Lawine am Broad Peak: Tod von Nirmal Purja und Expeditionskameraden bestätigt
Die Bergsteigerwelt trauert um Nirmal "Nimsdai" Purja. Wie seine Expeditionsagentur Elite Exped sowie die Einsatzleitung der Rettungsmission bestätigten, kam der 43-jährige Ausnahmealpinist bei dem schweren Lawinenunglück am Broad Peak (8051 m) im pakistanischen Karakorum ums Leben. Nach aktuellem Stand (01.08.2026, 16:30 Uhr) überlebte keines der zehn Mitglieder der internationalen Expedition die Katastrophe.
Die Lawine war am Donnerstag auf etwa 6600 Metern Höhe abgegangen und hatte mehrere Seilschaften erfasst, die sich auf dem Weg zum Gipfel befanden. Suchteams erreichten die Unfallstelle erst Tage später. Mithilfe von Drohnen sowie einer Bodenmannschaft konnten die meisten Opfer lokalisiert werden. Zwei Leichen waren bereits zuvor geborgen worden, weitere Tote wurden im Lawinenkegel entdeckt.
Zu den Opfern zählen neben Purja mehrere nepalesische Bergsteiger, namentlich Pur Bahadur Gurung, Kili Pemba Sherpa, Nima Sherpa, Nawang Thindu Sherpa, Gyalu Sherpa, der pakistanische Alpinist Sohail Sakhi, die US-Amerikanerin Mallory Geis, die Omanerin Nadhira Al Harthy sowie der Chinese Wang Zhong. Die schwierigen Bedingungen im steilen Gelände erschweren die Bergungsarbeiten erheblich. Zuletzt war bekannt geworden, dass Purja den Broad Peak kurzfristig in Angriff genommen hatte.
Mit einer erfolgreichen Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff hätte ihm nur noch der Cho Oyu gefehlt, um als erster Mensch alle 14 Achttausender zweimal ohne Flaschensauerstoff bestiegen zu haben. Elite Exped würdigte Purja als "einen der größten Bergsteiger unserer Zeit", dessen Mut und Entschlossenheit Millionen Menschen inspirierten.
Wer war Nirmal "Nimsdai" Purja?
Nirmal Purja gehörte zu den profiliertesten Persönlichkeiten des modernen Höhenbergsteigens. Der ehemalige Gurkha- und Elitesoldat sorgte 2019 mit seinem Projekt "Project Possible" weltweit für Aufsehen, als er alle 14 Achttausender in nur sechs Monaten und sechs Tagen bestieg – ein Rekord, der später von Kristin Harila unterboten wurde. Internationale Bekanntheit erlangte Purja zudem durch die Netflix-Dokumentation 14 Peaks: Nothing Is Impossible.
Bis zu seinem Tod hatte Purja nach Angaben des Alpine Club of Pakistan insgesamt 57 Achttausenderbesteigungen absolviert, davon 29 ohne zusätzlichen Sauerstoff. Mit dem Broad Peak wollte er einen weiteren Meilenstein erreichen: Als erster Mensch sollte er alle 14 Achttausender zweimal ohne Flaschensauerstoff bestiegen haben.
Lawinenunglück am Broad Peak: Was bisher bekannt ist
Die Lawine ereignete sich am 30. Juli 2026 auf rund 6600 Metern Höhe am Broad Peak im pakistanischen Karakorum. Die zehn betroffenen Bergsteiger gehörten verschiedenen Expeditionen an und befanden sich auf dem Gipfelanstieg. Nach dem Lawinenabgang wurden die Alpinisten teils mehrere hundert Meter über die steile Flanke geschleudert. Aufgrund schlechten Wetters konnten Helikopter zunächst nur eingeschränkt eingesetzt werden. Erst Drohnen und eine Bodenmannschaft ermöglichten es, die Opfer zu lokalisieren und die Bergung vorzubereiten. Das Unglück gilt als eine der schwersten Katastrophen seit dem Unglück am Everest.


2 Kommentare
Kommentar schreibenEs ist wirklich ein tragisches Vorkommnis, aber Purja war sich zu jedem Zeitpunkt diesem Risiko bewusst. Ein wahrer Verlust in der Bergsteigerszene.
Der Blick von Herrn Purja ist der gleiche, den Rettungskräfte (Polizei, Feuerwehr, DRK) oft haben ... also traurige Blick von Menschen, die schon zuviel Leid gesehen haben.
Sein Tod ist ein weiterer in der langen Reihe von Spitzenalpinisten, die in den Bergen ums Leben gekommen sind (Hansjörg Auer, Jes Roskelly, David Llama, Ueli Steck, Hillary Nelson, Laura Dahlmeier u.v.m.).
Mir persönlich ist das eine weitere Mahnung, vorsichtig zu sein. Rest in Peac, Lance Corporal Purja.