Rettungseinsatz bei Neuschnee, stürmischem Wind und schlechter Sicht@(zwischenHeadlineTag)>
Am 17. Mai 2025 kam es am beliebten, aber häufig unterschätzten Alpenvereinsteig (Schwierigkeit A/B) im Großen Höllental erneut zu einem Rettungseinsatz. Wie die Bergrettung Reichenau berichtet, handelte es sich bereits um den sechsten Einsatz auf diesem Steig in diesem Jahr – ein trauriger Rekord, wie die Einsatzkräfte selbst feststellen.
Alarmiert wurde die Ortsstelle gegen 10:55 Uhr. In der Erstmeldung war von zwei Erwachsenen und einer unbekannten Zahl an Kindern die Rede, die im oberen Bereich des Steigs im Schnee feststeckten und nicht mehr weiterkonnten. "Die Witterung und die Länge des Klettersteigs wurden – wie auch bei den bisherigen Einsätzen – unterschätzt“, heißt es in der Mitteilung der Bergrettung.
Winterliche Verhältnisse am Klettersteig@(zwischenHeadlineTag)>
Tatsächlich herrschten auf etwa 1500 bis 1600 Metern Höhe winterliche Bedingungen: Neuschnee, stürmischer Wind und schlechte Sicht erschwerten die Situation. Die Kontaktaufnahme mit den betroffenen Personen war nach der Alarmierung zunächst nicht mehr möglich. Umgehend wurde eine großangelegte Rettungsaktion gestartet.
Neben 18 Bergretterinnen und Bergrettern der Ortsstelle wurden auch die Alpinpolizei, die Flugpolizei sowie mehrere Suchteams aktiviert. Ein Trupp wurde per Rax-Seilbahn auf das Plateau gebracht, um von oben in den Steig einzusteigen. Ein Suchflug des Polizeihubschraubers blieb zunächst erfolglos – Nebel und Schneefall verhinderten eine Ortung aus der Luft.
Erst ein Boden-Team konnte nach rund 25 Minuten Aufstieg zwei polnische Staatsbürgerinnen auffinden: Zwei 20-jährige Frauen, die ohne Klettersteigset, warme Kleidung oder adäquate Ausrüstung unterwegs waren. Sie wurden umgehend versorgt und schließlich zum Einstieg des Steigs abgeseilt.
Appell der Bergrettung: Tourenplanung und adäquate Ausrüstung@(zwischenHeadlineTag)>
In der abschließenden Mitteilung appellierte die Bergrettung eindringlich an alle Bergsportlerinnen und Bergsportler: "Touren nur mit entsprechender Planung unternehmen. Dazu gehören die Wetterprognose, die Planung des Weges oder eine adäquate Ausrüstung.“
Der Alpenvereinssteig in der Rax@(zwischenHeadlineTag)>
Der Alpenvereinssteig (AV-Steig) vom Großen Höllental zum Ottohaus wurde bereits 1910 eröffnet und zählt somit zu den ältesten Klettersteigen überhaupt. Der Klassiker in der Rax-Schneeberg-Gruppe ist (schnee- und eisfrei!) verhältnismäßig einfach (A/B, 1-). Aufgrund seiner Länge, exponierter Passagen und da die Route nur abschnittsweise gesichert ist, erfordert der Steig eine gute Kondition sowie alpine Erfahrung. Ein Klettersteigset, festes Schuhwerk und ein Helm sind Grundvoraussetzungen für eine sichere Begehung.





3 Kommentare
Kommentar schreibenAllen Möchtegern Alpinisten, die sich hier wieder aufspielen und glauben, entscheiden zu dürfen, wer in die Berge darf und wer nicht, gehört wegen mangelhafter sozialer Kompetenz das Internet gesperrt.
Die Klettersteige werden angelegt, damit Touristen kommen. Allerdings zieht man halt auch Leute an, die vom Bergsteigen keine Ahnung haben. Und so kommt es eben zu all diesen Einsätzen. Bei Mehrseillängenrouten ist die Hemmschwelle, in eine solche einzusteigen, für unerfahrene Bergtouristen viel höher. Aber wenn ich natürlich den zurückgehenden Wintertourismus durch massentaugliche „Sportklettersteige“ auffangen möchte, brauche ich mich nicht aufregen, wenn der Hubschrauber im Dauereinsatz ist. Lösung: Keine neuen Klettersteige mehr. Sollens doch wandern gehen oder das Klettern gscheid lernen.
Es ist nun mal so, dass wenn ein Klettersteig als A/B gezeichnet wird, dieser auch in der Suchliste von weiniger erfahrenen Klettersteiggeher auftaucht. Klettersteige sind leider oft falsch gekennzeichnet, sie werden als familienfreundlich geworben und vermitteln ein falsches Sicherheitsgefühl. Das sollte man villeicht überdenken und die Kennzeichnungen anpassen. Das weiss ich aus eigene Erfahrung und ich habe schon ein Paar alpine Hochtouren hinter mich. Trotzdem wurde ich selten so böse überrascht wie auf Klettersteige. Nutzer können leider nichts mehr als sich vorher gründlich zu informieren.