In 1 Stunde und 31 Minuten auf eines der höchsten Gebäude der Welt

Alex Honnold gelingt Free-Solo-Besteigung des Wolkenkratzers Taipei 101

Alex Honnold kletterte am 25. Januar den 508 Meter hohen Wolkenkratzers Taipei 101 in Taiwan Free-Solo. Die Aktion des 40-Jährigen und deren Live-Übertragung via Netflix lösten eine globale Diskussion aus.

Alex Honnold gelingt Free-Solo-Besteigung des Wolkenkratzers Taipei 101
© Screenshot/YouTube

Alex Honnold gelingt Free-Solo-Besteigung des Wolkenkratzers Taipei 101

Nach einer wetterbedingten Verschiebung um einen Tag wurde das vielbeachtete Ereignis live auf Netflix übertragen. Honnold benötigte 1 Stunde und 31 Minuten für den Aufstieg auf das 509 Meter hohe Gebäude. Bereits 2004 hatte die französische Free-Solo-Legende Alain Robert die Besteigung mit Seil und Gurt geschafft. Er kommentierte Honnolds Fortschritt in der Live-Übertragung von CNN.

Honnold zeigte sich von der weltweiten Aufmerksamkeit weitgehend unbeeindruckt. Für ihn zähle einzig, dass er seinen "Lebenstraum" verwirklichen könne, einen Wolkenkratzer FreeSolo zu klettern. "Ob mir eine Person oder zwei Millionen live zuschauten, machte keinen Unterschied", erklärte Honnold im Vorfeld.

Das Projekt wurde teils mit Begeisterung aufgenommen, stieß aber auch auf Kritik. Nicht nur wegen der Live-Übertragung eines potenziell tödlichen Ereignisses, sondern auch, weil der 40-Jährige verheiratet ist und zwei kleine Kinder hat. Honnold argumentierte, sein Aufstieg sei zwar mit hohen Risiken verbunden gewesen, aber problemlos was sein Kletterkönnen betreffe. Neben 30 Jahren Erfahrung im Spitzenklettern trainierte er gezielt für die Solo-Begehung in Taipeh, sowohl zu Hause als auch an dem Gebäude im Vorfeld des Free Solo.

"Ich denke viel mehr über Risiko, Tod und meine Sterblichkeit nach als der Durchschnittsmensch"

In einem CNN-Interview erklärte er: "Ich denke viel mehr über Risiko, Tod und meine Sterblichkeit nach als der Durchschnittsmensch, einfach weil man, wenn man solche Klettertouren unternimmt, gar nicht anders kann, als über diese Dinge nachzudenken. Man ist sich seiner Sterblichkeit natürlich ständig bewusst, aber man entscheidet sich trotzdem dafür, weil es dem Leben Tiefe und Sinn verleiht."

Honnolds berühmteste seilfreie Tour ist die erste – und bisher einzige – Free-Solo-Begehung des El Capitan über die Freerider-Route im Jahr 2017. Sein historischer Aufstieg brachte ihm dank des oscar-prämierten Dokumentarfilms Free Solo von Jimmy Chin und Elizabeth Chai Vasarhelyi weltweite Aufmerksamkeit ein.

9 Kommentare

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Bruno

Mathias K. - "die philosophische Erhabenheit könnt ihr euch schenken". GENAU, das hatte ich mir beim Lesen des Artikels auch gedacht! (Zitat: "Man ist sich seiner Sterblichkeit natürlich ständig bewusst, aber man entscheidet sich trotzdem dafür, weil es dem Leben Tiefe und Sinn verleiht") Gruß Bruno
PS Sie vermuten falsch - nie und nimmer hätte ich diese "Tour" gemacht! Mir reichen die 4000er am Seil in den Alpen. Was soll ich auch King Kong spielen, ist recht affig.

Bruno

Mathias - "es stellt sich doch niemand an"! Alle Kommentare, auch unter dem Artikel mit Herrn King... meine Honnold, sagen nichts anderes wie Sie, ich auch nicht! Natürlich gönne ich ihm das! Aber dieses Unternehmen von Herrn Honnold ist daher eher einem Artikel im (ohne dafür Werbung machen zu wollen) "Handelsblatt" wert. Seine weiteren Aussagen, um sein Tun zu begründen, dann in solch beachtenswerten Zeitschriften (auch ohne Werbung für diese machen wollend) wie "Visionen" oder "Happinez", in denen Esoterik nähergebracht wird. Aber da ich die Berge liebe und gerne in ihnen herumirre, lese ich Alpin, auch wenn ich manchmal ob der Auswahl ein gewisses Unverständnis habe, wobei ich natürlich die Auswahl des Inhalts respektieren muß. Ihre Kritik trägt also Eulen nach Athen. Und mit Ihrem Nachsatz bestätigen Sie, was Sie selbst von der Aktion halten ("Geld machen mit Müll produzieren").
Nichts für ungut und viele schöne (Hochhaus-)Touren wünscht Ihnen, Bruno

Matthias K.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass er wirklich Lust darauf hatte und wenn er damit noch Geld verdienen kann, spricht doch nichts dagegen, ist schliesslich seine Einkommensquelle.
Was mich am meisten stört, ist dieses pseudophilosophische Geschwafel vom Alpinismus - niemand hier in diesem Forum hätte diese Tour freesolo begangen (außer Bruno oder Rainer). Und sehr wahrscheinlich könnte auch niemand die Touren wiederholen, die er im Laufe der Zeit freesolo gepackt hat (und überlebt hat).
Der Großteil der Leute, die welche Spielart auch immer in den Bergen nachgeht, gehört ganz sicher nicht zum Kreis der Alpinisten, Skitour gehen nach Karte und Weizenbier Kampftrinken auf der Hütte gehören sicher nicht dazu. Klettergarten, Wandern, Trailrun, schwarzer Bergweg, "alpine" Klettertouren, Gletscherbegehungen, Hochtouren sind schlichtweg touristische Aktivitäten und auch die werden gefilmt und vermarktet - siehe Magnus Matterhornbegehung ( das hat auch nichts mit Alpinismus zu tun).
Also ihr Nicht-Alpinisten, entspannt euch mal und geht euren touristischen Aktivitäten nach ( die philosophische Erhabenheit könnt ihr euch schenken).

Josef

Ich fand es Mega
Ich glaube Ich habe mehr geschwitzt als Alex

Mathias

Mein Gott, stellt euch bitte nicht so an. Jetzt hat der Kerl halt mal recht schnell mehrere Hunderttausend Dollar verdient. Für ihn war’s mit seinem Können relativ einfach. Die Welt hat jetzt für ein paar Tage seinen Helden und Alex und Familie haben vorerst ausgesorgt. Also ich gönne es ihnen. Schaut doch mit was fürs einen Müll andere schnelles Geld verdienen. Vom Influencer bis Only Fans alles dabei.

Bruno

Rainer, man muß ja nicht gleich grob beleidigen, so daß die Strafverfolgungsbehörden "lauschig" werden. Das Problem ist ja ein ganz anderes: von mir aus z.B. kann er alle Wolkenkratzer dieser Welt hochklettern (angeblich machen das auch andere, darüber weiß ich aber nicht viel), unsere Zivilisation hat aber Menschen hervorgebracht, die sich so etwas anschauen und dadurch bestimmte Cashflows in Bewegung kommen, von welchen die Akteure solcher Zirkusnummern profitieren. Alles OK, kann man nichts machen. Mich stößt dann eher dieses begleitende esoterische hirn- und sinnlose Gequake ab, mit dem man so ein Unternehmen zu rechtfertigen versucht. Aber es wäre ja für den Auftraggeber schlecht, wenn er sagen würde, was wirklich Sache ist; eine lächerliche King-Kong-Kletterei, aber die Kohle dafür nehme ich gern. Das wäre das einzig bewundernswerte an der Aktion gewesen, Bruno

Frank

Tja, der Alex muss auch von irgendwas leben.
Die Einkommensmöglichkeiten sind nicht so üppig und vielfältig wenn man sich ständig zum Spaß in den Bergen rumtreibt.
Ist also irgendwie verständlich aber wird dadurch nicht schöner.

Rainer

Hat mit Bergsteigen/Alpinismus nichts zu tun und gehört eher in den Zirkus. Weitere Bemerkungen verkneife ich mir, da ich mir sonst womöglich eine Anzeige wegen Beleidigung einhandeln könnte.

Bruno

Selbstredend habe ich mir dieses Spektakel nicht angeschaut, da mit Alpinismus nichts gemein; im Gegenteil, irgendwie erinnerte mich die Aktion an einen Film mit dem Namen "King Kong". Aber da die Gagen für den Hauptdarsteller ähnlich gewesen sein durften, kann ich diesem Gebaren im gewissen Sinne nachvollziehen. Natürlich bleibt die Frage, ob darüber unbedingt in einem Alpin-Magazin berichtet werden muß.
Nur scheint der gute Kletter-Mann ein wenig durch die Höhenluft in der Sinnsuche durcheinander gekommen zu sein: "Man ist sich seiner Sterblichkeit natürlich ständig bewusst,...weil es dem Leben Tiefe und Sinn verleiht." Der Tod, wie der alte E. Bloch schon wußte, ist die Antihoffnung schlechthin, oder wie Epikur sagte, wenn ich lebe ist mir der Tod egal und wenn ich Tod bin, das Leben. Schlauer Fuchs. Und da man eine Sinnfrage eh nicht klären kann, ist diese Gerede auf überschaubar hohem geistigem Niveau, etwas niedriger als das bestiegene Gebäude. Der Sinn in dieser Sache ist einzig und allein - und unangreifbar kurz ausgedrückt: $$
Bruno