Plastik, Zelte, Fäkalien: Nepals Berge versinken im Müll@(zwischenHeadlineTag)>
Nepal will die Müllbeseitigung am Mount Everest und anderen markanten Bergen des Himalaya systematischer als bisher in Angriff nehmen und die steigende Zahl der Kletterer möglichst deckeln. Dazu veröffentlichte die Regierung in Kathmandu jetzt eine auf fünf Jahre angelegte Strategie in Form eines "Aktionsplans, um die Berge sauber zu halten" (2025-2029).
Es wäre das erste Mal, dass eine Obergrenze für die Zahl der zugelassenen Kletterer an den Hauptbergen in Nepal eingeführt wird. Konkrete Angaben, wie dieses Ziel im Zuge der neuen Kampagne umgesetzt werden soll, wurden jedoch zunächst nicht gemacht. Für die diesjährige Hauptsaison im Frühjahr hatten die nepalesischen Behörden 468 Genehmigungen für die Besteigung des 8848 Meter hohen Everest erteilt.
Ausgenommen davon sind Bergführer aus der Region. Für die Herbstsaison gab es bloß vier Zulassungen für die Besteigung des höchsten Bergs der Erde. In Nepal befinden sich acht der 14 Berge, die mehr als 8000 Meter hoch sind:
Müllbeseitigung als dringliche Aufgabe@(zwischenHeadlineTag)>
Aus Sicht Nepals ist die Beseitigung des Mülls, der sich in den vergangenen Jahren in den höheren Regionen der Berge und der sogenannten Todeszone angesammelt hat, eine dringliche Aufgabe. Zu den Abfällen gehört vor allem Plastik, aber auch leere Sauerstoffflaschen, Konserven, zurückgelassene Zelte, Kleidung, Aluminiumleitern, Kletterseile sowie menschliche Fäkalien zählen dazu.
Einzelne Aufräumkampagnen der nepalesischen Behörden, der Armee sowie von Verbänden gibt es schon seit Beginn der 2000er Jahre. Doch brachten diese Aktionen keine dauerhafte Lösung. Die jetzt geplanten Maßnahmen seien ein Schritt in die richtige Richtung, sagte der Vermesser, Bergsteiger und Himalaja-Experte Khimlal Gautam in Kathmandu. Doch hänge viel davon ab, "wie effektiv sie eingeführt werden".
Die neue Strategie sieht vor, dass bestehende Regeln, die Abfallmengen zu kontrollieren, besser umgesetzt werden. Seit 2011 müssen die Kletterer etwa mindestens acht Kilogramm Abfall pro Person auf dem Weg nach unten mitbringen. Nun sollen sie unter anderem an Orientierungsprogramm zu den Aufräumkampagnen im Himalaya teilnehmen und die wieder mitgebrachten Abfallmengen von den Bergen dokumentieren.



8 Kommentare
Kommentar schreibenHallo Gustav, ja, Sie haben Recht, wir (und der Everest und alle Berge) können froh sein, nicht so zu sein. Mich hat - aber bitte nicht wortwörtlich nehmen - der Beefeater am meisten umgehauen, als ich die leeren Flaschen sah, hatte ich meinen (un)sinnigen Kommentar schreiben müssen. Unglaublich, was am Berg so alles verzehrt wird...
Nur eine Sache, auch der gute Hillary ist vermutlich nicht nur wegen der Naturerlebnisse dort hoch, einer seiner berühmten Aussprüche war ja "Well, we knocked the bastardxxx off!" (was diese Party-Schar leider veranlasste, die wortwörtliche Übersetzung hinsichtlich Beefeater etc. zu übernehmen: "Wir haben den Bastardxxx weggehauen"). Seine (berechtigte) Hauptintension war, dort hochzukommen und nicht das Betrachten der hübschen Eiskristalle usw.
Tina-Marie - das habe ich mir auch gedacht und geschrieben; bei Preisen zwischen 30-100.000 Dollar sollten die Veranstalter/Verkäufer dieser Leckereien dazu verpflichtet werden.
Was die eher unangenehmen Rückstände anbelangt, da Menschen einen Verdauungstrakt haben und die Veranstalter somit dieser Tatsache gerecht werden müssen, sollten die nicht nur "Ice-Doctors" einsetzen, sondern auch "Faeces-Doctors". Da genug Geld in dieser Sache fließt, sehe ich nichts Verwerfliches an meinem Vorschlag.
Entschuldigen Sie also mein Mitteilungsbedürfnis, lieber Gustav, manchmal habe ich so Anwandlungen, am Berg schweige ich eher, (a)soziale Medien benutze ich auch nicht. Ich wünsche Ihnen und allen weiterhin schöne Erlebnisse in dieser grandiosen Welt und immer eine gesunde Rückkehr, Ihr Bruno
PS Ich mußte die drei "xxx" an das Wort anfügen, da dieses richtig wiedergegebene Zitat angeblich "unerlaubte Wörter" enthält
Es wird soviel Geld aufgewendet, diese Menschen bezahlen gutes Geld damit andere ,sie mit hinauf schleppen samt allem was man braucht.Ich würde vorschlagen die Müllentsorgung+ Sauerstoffflaschen gleich in den Preis mit einzukalkulieren.
Menschen haben den Respekt vor der Natur komplett verloren!
Es ist schade das man überhaupt darauf aufmerksam machen muss.
Dieses unflätige Verhalten fängt schon beim Hochtourenmilieu hier in den Alpen an. Wer Müll in die Berge nimmt und diesen nicht wieder runter ins Tal schleppt wie ich das seit Jahrzehnten mache, ist für mich eine Umweltsau. Und ja, neben den Beefeater oder Bierflaschen kann man auch die Sauerstoffflaschen oder den eigenen Kot wieder nach unten tragen! Die Überwachung ob die Hochtouristen ihren Kot wieder mit nach unten nehmen wäre doch eine passende Aufgabe für so Besserwisser wie den Neidhammel der dem Reinhold seine Gipfel nicht gönnen kann.
@Bruno;: das dürften Partys von Egomanen sein, die dann... Zitat Südtiroler Bergführer: "von den Sherpas nach oben getragen oder geschoben werden". Das hat nichts mit Liebe zur Natur zu tun sondern ist schlicht und ergreifend nur die Egomanie von Partypeople mit starkem Mitteilungsbedürfnis. Seien wir doch froh, nie so sein zu können!
@Nepal: setzt endlich mehrjährige Haftstrafen für die ekligen Umweltsäue aus dem Ausland um. Dann erledigt sich das von ganz allein. Oder das Gebiet paar Jahre komplett sperren für Touristen/Umweltsäue.
Na ja, sind halt Umweltsäue. Sehe ich aber auch öfter auf Gipfeln in den Alpen, dass da ganze Batterien an Bierdosen nicht wieder mit nach unten genommen werden können. Verstehe ich überhaupt nicht so was, egal ob Himalaya oder Alpen. Wer Müll mit in die Berge nimmt, soll ihn auch bitte wieder mit nach unten nehmen, v.a. wenn die Dosen leicht und leer sind. Für die ganz Faulen, dann mietet euch halt mehrere Träger, die euren Dreck wieder mit nach unten schleppen. Das Bild oben mutet nach Partyexzessen an. Gott wird es richten!
Ach lecker Beefeater, am Ballermann oder in Ischgl beim Apres Ski sieht es nicht anders aus.
Als ich eben alpin.de öffnete bin ich zuerst wegen des Fotos erschrocken - woher hatte die Redaktion ein altes Foto von einem wüsten Gelage in unserer Studenten-WG??? 2 leere Flaschen Beefeater (wobei wir selbst als arme Studenten so einen Fusel nicht sof...), leere Wodka- und Weinflaschen, leere Nusspackungen, Bohnendosen etc. etc. Dazu in übermäßiger Menge, die wir damals als junge Menschen mit vielen Feiernden nicht wegputzen konnten. Nachdem mir nach einem kurzen Moment klar wurde, daß der Redaktion kein Foto meiner Jugendsünden zugestellt wurde, mußte ich vor Neid erblassen, da es die Jungs da oben besser krachen lassen als wir damals. (Kein) Unsinn beiseite; ich bin natürlich höchst verwundert, was alles "Bergsteigernahrung" ist, oder brauchen die diese Mittel zur Überwindung von Angst? Oder für eine After-Party, nach dem sie sich dort hochschleppen ließen? Sei es. Anständige Menschen nehmen ihren Müll wieder mit zurück (wie wir auch damals nach einer wüsten Feier aufräumten). Wobei in diesem Zusammenhang die Frage angebracht ist, ob die Veranstalter, die ja dick absahnen, nicht dafür haftbar sind? Da ich (ohne es zu wissen) davon ausgehe, daß diese diese "Aufputschmittel" dort im Rahmen von "all inclusive" hochtransportieren lassen; ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß mein verehrter Reinhold dort mit einer Flasche Beefeater hochlief und diese nach dem leeren in angeheitertem Zustand auf den Gletscher warf.
Was den "Fünf-Jahres-Plan" anbelangt, so bin ich da auch kritisch, zwar geht dieser nicht genau aus dem Text hervor, aber mit einem Blick auf die Geschichte klappten diese "5er Pläne" nicht immer optimal. Eher im Gegenteil.
Eine Idee hätte ich noch - irgendwo die "höchste Müllkippe der Welt" aufschütten, mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden der "Süd-, Nord- Ost- und Westwand" und die Leute, die gerne (Geschwindigkeits-)Rekorde jagen (und sich gern abends einen Beefeater etc. reinlöten), würden sich dann diesem höchsten (Müll-)Punkt der Erde zuwenden und dadurch würde Everest & Co. entlastet werden. Für mehr Ideen immer zu haben, Bruno