In den Stubaier Alpen auf Tour

Herbstliches Hochstubai: Einsame Hochtouren am Alpenhauptkamm

Im Spätherbst kann man am Alpenhauptkamm vollkommene Einsamkeit erleben. Aber ist das die richtige Jahreszeit, um noch eine Hochtour zu unternehmen? Bei entsprechenden Verhältnissen auf jeden Fall!

Herrlicher Bergherbst am Laubkarsee – hier schon mit Schnee und Eis!
© Michael Pröttel

Hochtouren im Herbst? Abhänging von den Verhältnissen!

Au weh zwick! Schön sind sie ja schon anzuschauen, die glitzernden Schneekristalle. Aber muss gleich der ganze Talboden rund um Gries damit bedeckt sein? Jana und Wolfgang lieben es, ab Mitte Oktober im Hochgebirge unterwegs zu sein. Dann sind die Hütten nicht mehr bewirtet und die Massen ganz, ganz weit weg. Normalerweise zieht es die beiden dann in die Dolomiten. Doch diesmal wollten sie den west­lichen Stubaier Hauptkamm überschreiten.

Nun. Man kann sich also durchaus die Frage stellen, ob das eine gute Idee ist. Denn der erste Schnee fällt im Hochgebirge meist schon im Herbst. Mitte September letzten Jahres war das in Tirol teilweise mehr als ein halber Meter. Es könnte also durchaus heikel sein, jetzt noch die Gletscher zu betreten. Schließlich sind eingewehte Spaltenzonen dann schwerer zu erkennen. 

<p>Auf dem nach­mittäglichen Weg zum Sulzkogel.</p>

Auf dem nach­mittäglichen Weg zum Sulzkogel.

© Michael Pröttel

Außerdem wird es im November schon früh dunkel. Und es gibt keinen Hüttenwirt vor Ort, den man nach den aktuellen Verhältnissen fragen könnte. Ihr Essen müssen sich Jana und Wolfgang also im Winterraum selbst kochen. Aber genau das lieben sie! Zudem folgte dem eher weißen Berg-September ein goldener Oktober. 

So war für das kommende Wochenende nach dem nächtlichen „Wintermezzo“ eine stabile Hochdruckwetterlage mit besten Sichtverhältnissen angesagt. Und Wärmegewitter sind im November ohnehin nicht zu befürchten.

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Text von Michael Pröttel

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