Zehnjährige nach Klettersteig-Tour mit Hubschrauber gerettet
Der 44-jährige Vater, seine 39-jährige Freundin und die zehnjährige Tochter waren am 8. August gegen 11 Uhr in den Klettersteig am Großen Donnerkogel eingestiegen. Nach dem Erreichen des Gipfels begann die Familie den Abstieg über den markierten Normalweg. Auf etwa 2000 Metern Höhe bog sie an einer Wegkreuzung jedoch irrtümlich in Richtung Strichkogel ab. Im weiteren Verlauf machten sich bei der Zehnjährigen zunehmend Erschöpfungserscheinungen bemerkbar.
Gegen 18:30 Uhr setzte die Familie deshalb einen ersten Notruf ab. Nach Rücksprache mit der Alpinpolizei wollten die drei zunächst versuchen, selbstständig weiter abzusteigen. Als sich der Zustand des Mädchens weiter verschlechterte, alarmierte die Familie gegen 19:15 Uhr erneut die Einsatzkräfte. Daraufhin wurde ein Hubschrauber der Flugpolizei eingesetzt. Die Familie konnte aus dem Gelände geborgen und ins Tal geflogen werden. Alle drei blieben unverletzt.
Bekannter Klettersteig mit "Himmelsleiter"
Der Intersport-Klettersteig auf den 2054 Meter hohen Großen Donnerkogel zählt zu den bekanntesten Klettersteigen im Salzkammergut. Vom Bereich der Zwieselalm führt die Route in vier Abschnitten über rund 470 Höhenmeter zum Gipfel. Die schwierigsten Passagen erreichen C/D, darunter die steile Kaiser-Verschneidung und der ausgesetzte Aufschwung zum Donnermandl. Bekannt ist der Steig vor allem für die spektakuläre, 40 Meter lange "Himmelsleiter", die eine tiefe Schlucht überspannt.
Für den Klettersteig werden etwa drei bis vier Stunden veranschlagt, für die gesamte Tour mit Zu- und Abstieg rund fünf bis sechs Stunden. Vom Gipfel führt der markierte Normalweg über Weg 628 zurück in Richtung Törleggsattel und Zwieselalm. Der Tourismusverband weist ausdrücklich darauf hin, dass der Klettersteig kein Anfängersteig ist und ausreichend Kondition sowie Zeitreserven erforderlich sind.


8 Kommentare
Kommentar schreibenAlso die Schlagzeile des Berichts verleitet meiner Ansicht nach dazu, dem Klettersteig die Schuld zu geben. Demgegenüber kann man gemäß Artikel klar feststellen, dass die 10-jährige den Klettersteig geschafft hat und der Auslöser für die Erschöpfung der falsch gewählte weitere Abstieg war.
Zum Thema Alter in "schwierigen" Klettersteigen:
Ist das in diesem Klettersteig ungewöhnlich - mit Sicherheit wird es nicht Mehrheitlich Kinder um die 10 Jahre geben in diesem Steig. Aber es gibt definitiv ein paar Kinder in diesem Alter (die ich selbst in Steigen gesehen habe), die aufgrund einiger schon längerer Klettersteige vorher auch für diesen längeren und schwierigen Klettersteig grundsätzlich "qualifiziert" sind. Jedenfalls ist unser junger Teenager-Sohn inzwischen schneller in Klettersteigen als ich selbst unterwegs und geht inzwischen immer vor.
Unterm Strich könnte man natürlich auf "mangelnde Tourenplanung" wegen der falschen Abstiegsroute verweisen - aber genau wegen solchen "Zufällen" oder auch "Pech" befindet sich dann halt mal eine Person in Bergnot. Ich glaube jedenfalls nicht anhand des Berichts, dass die Familie "grob leichtsinnig/fahrlässig" an ihre Bergtour herangegangen sind.
"Grob fahrlässig" ist für mich z.B. in einen langen Klettersteig zu gehen, wenn schon für den frühen Nachmittag Gewitter ergo Blitze vorhergesagt sind.
Wer,wie,wo,was......der Papa bezahlt den Hubschraubereinsatz und gut. Freihe Menschen, freier Berg. Immer die Bevormundung. 10 Jährige sind durchaus in der Lage eine Tour zu machen.
Eins vorweg, ich bin kein Alpinist. Was ich mich frage - Leichsinn der Eltern hin oder her - was wäre, wenn die Leute,z.B. aus Angst vor negativen rechtlichen Konsequenzen NOCH LÄNGER zugewartet hätten? Es ist ja Dank der (ehrenamtlichen???) Retter nichts passiert. Eine gute Nachricht, die den Eltern hoffentlich etwas Demut lehrt!
Ich sehe dieses Verhalten auch als grob fahrlässig an. Ob es juristisch aufgearbeitet werden muss oder nicht, ich weiß nicht. Das Kind sollte auf jeden Fall den Eltern nicht mehr blind vertrauen, von daher hätte es sich als Lerneffekt dann doch irgendwie gelohnt. Aber im Ernst, Kinder solch Gefahren aussetzen ist unverantwortlich als Eltern. Da sollte das Kind mal ein ernstes Wörtchen mit beiden Elternteilen reden.
@Bruno hat vollkommen recht. Klar ist das eine harte Tour für eine 10-jährige, und offensichtlich hatte sie am Ende nicht genug Reserven. allerdings haben sie den Klettersteig ja geschafft, und sie waren auch nicht allzu spät dran.
Auf dem Intersport-Klettersteig findet man ganz andere Kaliber an Exoten, die absolut nicht auf den Berg gehören... da waren die im Vergleich eigentlich ganz gut drauf
Schön, dass es gut ausgegangen ist. Man sollte halt mit der ersten Gondel starten. Sonst kommt man zu früh in die Hitze
@Ulrich, ich sehe das nicht so; ich plädiere eh fast in jedem Fall, die Jurisprudenz zu Hause zu lassen, da immer Fehler passieren können. Nebenbei in diesem Fall (das Terrain kenne ich, ging aber wegen einer Handverletzung nicht per Klettersteig auf den DK - das Mädel hat den Klettersteig bestens gemeistert, der Fehler und das folgende Ungemach sind entstanden, da die Familie nicht den eher leichten Wanderweg Nr. 626 abstieg, sondern aus unerfindlichen Gründen auf dem Wanderweg Nr. 632 weitergingen, der absolut nicht ohne ist! Und der zieht sich hin.
Und wie soll eine juristische Ahndung aussehen? Was ändern Sie dadurch an der Tatsache?
Ein Glück ist, daß alle wohlbehalten blieben und hoffentlich für das nächste Mal eine Lehre daraus zogen. Bruno
Eine 10 jährige auf eine schwierige Klettersteigtour mitzunehmen ist größtmöglicher Schwachsinn und grob fahrlässig.Die Eltern sollten deswegen juristisch belangt werden.