Widrige Wetterbedingungen erschweren Einsatz

Noch selbst den Notruf gewählt: 46-jähriger Skitourengeher stirbt am Iseler

Ein 46-jähriger Skitourengeher ist am Iseler in den Allgäuer Alpen tödlich verunglückt. Der Mann hatte selbst eine Lawine ausgelöst und noch den Notruf abgesetzt. Schlechte Sicht und die angespannte Lawinenlage erschwerten die Rettung erheblich.

Iseler (1876 m) in den Allgäuer Alpen (Symbolbild, zeigt nicht die aktuellen Verhältnisse).
© IMAGO / Panthermedia

Rettungstrupps kämpfen gegen Wetter und Lawinengefahr

Ein Skitourengeher ist im Bereich der Nordflanke des Iseler (1876 m) in den Allgäuer Alpen tödlich verunglückt. Der 46-Jährige, der allein unterwegs war, habe offenbar am Montagnachmittag selbst eine Lawine ausgelöst, teilte die Polizei mit. Dann habe er den Notruf gewählt.

Wegen der schlechten Witterungs- und Sichtverhältnisse war ein Hubschraubereinsatz zunächst nicht möglich, wie es hieß. Eine Fußmannschaft der Bergwacht Hindelang stieg zur Unfallstelle auf. Die angespannte Lawinensituation erschwerte den Zugang zum Verunglückten allerdings erheblich und verzögerte die Rettungsmaßnahmen, wie es hieß.

Polizei warnt vor riskantem Gelände

Der Mann wurde schließlich im steilen Schneefeld unterhalb der Nordwand des Iseler gefunden. Unter laufender Reanimation wurde er mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wo er starb.

Der Lawinenabgang ereignete sich außerhalb des gesicherten Pistenbereichs, der zu keiner Zeit gefährdet war. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Lawinenlage wird eindringlich empfohlen, die Lawinenwarnberichte zu beachten, nur entsprechend ausgerüstet unterwegs zu sein und risikoreiches Steilgelände zu meiden", warnte die Polizei.

Lawinenwarndienst Bayern

Der Lawinenwarndienst in Bayern mahnte am Montag 16. Februar 2026 zur Vorsicht: "Die Lawinengefahr ist oberhalb 1600 m erheblich, unterhalb davon mäßig. Das Hauptproblem in allen Höhenlagen ist Triebschnee. Schneebrettlawinen können leicht von einzelnen Wintersportlern ausgelöst werden. Gefahrenstellen befinden sich an triebschneebeladenen Steilhängen der Expositionen Nordwest über Nord bis Süd, hinter Hangkanten sowie in Rinnen und Mulden aber auch in eingefrachteten Waldschneisen und Lichtungen. Sie nehmen an Anzahl und Umfang mit der Höhe zu. Lawinen erreichen mittlere Größe. Oberhalb von 1800 m können Lawinen an sehr steilen Schattenhängen zudem auf tieferliegende Schwachschichten in der Altschneedecke durchreißen."

Für heute Dienstag, 17. Februar 2026 wurde die Lawinenwarnstufe 4 im Bereich Allgäuer Alpen Mitte ausgegeben.

Das bedeuten die Lawinen-Piktogramme
Lawinenkunde
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4 Kommentare

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Chris

Bäume und Sträucher dämmen das Lawinenrisiko überhaupt nicht ein.

Lavendel

Bei solch einem Wetter, wo nun sowieso
erhöhte Gefahr von Lawinen ist, darf man einfach nicht solche Skitouren und dies auch noch alleine !!! gehen.
Es ist bei solchen Skitouren immer eine Gefahr dabei.

Martin

Mir ist die Tour ebenfalls bekannt, auch als Skitour bei schlechter Sicht. Sehr leicht gibt es oberhalb der Piste bzw. Bergstation die Möglichkeit bei schlechter Sicht den scheinbar steilsten Stellen nach links (in Aufstiegsrichtung) in flacheres Gelände auszuweichen. Am Verlauf der Höhenlinien ist dies auf der Karte kaum zu erkennen. Das Geländer steilt nach oben dann auch bald viel stärker aus, als der Skitouren-Normalweg, der - wie der Sommerweg - mehr am Grat bzw. Rücken entlang verläuft. Auch bei der Abfahrt ist der betroffene Hang eine hindernislose Mulde und es wird oft hineingequert. Aus den Berichten geht nicht hervor, ob die Lawine im Aufstieg oder in der Abfahrt ausgelöst wurde.

Julian

Habe mir den Text schon 2-3 mal durchgelesen. Aus persönlicher Kenntnis der Anordnung der Nordwand frage ich mich, was der Skitourengeher da verloren hatte. Es gibt keine Möglichkeit "durch" die Nordwand mit Ski aufzusteigen. Ohne Ski wäre es eine Free-Solo Fels/Eiskletter Tour. Es gibt noch die Klettersteig Route in der Nordwand, die aber im Winter eingeschneit oder vereist ist. Man kann sich also auch am Metallseil nicht sichern. Wer unbedingt auf den Iseler mit Ski im Winter hoch will, sollte meiner Ansicht nach die Nordwest-Flanke nehmen, in der auch der Wanderweg angelegt ist. In dieser Flanke sind noch relativ viele kleinere Bäume und Sträucher, die zumindest das Lawinenrisiko etwas eindämmen.