Einer der tödlichsten Lawinenwinter Europas

Lawine in Südtirol: Viertes Opfer im Krankenhaus verstorben

Ein Schneebrett hat in Südtirol drei Menschen in den Tod gerissen und mehrere schwer verletzt. Nun erlag auch das vierte Opfer seinen schweren Verletzungen. Der Winter 2025/26 entwickelt sich laut Experten zu einem der tödlichsten Lawinenwinter Europas.

Lawine in Südtirol: Viertes Opfer im Krankenhaus verstorben
© IMAGO / Zoonar

Update vom 26. März 2026: Viertes Opfer im Krankenhaus verstorben

Nach dem Lawinenunglück vom Wochenende in Südtirol ist ein weiterer Skifahrer gestorben. Der 44 Jahre alte Mann aus Österreich erlag im Krankenhaus von Bozen seinen Verletzungen, wie die Klinik mitteilte. Damit kamen insgesamt vier Menschen ums Leben: zwei weitere Männer im Alter von 56 und 62 Jahren sowie eine 26-jährige Frau, alle aus Italien. Drei Deutsche wurden teils schwer verletzt. Sie sind jedoch nicht in Lebensgefahr.

Die etwa 150 Meter breite und 800 Meter lange Lawine hatte am Samstag in hochalpinem Gelände nach Angaben der Bergwacht insgesamt zwei Dutzend Skifahrer erfasst, die als Tourengeher unterwegs waren. Das Schneebrett löste sich in der Nähe der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse bei Ratschings. 

Insgesamt kamen in Europa in dieser Wintersaison bereits mindestens 130 Menschen durch Lawinen ums Leben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 36 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus aktuellen Zahlen des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es nach dieser Statistik bislang keine Todesopfer.

23. März 2026: Lawine in Südtirol reißt drei Menschen in den Tod

Der Winter 2025/26 ist in den Alpen zu einem Winter der schlimmen Lawinenunglücke geworden: Beim Abgang einer enormen Lawine in Südtirol kamen am Wochenende drei weitere Skifahrer ums Leben. Auf 2.450 Metern Höhe wurden nach Angaben der Bergwacht etwa zwei Dutzend Tourengeher von einem Schneebrett erfasst. Für zwei Italiener kam jede Hilfe zu spät. Eine Frau starb am Tag danach im Krankenhaus. Vier weitere Skifahrer – darunter drei Deutsche – wurden teils schwer verletzt.

Das etwa 150 Meter breite und 800 Meter lange Schneebrett hatte sich am Samstag gegen 11.40 Uhr in hochalpinem Gelände gelöst. An einem Steilhang in der Nähe der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse bei Ratschings erfasste es zwei Dutzend Skifahrer, die als Tourengeher unterwegs waren. Die Mehrzahl konnte sich selbstständig retten. Zehn Wintersportler wurden jedoch mitgerissen und teils metertief von den Schneemassen begraben.

Bereits mindestens 128 Lawinentote in Europa

Nur noch tot geborgen wurden ein 62-jähriger Bergführer aus Südtirol, der mit einer Gruppe unterwegs war, und ein 56 Jahre alter Mann. Er stammt ebenfalls aus der Region. Eine 26-jährige Italienerin starb am Tag danach im Krankenhaus. Mehrere der verschütteten Skifahrer trugen Ortungsgeräte bei sich, was die Suche bei Lawinenunglücken erheblich erleichtert. Die Rettungskräfte waren mit mehr als 60 Helfern und auch mehreren Hubschraubern im Einsatz.

Damit kamen in Europas Gebirgen in dieser Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 128 Menschen durch Lawinen ums Leben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 35 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus aktuellen Zahlen des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer.

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Experten vermuten Klimawandel als einen der Gründe

Die Statistik enthält Todesfälle seit dem 1. Oktober - vor allem in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie beispielsweise den Karpaten weiter östlich. Die Wintersaison gilt noch nicht als beendet. Fest steht jedoch bereits, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es in Europa nur einen Winter, in dem noch mehr Menschen durch Lawinen starben: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet.

Als einer der Gründe wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem verbinden sich der sogenannte Altschnee und erst kürzlich gefallener Schnee nicht mehr so gut. Außerdem gebe es stärkere Winde, so dass sich gefährlicher Treibschnee ansammelt, heißt es. Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden.

Warnung vor allem für steile Hänge in hohen Lagen

Am Sonntag wurde die Lawinengefahr in Südtirol auf einer fünfstufigen Skala mit 2 angegeben. Zugleich mahnten die Experten zur Vorsicht vor allem an sehr steilen Schattenhängen oberhalb von 2.200 Metern Höhe. "Mit Neuschnee und Wind entstehen im Verlaufe der Nacht meist kleine Triebschneeansammlungen. Schon einzelne Wintersportler können stellenweise Lawinen auslösen", hieß es.

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