Starker Durchstieg: Lara Neumeier klettert "Silbergeier" Rotpunkt@(zwischenHeadlineTag)>
Dreieinhalb Tage Vorbereitung, mehr brauchte Lara Neumeier nicht, um die Mehrseillänge zu knacken. Die Wiederholung gelang ihr Rotpunkt am 10. Juni 2025, damit ist die Allgäuerin nach Nina Caprez (2011) und Babsi Zangerl (2013) die erst dritte Frau, der dieser Erfolg gelungen ist.
Neumeier machte in den Vorjahren mehrfach von sich reden, als sie u. a. im Yosemite mehrere anspruchsvolle Bigwall-Klassiker, z. B. El Niño am El Capitan, abhaken konnte. Zuletzt war ihr der 26-jährigen erste Frauenbegehung der Trad-Route "Psychogramm" (8b+) gelungen.
"Silbergeier – was für eine Route. Scharf, technisch und wunderschön"@(zwischenHeadlineTag)>
Gegenüber planetmountain erklärte Neumeier: "Ich habe Silbergeier Anfang Mai zum ersten Mal versucht. Dreieinhalb Tage lang habe ich mich langsam durch die Route gearbeitet; ich habe die Abläufe herausgefunden und mich an den technischen, plattenartigen Stil gewöhnt. [...] Ich habe die ersten vier Seillängen miteinander verbunden, aber die Schlüsselstelle nie geschafft und die letzte Seillänge kaum beachtet.
Dann kamen drei Wochen schlechtes und unbeständiges Wetter. Ich nutzte die Zeit, um mich auszuruhen, etwas Kraft zu tanken und mich mental und körperlich vorzubereiten. Als ich endlich zurückkam, dachte ich: Vielleicht. Doch am Tag zuvor hatte alles das Gegenteil angedeutet. Ich hatte gerade meine Periode bekommen, eine sündhaft teure Autoreparaturrechnung erhalten und einen Anruf von Freunden bekommen, die einen wichtigen Griff in der Schlüssellänge abgebrochen hatten.
Dann – nur wenige Kilometer vor dem Parkplatz – hatte mein Auto wieder eine Panne. Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, ob ich es überhaupt bis zur Wand schaffen würde. Aber irgendwie ging es. Der Tag begann langsam: Ich fühlte mich müde, nicht ganz da. Die erste Seillänge war hart – voller Kraftaufwand – aber ich schaffte es. Und dann änderte sich etwas. Ich begann, mich konzentriert und präzise zu bewegen.
Als ich die Schlüsselseillänge erreichte, änderte ich die Abfolge – und obwohl am Vortag ein wichtiger Griff gebrochen war, funktionierte mein Beta-Griff immer noch. [...] Tief durchatmen. Und schaffte es. Eine letzte Seillänge blieb noch. Knifflige und boulderige Passagen. Ich brauchte etwas Zeit, um sie zu verstehen, gab alles – und schaffte es bis zum Gipfel! Silbergeier – was für eine Route. Scharf, technisch und wunderschön. Manche Tage erinnern einen daran, dass es nicht auf perfekte Bedingungen oder perfektes Timing ankommt – es geht darum, trotzdem da zu sein und alles zu geben."
Über die Route "Silbergeier"@(zwischenHeadlineTag)>
Seit ihrer Erstbegehung im Jahr 1993 gilt Beat Kammerlanders "Silbergeier (8b+) an den Kirchlispitzen als eine der anspruchsvollsten Mehrseillängen der Alpen. Es dauerte nicht lange und die Route genoss aufgrund ihres technischen Schwierigkeitsgrades, ihres anspruchsvollen Charakters und ihrer markanten Lage einen legendären Ruf. Die Tour fordert in ihren sechs Seillängen eine Mischung aus körperlicher Kraft und mentaler Präzision ein.
Die "leichteste" Länge hat die Schwierigkeit 7a+, die Schlüssellänge wartet mit 8b+ auf. "Silbergeier" ist Teil der "Alpentrilogie", die die schwierigsten Mehrseillängen im Alpenraum umfasst. Neben der Linie im Rätikon gehören "End of Silence" (8b+, Thomas Huber) in den Berchtesgander Alpen und "Des Kaisers neue Kleider" (8b+, Stefan Glowacz) im Wilden Kaiser zu diesem Triumvirat.



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