Verkehrsentlastung geplant

Grödner Joch: Testphase für Fahrverbot ab Herbst 2026

Das Grödner Joch in den Dolomiten wird ab Herbst 2026 zunächst testweise für den Durchgangsverkehr eingeschränkt. Ziel ist eine Verkehrsberuhigung in der stark frequentierten Passregion. Ausnahmen gelten für Anwohner und berechtigte Zufahrten. Eine langfristige Lösung, etwa eine saisonale Sperre im Sommer, soll auf Basis der Ergebnisse geprüft werden. Bis dahin steht eine endgültige Entscheidung aus.

Autos, Mottorräder, Radfahrer, Wanderer, Kletterer: Am Grödner Joch wird es in den Sommermonaten nicht nur auf der Straße oft eng. 
© IMAGO / imagebroker

Testphase ab Herbst 2026 – eingeschränkter Verkehr

Ab 01. September 2026 startet ein Probelauf, bei dem der motorisierte Durchgangsverkehr am Grödner Joch (2121 m) stark reduziert wird. Nur Anwohner, Gäste mit Genehmigung und Lieferverkehr sollen die Straße weiterhin passieren können. Ziel ist es, Erfahrungen für eine dauerhafte Verkehrsregelung zu sammeln.

Über die Testphase hinaus wird bereits eine deutlich weitergehende Regelung für die Saison 2027 diskutiert. Dabei ist angedacht, den motorisierten Verkehr auf der Passstraße von Mitte Mai bis Mitte Oktober zu beschränken. Also genau in der Zeit, in der das Grödner Joch als touristische Route und Motorrad- oder Fahrradtourenklassiker am stärksten genutzt wird. Eine solche Maßnahme käme für viele Besucher einem faktischen Fahrverbot gleich.

Konkrete rechtliche Beschlüsse fehlen bislang, die Entscheidung muss durch das Land Südtirol formal bestätigt werden. Befürworter argumentieren, dass nur so die Belastung für Natur, Anwohner und Umwelt reduziert werden könne.

Hintergrund: Verkehrsdruck in den Dolomiten

Das Grödner Joch gehört zu den meistbefahrenen Pässen in Südtirol. Die Passstraße SS243 ist Teil einer wichtigen Alpenverbindung und historisch stark frequentiert, insbesondere während der Sommermonate. Neben Autos und Motorrädern nutzen auch Radfahrer und Motorradtouren die kurvige Strecke als Teil klassischer Dolomitenrouten wie der Sella Ronda. 

An Spitzentagen passieren laut Medienberichten bis zu 11.000 Fahrzeuge den Pass. Staus, Lärm und Emissionen belasten Natur und Anwohner zunehmend. Die geplanten Maßnahmen sollen die Verkehrsmengen reduzieren, die Berglandschaft entlasten und die Qualität der touristischen Erfahrung verbessern.

Unterstützung von Alpenverein und Gemeinden

Der Alpenverein Südtirol (AVS) begrüßt die Testphase. Man spricht von einem "historischen Schritt" für den Natur- und Landschaftsschutz. Mehrere Gemeinden im Grödnertal und Gadertal haben entsprechende Grundsatzbeschlüsse gefasst oder angekündigt.

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Text von Robert Scheitzeneder

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