Zugspitze: Einsatzserie der Bergwacht Grainau@(zwischenHeadlineTag)>
Die Bergwacht Grainau berichtet in einer Pressemeldung von drei aufeinanderfolgenden Einsätze an der Zugspitze in der Woche ab dem 20. Juli 2025, die volles Engagement von Mannschaft und Material forderten – darunter zwei Hubschraubereinsätze und eine Rettung unter erschwerten Wetterbedingungen.
Erschöpfte Kletterer in der Route "Eisenzeit"@(zwischenHeadlineTag)>
Am Sonntagabend (20. Juli 2025) wurden die Einsatzkräfte gegen 20 Uhr von der Integrierten Leitstelle Oberland alarmiert. Zwei Kletterer hatten im Ausstieg der Route Eisenzeit am Zugspitzmassiv erschöpft die Orientierung verloren. Noch vor Einbruch der Dunkelheit konnten die beiden von zwei Bergrettern gemeinsam mit dem Rettungshubschrauber "Christoph Murnau" lokalisiert und sicher ins Tal gebracht werden.
Orientierungslosigkeit und Panik im Nebel des Höllentalferners@(zwischenHeadlineTag)>
Am Mittwoch (23. Juli) ereignete sich gegen 15 Uhr der nächste Einsatz. Zwei Bergsteiger hatten auf dem Höllentalferner bei dichter Nebelbank die Orientierung verloren. Einer der beiden geriet in Panik, was die Situation zusätzlich erschwerte.
Zwei Bergretter flogen bis zur Wolkengrenze, stiegen von dort rund 400 Höhenmeter zu den beiden Betroffenen auf und sicherten sie am Seil. Gemeinsam stiegen alle bis in tiefergelegene, flugtaugliche Regionen ab, wo der Rettungshubschrauber "Christoph Murnau" die Gruppe aufnehmen und ins Tal bringen konnte. Insgesamt dauerte der Einsatz rund drei Stunden und erforderte acht Einsatzkräfte sowie die Hubschrauberbesatzung.
Wetterumschwung erschwert Rettung auf dem Gletscher@(zwischenHeadlineTag)>
Keine 24 Stunden später, am Donnerstag um 14 Uhr, wurde die Bergwacht erneut alarmiert. Eine Bergsteigerin war kurz vor dem zweiten Klettersteig im Höllental auf dem Gletscher ausgerutscht und hatte sich leicht verletzt. Aufgrund tiefhängender Wolken und Regen war eine direkte Rettung per Hubschrauber zunächst nicht möglich. Nach sorgfältiger Wetter- und Risikobewertung wegen möglicher Gewitter fuhren fünf Bergretter mit der Seilbahn zur Zugspitze und begannen den Abstieg durch den Klettersteig.
Am Unfallort angekommen sicherten sie die Verletzte und ihren Begleiter und führten beide über den Gletscher talwärts. Im Bereich des "Bretts" lichtete sich die Wolkendecke kurzzeitig – diese Gelegenheit nutzte die Crew von "Christoph Murnau" für eine rasche Evakuierung aus der Luft. Insgesamt waren bei diesem achtstündigen Einsatz sieben Bergretter im Einsatz.
Empfehlungen der Bergwacht Grainau@(zwischenHeadlineTag)>
Die Bergwacht Grainau empfiehlt allen Bergsteigerinnen und Bergsteigern grundsätzlich und besonders in der aktuell instabilen Wetterlage, sich vor der Tour ausführlich mit dem Wetterbericht zu beschäftigen, und bittet darum, "nicht nur die Piktogramme anzuschauen, sondern besonders auch den Text zu lesen und zu verstehen". Während der Tour sollte das aktuelle Wetter mit der Vorhersage abgeglichen, Abweichungen neu bewertet und rechtzeitig eine Umkehr erwogen werden.
Zudem ergänzt die Bergwacht bezüglich der aktuellen Bedingungen an der Zugspitze und speziell zur Lage am Höllentalferner: "Der Gletscher ist blank, Grödel/Spikes/etc. sind nicht ausreichend, es werden definitiv (eingestellte) Steigeisen, Pickel und evtl. ein Seil benötigt."



4 Kommentare
Kommentar schreiben@Uwe: zum Umkehren gehört aber schon ein gerüttelt Maß an Schneid, Mut, Selbstvertrauen und das sehe ich bei vielen heutigen Wanderern und Bergsteigern eher nicht so stark bis gar nicht ausgeprägt. Ich sag mir immer, dort wo ich hochgestiegen bin, dort sollte ich auch wieder eigenständig absteigen können. Wenn du allerdings Monate im Voraus deinen Bergurlaub planst, dann ist halt insb. bei den diesjährigen Wetterkapriolen etwas schwierig die Füße still zu halten. Bergaufenthalte buche ich daher nur wenige Tage oder Wochen vorher, alleine um so Szenen zu vermeiden.
Ganz schlimm finde ich, die Touristen, die in Birkenstockschuhen oder Flipflops aus den Reisebussen steigen und auf den Berg hoch müssen!
Irgendwie scheint bei manchen Touristen im Urlaub auch der gesunde Menschenverstand auf Reisen zu sein. Offensichtlich trennen sich Hirn und Mensch. Sonst würde man nicht pausenlos lesen, dass Wanderer in Turnschuhen, oder Flipflops oder Sandalen vom Berggipfel gerettet werden mussten!
So viele, die wegen der Selbstüberschätzung ihr Leben gelassen haben. Unglaublich, wie viele Menschen in den letzten beiden Monaten verunglückt sind! Und sie werden nicht weniger, die Touris!
Das häufigste Problem ist die Sturheit macher Bergwanderer (Bergsteiger?). Sie haben die Tour geplant, die Hütte gebucht und dann muss es sein. Wenn die Bedingungen augenscheinlich nicht so gut sind, genügen wenige andere, die auch zur Tour aufbrechen und man folgt wie in einer Herde. Denn, was der andere macht, wird schon passen.
Es fehlt die kritische Analyse, das zusammensetzen aller Bedingungen, eine gewisse Redundanz aber vor allem fehlt es an dem Mut, auch in einer Gruppe zu sagen, dass die Bedingungen insgesamt zu schlecht sind für die Tour. Man (Mann) will nicht als Weichling gelten, der Schiss hat.
Auch auf einer Tour scheint umkehren kaum eine Option zu sein, schon gar nicht als Gruppe. Da liegt die Wurzel vieler Rettungseinsätze.
Ich weiß aus Erfahrung, dass die Berge nicht weglaufen, die sind noch lange da. Und wenns heute nicht sein soll, dann komm ich ein anderes mal wieder.
Passts besser auf euch auf!
Und, Wetter Apps können auch mal irren, der Blick in den Himmel hilft ungemein.
Ist das Wetter heutzutage so unberechenbar, oder sind Bergsteiger so ehrgeizig, dass sie ihre Wunschtour bei jedem Wetter absolvieren wollen?
Wäre es nicht ohnehin nicht mal Zeit, an den Startpunkten (Parkplätzen) deutlich darauf hinzuweisen, welche Kosten im Falle einer „Blokkierung“ zu tragen sind und dass unvorsichtiges Verhalten auch die Bergretter gefährdet?
Oder nützt eine Ampel: Grün = schönes Bergwetter, Orange = Wetter beachten, Rot = Bergtouren dringend abzuraten.
Wie vermitteln wir Bergsteigern/Touristen Demut, Respekt und gesunden Menschenverstand? Damit Bergretter nur noch dann gebraucht werden, wenn etwas wirklich unerwartet schiefgeht!