleine, umgeben von Stille und Sonnenschein. Ich gönnte mir eine kurze Pause, ließ den Blick schweifen, und sog den Moment in mich auf.

Der Abstieg über die Südseite verlief reibungslos: Zwei 30-Meter-Abseiler, dann weiter entlang der Route "Seltene Erden", die ebenfalls abgeseilt wurde. Ein großartiger Tag – mit einer Linie, die sich einfach richtig angefühlt hat. "Lumina" war geboren.

Die Rahmendaten: Über "Lumina"

"LUMINA" – M7 A0 (Erstbegehung):

  • Wildgall – Nordostpfeiler | Erstbegehung: 12.04.2025

  • Kletterlänge: ca. 300 m | Absicherung: Friends, 3 Haken, 1 Pecker (belassen)

  • Materialempfehlung: 0, 0.1, 0.2, 0.3 sowie zwei Serien Friends bis #2, ein #3, Schlingen

  • Zustieg: ca. 2,5 h vom Parkplatz

  • Hinweis: Nur bei kalten Temperaturen begehbar – erhöhte Steinschlaggefahr bei Wärme!

  • Route und Abstieg: Die Route folgt einer markanten, logischen Verschneidungslinie durch den Nordostpfeiler des Wildgalls. Die Mixed-Kletterei bietet abwechslungsreiche und solide mit Friends absicherbare Passagen – stellenweise ist jedoch auf lose Schuppen zu achten. Im zentralen Wandbereich kommt es regelmäßig zu Steinschlag aus höher gelegenen Bereichen. Drei Haken sowie ein Pecker wurden bei der Begehung belassen. Abstieg über die Südseite: Zwei Abseilstellen (je ca. 30?m), danach Abstieg entlang der Route "Seltene Erden" (ebenfalls abseilen).

<p>"LUMINA" am Wildgall-Nordostpfeiler</p>

"LUMINA" am Wildgall-Nordostpfeiler

© Simon Gietl

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