Einsatz an der Fleischbank

Nach Knieverletzung gerettet: Notruf im Wilden Kaiser

Am 5. Juli 2025 geriet eine Seilschaft nach einer Klettertour im Wilden Kaiser in Bergnot. Die beiden mussten von der Bergrettung per Hubschrauber gerettet werden.

Blick vom Stripsenkopf hinüber Predigtstuhl, Totenkirchl und Fleischbank. Rechts die Ellmauer Halt.
© IMAGO / imagebroker

08. Juli 2025 | Korrektur des Geretteten

Update: Am 08. Juli hat sich einer der beiden Kletterer bei uns gemeldet und um Richtigstellung gebeten. Die Seilschaft sei keineswegs orientierungslos gewesen, die Kletterin hatte sich am Knie verletzt. Dies hatte den Einsatz nötig gemacht. "Wir haben die absolut richtige Entscheidung getroffen", sagte uns der Begleiter der Verletzten. "Wir wollten den Bericht nur nicht so stehenlassen".

07. Juli 2025 | Notruf im Wilden Kaiser

Bereits am frühen Morgen waren die 40-Jährige und ihr sechs Jahre älterer Seilpartner in die "Via Classica" (V) auf die Fleischbank (2187 m) im Wilden Kaiser eingestiegen. Nachdem die Seilschaft erst in den Abendstunden den Ausstieg der Route erreicht hatten, sahen sie sich mit einem Problem konfrontiert: Sie fanden den Weg zur Abseilpiste zum Ellmauer Tor und zurück zur "Strips" (Stripsenjochhaus) nicht.

Nach erfolgloser Suche alarmierte das orientierungslose Duo auch wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit gegen 17:20 Uhr die Bergrettung. Aufgrund der nahenden Dunkelheit zogen die Retter den Polizeihubschrauber Libelle Tirol hinzu. Das Rettungsteam konnte beide Kletterer mittels Taubergung aufnehmen und zur Fischbachalm fliegen. Dort wurden sie von weiteren Kräften der Bergrettung bereits erwartet.

Ein hinzugezogener Notarzt stellte fest, dass beide Kletterer unverletzt waren. Im Einsatz standen laut Polizeibericht die Bergrettung St Johann in Tirol, eine Streife der Polizei Erpfendorf, die Alpine Einsatzgruppe der Polizei Kitzbühel sowie der Polizeihubschrauber Libelle Tirol.

Über die Via Classica auf die Fleischbank (2187 m)

Die "Via Classica" ist wie ihr Name schon verrät, ein Kletterklassiker auf der Nordseite des Wilden Kaisers. Mit Schwierigkeiten bis V und teils steilen Passagen lässt die Route die einfachen Kaiserrouten hinter sich. Über 15 Seillängen führt die Via Classica vom Einstieg unterhalb des Stripsenjochhauses über Risse, Wasserrillen und durch Kamine zum Ausstieg am Gipfelgrat. Die Route ist nicht plaisirmäßig mit Bohrhaken bestückt, Orientierungsvermögen und Sichern im alpinen Gelände sind deshalb Grundvoraussetzungen.

Auch sollte man die knapp 620 Meter lange Kletterei zeitlich nicht unterschätzen. Wer bereits die ersten Längen nicht zügig bewältigt, sollte umkehren oder nach Seillängen acht zum leichteren, aber alpinen Normalweg aussteigen. Keine Route für Anfänger und instabiles Wetter!

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