Dem polnischen Höhenbergsteiger Bartek Ziemski ist am Lhotse offenbar eine außergewöhnliche Kombination aus Besteigung und Ski-Abfahrt gelungen. Nach Angaben nepalesischer Expeditionsveranstalter erreichte der Alpinist als Erster der laufenden Saison den 8516 Meter hohen Gipfel – ohne zusätzlichen Sauerstoff, ohne vorbereitete Fixseile und ohne Sherpa-Unterstützung beim Gipfelanstieg.
Anschließend soll Ziemski mit Skiern bis zurück ins Basislager abgefahren sein. Sollte sich dies bestätigen, wäre es eine der bemerkenswertesten Leistungen der aktuellen Himalaja-Saison. Details zum genauen Ablauf lagen zunächst noch nicht vollständig vor. Unklar ist unter anderem, ob die Ski-Abfahrt ohne Unterbrechung erfolgte.
Bartek Ziemski: Achttausender-Pionier auf Ski
Besonders anspruchsvoll gilt dabei der untere Teil der Route durch den Khumbu-Eisbruch mit seinen steilen Passagen, instabilen Eisformationen und großen Gletscherspalten, die teils über Aluminiumleitern überwunden werden müssen. Ziemski hatte sich bereits in den vergangenen Wochen aktiv an der Erschließung der Route beteiligt.
Während die Icefall Doctors ihre Arbeiten wegen eines gefährlichen Seracs zeitweise unterbrechen mussten, gehörte der Pole zu einer Gruppe, die dennoch einen Weg Richtung Lager 1 fand. Der Alpinist verfügt bereits über große Erfahrung bei Ski-Abfahrten an Achttausendern: Er hat bereits unter anderem Annapurna, Dhaulagiri, Broad Peak, Gasherbrum II, Kangchendzönga und Makalu ohne Flaschensauerstoff bestiegen und anschließend befahren. Auch am Manaslu war der Pole 2025 erfolgreich.
Am Dhaulagiri und Kangchendzönga gelangen ihm dabei jeweils Erstbefahrungen mit Ski. Videoaufnahmen aus dem Everest-Basislager zeigen, wie Ziemski die letzten Meter seiner Abfahrt bis ins Lager bewältigt.


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