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Handschlaufe am Pickel: Dranlassen oder abmachen?

Die Handschlaufe am Eispickel sorgt regelmäßig für Diskussionen unter Bergsteigern. Soll sie beim Gehen in steilem Gelände abgenommen werden, um das Wechseln in Serpentinen zu erleichtern? Oder ist das Dranlassen sicherer, damit der Pickel bei einem Sturz nicht verloren geht? Bergführer Olaf Perwitzschky klärt auf.

Handschlaufe am Pickel: Dranlassen oder abmachen?
© Olaf Perwitzschky

Frage: Soll die Handschlaufe am Pickel dranbleiben?

Florian fragt per E-Mail: Es geht um die Handschlaufen bei Eispickeln. Ich habe vor einiger Zeit einen Kurs beim DAV belegt, und dort wurde uns gesagt, wir sollten die Handschlaufen beim Eispickel entfernen. Zum einen würde das beim Aufsteigen in Serpentinen hilfreich sein, da man ja bei jeder Serpentine die pickelführende Hand wechselt. Außerdem, und ich glaube, das war vor allem der springende Punkt, würde der Pickel sonst, wenn wir abrutschen, zur unkalkulierbaren Gefahr für uns werden.

Gleichzeitig kenne ich einige Personen, auch Bergführer, die vehement predigen, man solle die Handschlaufe am Pickel lassen. Schließlich bestehe andernfalls das Risiko, den Pickel beispielsweise beim Sturz in eine Gletscherspalte zu verlieren. Und das sollte man auf jeden Fall verhindern. Daher die Frage, was empfiehlt Olaf und warum?

Antwort: Handschlaufe nicht grundsätzlich vom Pickel entfernen

Antwort von Olaf: Eine gute Frage. Beides! Ich würde die Handschlaufe nicht grundsätzlich vom Pickel entfernen. Das ist je nach Pickelmodell nicht (oder nur schwierig) reversibel. Beim Gehen in steilem Gelände in einer Spur, die zickzack verläuft, ist es tatsächlich nervig, ständig das Gepfriemel mit der Handschlaufe zu haben. Du trägst den Pickel ja immer auf der Bergseite und musst ihn dementsprechend bei jeder Richtungsänderung wechseln.

Beim flachen Dahintrotten über den Gletscher oder auch, wenn es mal richtig steil wird, finde ich es von Vorteil, den Pickel in der Handschlaufe zu tragen. Da hast du ihn ja lange auf einer Seite und musst nicht ständig wechseln. So sind beide von dir beschriebenen Aspekte abgedeckt und das ist ein sinnvolles Vorgehen.

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Olaf Perwitzschky ist ALPIN-Testredakteur und staatlich geprüfter Bergführer. Berge sind seine Leidenschaft - und Eure Fragen sind ihm Herausforderung! Jeden Monat beantwortet er Eure Anliegen im ALPIN-Heft unter der allseits bekannten Rubrik „Olaf klärt das schon!“.

Text von Olaf Perwitzschky

3 Kommentare

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Peter

Wenn auch nur annähernd Absturz- oder Spaltensturzgefahr besteht (und das tut sie per Definition, wenn man den Pickel auspackt) dann gehört in die andere Hand kein Stock

Steffen

Danke "Plattfuss", das ist ein super Tipp!

Plattfuss

Genau für dieses ständige Handwechseln im beschriebenen Szenario schör ich auf ein "Gummi" Band wie die Grivel Single Spring EVO. Oft hast ja auch noch Skistock in der anderen Hand, dann wird es beim Zickzack ganz lustig...