Umweltverbände warnen vor Eingriffen am Amberger See

"Natur darf nicht geopfert werden": Protestaktion gegen Windpark bei Kühtai

Naturschutzorganisationen und Bürgerinitiativen wenden sich gegen geplante Windräder im Raum Kühtai und Hochötz. Sie warnen vor massiven Eingriffen in eine bislang weitgehend unberührte Berglandschaft.

"Natur darf nicht geopfert werden": Protestaktion gegen Windpark bei Kühtai
© Mountain Wilderness

Bereits vor sieben Jahren haben sich die Naturschutzorganisationen Mountain Wilderness Deutschland e.V. und die Bürgerinitiative Feldring erfolgreich gegen einen Zusammenschluss der Skigebiete Hochötz und Kühtai eingesetzt.

Ging es damals um die Errichtung von Seilbahnen mit ca. 20m hohen Liftmasten auf den Feldringer Böden, so ist jetzt auf dem Hochplateau ein Windpark mit acht Windrädern geplant, die zehnmal so hoch sind. Zudem sollen vier weitere am Amberg, teilweise in unmittelbarer Nähe zum idyllischen Amberger See (Brandsee) errichtet werden. Dort plant das Land Tirol schon seit einiger Zeit die Ausweisung eines Naturschutzgebietes – ein krasser Widerspruch zu den Projektplänen.

Als Umweltschutzorganisationen sind auch Mountain Wilderness Deutschland e.V. und die Bürgerinitiative Feldring für eine möglichst schnelle Wende in der Energieerzeugung, weg von fossilen Brennstoffen, hin zu regenerativen Energien. Es darf aber im Einzelfall nicht sein, dass dem Energiehunger unserer Gesellschaft einzigartige Naturlandschaften geopfert werden.

<p>Protestaktion gegen Windpark bei Kühtai.</p>

Protestaktion gegen Windpark bei Kühtai.

© Mountain Wilderness

"Für Stauseen und geflutete Seitentäler wurde bereits viel Natur geopfert"

Auf die Erzeugung von Strom bezogen, produziert Tirol bilanziell bereits über 100 % seines Bedarfs aus Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse. Im Winter wird ein gewisser Anteil auch importiert. Der Überschuss ist dennoch deutlich. Nach Angaben der TIWAG werden 40 % der Stromproduktion exportiert, überwiegend als besonders wertvoller Spitzenstrom nach Deutschland.

Die Region rund um Kühtai und Hochoetz hat schon wesentlich zur Energiewende beigetragen. Für drei Stauseen und zwei geflutete Seitentäler wurde bereits viel ursprüngliche Natur geopfert. Die lokale Bevölkerung ist sicher nicht bereit, ihre Rückzugs- und Erholungsgebiete für weitere Energieprojekte aufzugeben.

Deswegen setzten die beiden Organisationen am Samstag, den 9. 5. mit einer Transparent-Aktion auf den Feldringer Böden ein Zeichen für den Erhalt dieser wunderbaren Naturlandschaft.Die Aktion fand im Rahmen des "Tag zum Schutz der Alpen" statt, den das länderübergreifende Netzwerk "Protect Alpine Nature" jedes Jahr Anfang Mai begeht.

Text von Michael Pröttel

5 Kommentare

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Bruno

@ich. Sie beschweren sich über die "Naturschützer", aber gleichzeitig leisten Sie auch keinen konstruktiven Beitrag zur Lösung in der Sache. Diese können sich an ihre Unterkunft leistungsstarke Solarpaneele anbringen und einen ausreichenden Speicher installieren und würden über Ihren Vorschlag lachen. Das Problem ist aber ein anderes, wie Sie sicherlich wissen - das europaweite Verbundnetz arbeitet mit einer Frequenz von 50 Hz, die Schwankungsbreite darf nur 0,2 Hz betragen, sonst bricht die Sache zusammen. D.h. man braucht stabile Stromerzeugungsquellen um diese Schwankungen auszugleichen. Ob Windräder dazugehören, bezweifle ich sehr stark, vor allem in Gegenden, wo diese natürliche Erscheinung nicht zu sehr auftritt. Dies sind jedoch politisch Entscheidungen, die europaweit in einer gewissen Stadt getroffen werden, was nicht immer zu vernünftigen Ergebnissen führt. Z.B. sollen aufgrund des "Green Deals" in Tschechien Windparks errichtet werden, wo sie oftmals nicht sehr rotieren werden, aber aufgrund dieses "Deals" gebaut werden müssen. Oder im Fall des Artikels wird natürlich der Land- und Naturschutz torpediert; also wie Gustav vollkommen richtig schrieb, es werden Fauna und Flora zerstört, wobei diese Anlagen sehr schwankungsanfällig sind (d.h. es muß ein Ausgleich zur Verfügung stehen und zur Energetik tragen sie nicht viel bei. In D wird das ja so gelöst, daß man dann Atomstrom aus Tschechien etc. in Spitzenzeiten einkauft. Heuchelei? Vermutlich.
Ästhetisch will ich diese Monstren erst gar nicht weiter bewerten, außer mit dem gebrauchten Substantiv, wobei natürlich mein ästhetisches Empfinden nichts zur Sache beiträgt.
Also was tun? Vielleicht wissen Sie weitere Quellen, aber es gibt eigentlich nur 2 in der Zukunft unendlich für die Stromerzeugung zur Verfügung stehende Quellen - Kernfusion und Sonne, insofern Sie nicht das Perpetum Mobile erfinden. Natürlich bin ich kein Experte, um jetzt hier die daraus folgenden Probleme wie die Erzeugung und den Vertrieb zu erörtern. Aber ich bin mir sicher, daß diese bereits daran arbeiten - und daher war und ist es ein Wahnsinn, alle vorhergehenden Energiequellen "revolutionär" außer Betrieb zu setzen, wie es eine gewisse deutsche Politikerin in die Wege leitete, ohne alle Fragen zu berücksichtigen und mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten.
Natürlich ist es ein Problem, daß wir uns gern als "globale Gesellschaft" bezeichnen, aber mental in der Steinzeit leben (Kriege, geopolitsche und wirtschaftliche Interessen etc.), so daß eine Kooperation schwierig ist.
Ansonsten kann der Spaß enden, den ich durch eine kleine und wahre Anekdote beschreiben will - auf der Mittelbärghütte im Binntal fragte ich die Wirtin (da ich mein Handy laden wollte), wie das mit dem Strom und Kochen gemacht wird. Sie hat ein kleines Windrad und ein Sonnenpaneel draußen, was normalerweise ausreicht. Nur ist ab und wann Nebel - dann scheint keine Sonne und es weht kein Wind - und es kommen Kerzen auf den Tisch und gekocht wird aus der luftgelieferten Gasflasche - aber mein Handy müßte sich dann anderweitig den Hunger stillen.
Also danke für Ihre Lösungsansätze, Bruno

Ich

Ich würde den " Naturschützern" den Strom abschalten. Denn sie wollen weder AKW, Kohlekraftwerke, Wasserkraftwerke, Sonnenkollektoren noch Windräder.
Vielleicht sagen uns die " Naturschützer" wie sie den Strom produzieren wollen!

Gustav

Windräder zerstören Flora und Fauna nachhaltig, die Energie die daraus gewonnen wird ist sehr instabil. All diese Schwächen und Mängel hat ein Atomkraftwerk nicht.

Johannes

Welche Fachidioten bestimmen , wo Windparks gebaut werden sollen und die Natur durch den Anblick zu zerstören ?

Bruno

Ja, was machen? Auf der einen Seite habe ich tiefe Sympathien für die Menschen auf dem Foto, auf der anderen Seite ist es mir klar, daß die herkömmliche Zugehensweise der Energiegewinnung auf Dauer unmöglich ist.
Ich suchte also die Diskussion mit Experten auf dem Gebiet. Einer sagte mir, daß es unbedingt nötig gewesen wäre, in dieser Übergangszeit (die man eher evolutionär als revolutionär ansehen muß), nicht auf die AKW´s verzichten hätte sollen, wie es aufgrund von populistischen Entscheidungen geschehen. Um ein AKW zu ersetzen, muß man ca. 500 Windräder bauen (wobei hier noch das Problem der Erschließung, Speicherung und des Transports hinzukommt, was weitere Flächen beansprucht und verschandelt). Oder wie es die Schweizer eben durch Volksentscheid durchbrachten, werden die Alpen "verglast"; auch in dem Fall - wenn man ein AKW ersetzen will, braucht man eine verglaste Fläche von 60 - 100 km2, was im geringsten Fall die Größe von San Marino entspricht.
Aufgrund dieser Informationen kam mir das Lachen der Sonne in meinem alten Anti-AKW-Sticker "Atomkraft Nein Danke" so vor, als lacht sie mich aus. Aber Atomstrom ist natürlich auf Dauer auch keine Lösung. Alles geht zur Neige.
Kurz und gut, da ich auch gerne in die Berge gehe und diese ob ihrer Schönheit schützen und erhalten möchte, wie es nur möglich ist, habe ich mir schon lange diese Frage gestellt, "wie am besten"? Egal, mit was ich reiste, mit mir reiste immer das Gefühl der "Heuchelei" mit. Damit mir dieses Gefühl meine riesiege Leidenschaft nicht verleidete, ging ich wenigstens den Kompromiss ein, mindestens 3 Wochen an einen Ort zu fahren und von dort aus mit dem verfügbaren ÖPNV meine Aktionen durchzuführen. Aber natürlich ist diese Induktion hinsichtlich Energieverschwendung angreifbar, besseres fiel mir bisher nicht ein.
Ja, die Verbauung durch Windräder ist übel, aber wenn ich an riesige Ski-Gebiete vorbeikomme, erscheint sie mir wenigstens einigermaßen sinnvoll. Könnte man diese "Fun-Areale" nicht zum Verbauen mit Windrädern verstärkt benutzen? Bruno