Historischer Alpinerfolg

16. Mai 1975: Junko Tabei steht als erste Frau auf dem Gipfel des Mount Everest

Sie bewies allen Kritikern das Gegenteil: Am 16. Mai 1975 erreichte die japanische Bergsteigerin Junko Tabei als erste Frau den Gipfel des Mount Everest. Ein Meilenstein der Alpingeschichte.

16. Mai 1975: Junko Tabei steht als erste Frau auf dem Gipfel des Mount Everest
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16. Mai 1975: Junko Tabei steht als erste Frau auf dem Gipfel des Mount Everest

Hätte sie 1949 im Alter von zehn Jahren nicht durch einen Ausflug mit Schulfreunden zum Vulkan Nasu-dake das Bergsteigen für sich entdeckt, hätte gewiss eine andere den Mount Everest als Erste erreicht. Doch die zierliche junge Frau aus Japan hatte Feuer gefangen, bald schon galt sie als eine der besten Kletterinnen Japans. Während ihrer Studienzeit gründete Tabei mit Eiko Miyazaki, Michiko Sekita und Yoshiko Wakayama 1969 den "Joshi-Tohan Club", einen Bergsteigerverein für Frauen.

Das Ziel: Eine Expedition auf einen Achttausender. Im März 1970 brach die "Japanese Women‘s Annapurna Expedition" schließlich mit neun Teilnehmerinnen auf und feierte am 19. Mai den ersten Erfolg am Gipfel der Annapurna III. Schon bald rückte daraufhin der Mount Everest ins Blickfeld der Alpinistinnen. Nach akribischer jahrelanger Vorbereitung, harten Trainings und Sponsoringsuche brach die damals 36-Jährige zum Mount Everest auf.

<p>Junko Tabei 1975 am Mount Everest.</p>

Junko Tabei 1975 am Mount Everest.

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Weitere Expeditionserfolge folgen!

Ohne sich um die Kritik an ihr als "schwächliche Frau" beirren zu lassen, brach sie gemeinsam mit ihrem ausschließlich weiblichen Team über die Route der Erstbesteiger in Richtung Gipfel auf. Dabei wurde das gesamte Lager 2 von einer Lawine begraben, wie durch ein Wunder überlebten alle – und setzten ihren Aufstieg fort. Am 16. Mai 1975 erreichte sie aufgrund der knappen finanziellen Mittels als Erste und Einzige des Teams den Gipfel auf 8848 Metern.

<p>Stürmischer&nbsp;Empfang&nbsp;nach&nbsp;dem&nbsp;Everest-Erfolg:&nbsp;Junko Tabei schließt&nbsp;ihre&nbsp;damals&nbsp;dreijährige&nbsp;Tochter&nbsp;wieder&nbsp;in&nbsp;die&nbsp;Arme.</p>

Stürmischer Empfang nach dem Everest-Erfolg: Junko Tabei schließt ihre damals dreijährige Tochter wieder in die Arme.

© IMAGO / Kyodo News

Es blieb nicht bei diesem zweiten Erfolg: 1981 erreichte Tabei als erste Frau die Shishapangma (8027 m), es folgten Carstenz Pyramid (4884 m) und Elbrus (5642 m). Schließlich konnte die Alpinistin im Jahr 1992 als erste Frau alle Seven Summits als abgehakt erklären. Sie setzte sich in den Folgejahren stark für Frauenförderung im Alpinismus ein und war Vorsitzende des Himalayan Adventure Trust of Japan.

Im Jahr 2012 wurde bei Tabei Krebs festgestellt, woran sie am 20. Oktober 2016 verstarb. Nur wenige Monate vor ihrem Tod hatte sie noch ein leztes Mal den Gipfel des Fujiyama (3010 m) erreicht.

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Text von Lubika Brechtel

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