Ultra-Trail durch Nordtirol

Ausserhofer rennt Adlerweg nonstop: 410 Kilometer, 25.810 Höhenmeter in unter 100 Stunden

410 Kilometer, 25.810 Höhenmeter und nur rund fünfeinhalb Stunden Schlaf: Philipp Ausserhofer hat den Nordtiroler Adlerweg in einem Stück bewältigt. Der 33-jährige Ultra-Trail-Läufer erreichte St. Christoph am Arlberg nach 97:50:01 Stunden und blieb damit unter seiner selbst gesetzten Grenze von 100 Stunden.

Philipp Ausserhofer im Ziel in St. Christoph am Arlberg nach 97:50 Stunden auf dem Adlerweg.
© Moritz Klee

410 Kilometer in knapp 98 Stunden

Philipp Ausserhofer hat den Nordtiroler Adlerweg nach eigenen Angaben als erster in einem Stück durchlaufen. Der Südtiroler startete am Sonntag, 27. September 2026, in St. Johann in Tirol und erreichte am Donnerstag, 01. Oktober, St. Christoph am Arlberg.

Für die Durchquerung benötigte er 97:50:01 Stunden. Seine dokumentierte Strecke misst 410,86 Kilometer mit 25.810 Höhenmetern im Aufstieg und 24.678 Höhenmeter im Abstieg. Unterstützt wurde der Läufer von einem kleinen Team.

Die 100-Stunden-Marke hatte sich Ausserhofer vor dem Start selbst gesetzt. Der Adlerweg sei für ihn allerdings nicht nur ein sportliches Projekt gewesen. Den kompletten Adlerweg einmal am Stück zu erleben, habe ihn schon seit längerer Zeit gereizt.

Durch sieben Gebirgsgruppen

Der Nordtiroler Adlerweg führt offiziell über 24 Etappen von St. Johann in Tirol nach St. Christoph am Arlberg. Die Route quert dabei sieben Gebirgsgruppen und reicht vom Kaisergebirge über das Karwendel und die Tuxer Alpen bis in die Lechtaler Alpen. Die offiziellen Informationen der Tirol Werbung beschreiben mehrere Abschnitte als anspruchsvolle Bergwege mit Geröll, ausgesetzten Passagen und seilversicherten Stellen. "Was mich am Adlerweg besonders fasziniert hat, war die unglaubliche Vielfalt.", sagt Ausserhofer

Zu den markanten Punkten gehört die Birkkarspitze im Karwendel. Mit 2.749 m ist sie der höchste Punkt des offiziellen Nordtiroler Adlerwegs und auch des Karwendels.

Wenig Schlaf und Probleme mit dem Knie

Nach rund der Hälfte der Strecke machten sich die Folgen der langen Belastung bemerkbar. Ausserhofer berichtet von Knieproblemen, die auf eine schmerzhafte Verletzung am Sprunggelenk nach einem Sturz beziehungsweise einer Unachtsamkeit im Bereich des Schleierwasserfalls zurückgingen.

Noch schwieriger war der Schlafmangel. Insgesamt habe er während der knapp 98 Stunden nur etwa fünfeinhalb Stunden geschlafen. Zweimal habe er rund 90 Minuten Ruhe bekommen, ansonsten kurze Powernaps. Ab dem Zirbenweg seien laut Ausserhofer auch Halluzinationen aufgetreten. Gesichter und Tiere habe er in Steinen am Wegesrand gesehen.

<p>Philipp Ausserhofer: Unterwegs auf dem Adlerweg</p>

Philipp Ausserhofer: Unterwegs auf dem Adlerweg

© Tom Klocker Photo

Erste dokumentierte Zeit für die komplette Route

Eine etablierte Fastest Known Time für die komplette Nordtiroler Adlerweg-Route gab es nach den vorliegenden Angaben bislang nicht. Ausserhofers 97:50:01 Stunden sind damit eine erste dokumentierte Richtzeit für die Durchquerung in einem Stück. Im Rückblick rückte die sportliche Leistung für ihn jedoch in den Hintergrund. "Was vom Adlerweg bleibt, sind sicher nicht die Zahlen. Ich habe eher das Gefühl, etwas wiedergefunden zu haben", fasste Ausserhofer seine Erfahrung zusammen.

Bereits 2023 hatte der Ultra-Trail-Läufer den Stubaier Höhenweg in 12:04:57 Stunden bewältigt und dort eine dokumentierte FKT aufgestellt.

Fakten zum Lauf

  • Route: St. Johann in Tirol – St. Christoph am Arlberg

  • Distanz: 410,86 km

  • Höhenmeter: 25.810 hm

  • Zeit: 97:50:01 Stunden

  • Schlaf: rund 5,5 Stunden

  • Start: 27. September 2026

  • Ziel: 01. Oktober 2026

  • Offizielle Adlerweg-Etappen: 24

1 Kommentar

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Bruno

Eigentlich wollte ich mich Kommentaren zu Berichten über diese Laufburschen enthalten, da natürlich die Kritik berechtigt ist, daß jeder tun sollte, was ihm Spaß macht. Aber ich hab mir leider nicht auf die Zunge (in den Finger) beißen können, da der Bericht herrlich amüsant ist!
Ich meine nicht die Aussage des tüchtigen jungen Herrn, "Was vom Adlerweg bleibt, sind sicher nicht die Zahlen", der im Widerspruch dazu stolz seine Uhr ins Bild hält.

Genial ist die Verbindung "Was mich am Adlerweg besonders fasziniert hat, war die unglaubliche Vielfalt" mit "...es seien auch Halluzinationen aufgetreten. Gesichter und Tiere habe er in Steinen am Wegesrand gesehen".
Also wenn das mal keine Vielfalt ist! Sollte ich alter Knochen auch noch mit dem Rennen durch Nacht und Nebel anfangen? Scheint hoch interessant zu sein.
Dann wünsche ich dem Herrn und weiteren Rekordläufern weiterhin spannende Erlebnisse und ungewohnten Entdeckungen in der Natur. Bruno