Zwei Skitourengeher sind am Sonntag im Rofangebirge nur knapp einem Lawinenunglück entkommen. Einer der beiden Männer wurde von einer Schneebrettlawine erfasst und mitgerissen, blieb jedoch unverletzt. Die beiden Österreicher im Alter von 23 und 26 Jahren waren am 11. Januar 2026 auf Skitour unterwegs. Ihre Route führte von Maurach über die Erfurter Hütte und weiter über die Grubascharte in Richtung Rofanspitze.
Auf einer Höhe von rund 2135 Metern kam es beim Queren eines etwa 35 Grad steilen Hanges zu dem Lawinenabgang. Im kammnahen, stark eingewehten Bereich löste sich eine rund 30 Meter breite Schneebrettlawine. Der 23-Jährige wurde von den Schneemassen rund 75 Meter mitgerissen, konnte jedoch rechtzeitig den Lawinenairbag seines Rucksacks auslösen. Er blieb teilverschüttet, zog sich jedoch keine Verletzungen zu.
Der Mann konnte sich selbstständig befreien und setzte anschließend einen Notruf ab. Da er bei dem Lawinenabgang seine gesamte Tourenausrüstung verloren hatte, wurde er mit dem Notarzthubschrauber "Heli 3" nach Maurach ausgeflogen. Sein 26-jähriger Begleiter wurde von der Lawine nicht erfasst. Zum Unfallzeitpunkt war oberhalb der Waldgrenze Gefahrenstufe 2 auf der Lawinenskala ausgegeben.

Die Skitour auf die Rofanspitze (2259 m)@(zwischenHeadlineTag)>
Die Skitour auf die Rofanspitze (2.259 m) im Rofan ist eine mittelschwere Skitour unweit des Achensees. Der Aufstieg wird häufig von Maurach oder vom Bereich der Erfurter Hütte gestartet und führt über meist sanftes Gelände hinauf zum Gipfel. Lediglich der obere Abschnitt hat in einer langen Hangquerung und dem Gipfelanstieg kurz alpinen Charakter. In Verbindung mit der Rofanseilbahn ist der Gipfel ein attraktives Ziel für eine kurze Skitour mit vergleichsweise wenigen Höhenmetern im Aufstieg und einer ausgedehnten Abfahrt.
Aus lawinentechnischer Sicht ist die Tour nicht zu unterschätzen. Mehrere der Abfahrtsvarianten verlaufen in steilen Expositionen. Voraussetzung für eine sichere Begehung sind deshalb stabile Schneeverhältnisse, insbesondere der südseitige Gipfelhang ist lawinenanfällig und bei ungünstigen Bedingungen oft stark vereist. Bei ausreichender Zeit und passenden Verhältnissen bietet sich auf dem Rückweg zusätzlich die Möglichkeit, die Seekarlspitze mitzunehmen.

3 Kommentare
Kommentar schreibenUnsere österreichischen Nachbarn haben die Lawinenlage für den 11.01.2026, abgesehen vll. von den westlichen Ostalpen, grenzgenau zu Deutschland grundsätzlich eine LW-Stufe freundlicher beurteilt (das lässt sich in den Reporten für jenen Tag online ohne Weiteres nachvollziehen), was interessant ist und - naturgemäß - im Vergleich zu Bayern grds. nicht richtig sein kann, d.h., entweder waren die Deutschen zu streng (hier neigt man m.E. sehr zur Übervorsicht/-fürsorge) oder die Tiroler mglw. etwas zu lässig.
Schon möglich. Bei uns in der Schweiz ist eine 3- ausgegeben. Altschneeproblem an allen Expositionen über 2'000 m.
Viele Meldungen die Tage, immer Stufe 2, Überlegung: hätte Stufe 3 ausgeschrieben werden müssen?