23 Kilometer und 2300 Höhenmeter in 2:47:08 Stunden.

26. Juni 2020: Toni Palzer meistert Watzmannüberschreitung in unter drei Stunden

23 Kilometer, 2300 Höhenmeter, Kletterstellen bis II: Toni Palzer lief die Watzmann-Überschreitung am 26.06.2020 in unglaublichen 2:47:08 Stunden. Damit ist er bisher ungeschlagen.

26. Juni 2020: Toni Palzer meistert Watzmannüberschreitung in unter drei Stunden
© facebook.com/toni.palzer

Die meisten brauchen zwei Tage – Palzer keine drei Stunden

Für die meisten Bergsteiger ist die Watzmann-Überschreitung eine lange, ernste Unternehmung – oft auf zwei Tage verteilt. Toni Palzer machte daraus einen Rekordlauf: In nur 2:47:08 Stunden überschritt der Berchtesgadener die drei Hauptgipfel des Watzmanns.

Die Watzmann-Überschreitung zählt zu den anspruchsvollen klassischen Bergüberschreitungen in den Ostalpen. Der Gratverlauf vom Watzmann-Hocheck über das Mittel- bis zum Südgipfel verlangt absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung. Viele Passagen sind exponiert, bei Nässe oder Sturm gefährlich und für Ungeübte nicht geeignet. 

Die Route führte von der Wimbachbrücke über das Watzmannhaus hinauf zum Hocheck, weiter über den ausgesetzten Grat zur Mittelspitze und Südspitze und anschließend über das Wimbachgries zurück zum Ausgangspunkt. Rund 23 Kilometer, etwa 2300 Höhenmeter und Kletterstellen bis zum II. Grad machen die Tour auch für erfahrene Alpinisten anspruchsvoll.

Palzers Zeit von 2:47:08 Stunden unterbot die kurz zuvor aufgestellte Bestmarke von Hannes Namberger um mehr als 14 Minuten. Namberger war wenige Tage zuvor in 3:01:53 Stunden über den Watzmann gelaufen.

Besonders bemerkenswert: Die Watzmann-Überschreitung gilt nicht als gewöhnliche Trailrunning-Strecke, sondern als hochalpine Gratüberschreitung mit ausgesetzten Passagen, Absturzgelände und langen technischen Abschnitten im Auf- und Abstieg. Für Normalbergsteiger wird die Tour meist mit rund 15 Stunden Gehzeit beziehungsweise als Zweitagestour angegeben.

Der Watzmann verzeiht keine Fehler

Palzer selbst beschrieb den Lauf nach seinem Zieleinlauf als kontrolliert: Es habe keine kritische Situation gegeben, sagte er damals. Genau das macht die Leistung aus alpiner Sicht so außergewöhnlich: Nicht nur die Geschwindigkeit zählt, sondern vor allem die absolute Sicherheit auf einem Gelände, in dem Fehler schwerwiegende Folgen haben können.

Facebook-User Peter Beuster kommentierte den Post von Toni Palzer so: "Du Wahnsinniger! Das war so klar, dass du das nicht auf dir sitzen lässt. Bombastisch! Es gibt nur EINE Maschine."

Toni "Doni" Palzer, der eigentlich Anton heißt, war bereits vor seinen Rekorden am Watzmann beileibe kein Unbekannter in der Berg- und Ausdauersportszene. Er war jahrelang erfolgreicher Skibergsteiger und mehrfacher Deutscher Meister und Junioren-Weltmeister. Auch als Bergläufer erzielte Palzer nationale und internationale Erfolge und wurde beispielsweise 2013 Deutscher Meister. Seit 2021 mischt er als Radprofi bei einem deutschen Team im internationalen Radsport mit und zählt auch 2025 zu den Aktiven im Kader der Mannschaft von Red Bull-Bora-hansgrohe.

Vier Jahre nach Palzers Rekordlauf wurde auch eine neue FKT (fastest known time) bei den Frauen am Watzmann bekannt. In vier Stunden und 13 Minuten rannte Trailrunning-Talent Clara Carste am 22. Juni 2024 vom Tal hinauf zum Hocheck, traversierte den Grat und sprintete durch das Wimbachgries zurück zum Ausgangspunkt.

Text von Holger Rupprecht

9 Kommentare

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Daniel

Glueckwunsch ihm! Eine tolle Leistung.

Micha

Interessant sind die Kommentare, die hier Ego, Druck, kein Genuss, langweilig, irrelevant oder gar der Vergleich mitm Uli.
Was für arme und respektlose Kommentare sind das das denn bitte über eine Person deren Beweggründe und Motivation ihr garnicht kennt.
Spart euch eure Entrüstung und Moral und lasst den Kerl machen, was ihm gefällt.
Und wenns langweilig und irrelevant ist, lest es nicht und kommentiert nicht.

Meine Güte.

hartkern48@gmail.com

Jeder hat den berühmten Swiss Maschine kennengelernt und wie es endete in Nepal am Nutze...Mit dem Sturz 1000m tief ins Nirwana. Ich lernte ihn kennen bei einem Vortrag in Freiburg. Ulli Steck.....Armer Schneller Bergläufer..Arme Ehefrau...

ovid13

Ihr seid ja echt ziemlich durchgeknallt - sowohl Toni als auch Phillip. Saustarke Leistung und meinen Respekt. Ich bin auch im Trail unterwegs und finde es nicht verwerflich, schnell im Gelände unterwegs zu sein, auch wenn der Watzmann ganz sicher nicht auf meinem Plan steht, ist es mega, seinen Körper, seine Leistung und dieses Vorwärtskommen zu spüren. Das sagt rein gar nichts darüber aus, ob man nicht auch Genießer sein kann....Es gibt mit Sicherheit genug selbsternannte Genussmenschen am Berg mit weniger Erfahrung und noch geringerem Respekt.

Robby

Ab und zu ein Projekt durchziehen, warum nicht? Der Mann ist sicher oft langsamer unterwegs und genießt wahrscheinlich die Natur. Der Berg bietet ja grad so viele Möglichkeiten der Betätigung. In diesem Sinne, Glückwunsch.

Mankerl

Wer dem "Schneller - Höher - Weiter" hinterherjagt lebt in seiner eigenen Welt. Die meisten Bergfreunde sehen die Berge und die Natur nicht als Sportobjekt, sondern als Ort der Erholung, des Insichgehens, Genuss und Freude an den Pflanzen, Tieren und der Vielfalt der Natur.

ellese

Langweilig und nicht relevant. Diese Leute haben das Bergsteigen und die Natur nicht verstanden. ALPIN sollte darüber nicht dauernd berichten. Der mediale "Druck" führt zu immer weiteren "Rekorden"- und es wird irgendwann etwas passieren.

Skifahrer10

Na ja wer es braucht fürs Ego
Ich habe 8 Std gebraucht mit Genuss und schönen Bildern und Eindrücken und nette Begegnungen was diese Leute sicher nicht haben

Fabian Stuhldreier auf unserer Facebook-Seite

Denke sein Schlüssel zum Rekord war der Umstand, dass er sich seinen Proviant selber mitgebracht hat. Damit konnte er sich längere Wartezeiten auf seine Bestellung am Watzmannhaus sparen. Denn gerade da verliert die Konkurrenz oft wertvolle Minuten. Raffiniert!