Rückkehr auf die Wettkampfbühne@(zwischenHeadlineTag)>
Chris Sharma, geboren 1981 in Kalifornien und heute nahe Barcelona lebend, gehört zu den einflussreichsten Sportkletterern der vergangenen drei Jahrzehnte. Bereits mit 14 Jahren gewann er 1995 die US-Nationalmeisterschaften, startete als Teenager im Weltcup und wandte sich kurz darauf nahezu vollständig dem Felsklettern zu.
Nun kehrt Sharma zum Wettkampfklettern zurück. Wie das US-Magazin Climbing berichtet, wolle er versuchen, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren. Der erste Schritt führt ihn zu den nationalen Lead-Wettkämpfen in den USA. Um ins Nationalteam zu kommen, muss er sich bei zwei Veranstaltungen im oberen Ranking platzieren. Sollte ihm die Qualifikation in diesem Jahr nicht gelingen, bliebe ihm noch eine weitere Möglichkeit im darauffolgenden Jahr.
Zwischen Felsleidenschaft und Olympia-Traum@(zwischenHeadlineTag)>
Sharma gilt als Inbegriff des leistungsorientierten Felskletterns. Er kletterte die erste bestätigte Routen im Schwierigkeitsgrad 9a+, "Biographie", und prägte das Deep-Water-Soloing weltweit. Seine Routen in Spanien, etwa in Siurana oder Mallorca, gelten als Meilensteine des modernen Sportkletterns.
Er selbst beschreibt den möglichen Olympia-Start als “Full-Circle-Moment”, nach fast 40 Jahren und seinen ersten Klettermetern im Heimatstaat Kalifornien für das Olympia-Team. Gleichzeitig betont er im Interview mit Climbing Magazine, dass ihm die Leidenschaft für das Felsklettern nach wie vor wichtiger sei als ein reiner Fokus auf Wettkampftraining. Gerade im Frühjahr falle es ihm schwer, perfekte Felsbedingungen in Spanien gegen Indoor-Wettkämpfe einzutauschen.
Aus bergsportlicher Perspektive ist dieser Spagat bemerkenswert: Während das moderne Wettkampfklettern stark von koordinativen Elementen, Volumenstrukturen und dynamischen Bewegungen geprägt ist, liegt Sharmas Stärke traditionell im ausdauernden, steilen Fels in langen, kraftintensiven Linien.
Die Entwicklung des Klettersports habe ihn überrascht, so Sharma. Vom Nischendasein in den 1990er-Jahren habe sich das Klettern zu einer global beachteten Wettkampfsportart entwickelt, inklusive olympischer Bühne.
Leistungsniveau mit Mitte 40@(zwischenHeadlineTag)>
Mit aktuell 44 Jahren wäre Sharma bei den Spielen 2028 47 Jahre alt. Ein Alter, das im internationalen Lead-Wettkampf bislang kaum vertreten ist. Dennoch zeigt er sich selbstbewusst. "Ich glaube, dass ich dazu fähig bin", sagt er im Interview, auch wenn das Leistungsniveau im Wettkampfklettern derzeit extrem hoch sei.
Parallel arbeitet Sharma weiterhin an ambitionierten Felsprojekten. In Spanien widmet er sich unter anderem einer rund 60 Meter langen, stark überhängenden Route. Zudem gelang ihm im Dezember 2024 mit “Vision Quest” (9a) auf Mallorca eine der härtesten Deep-Water-Solo-Begehungen seiner Karriere.
Generationendialog im Klettersport@(zwischenHeadlineTag)>
Ein zentrales Motiv seiner Rückkehr ist die Begegnung mit der jungen Generation, Sharma beschreibt die Atmosphäre bei nationalen Meisterschaften als inspirierend. Das gemeinsame Klettern mit Athleten, die zwei Jahrzehnte jünger sind, verstehe er als gegenseitige Motivation. Für den Klettersport insgesamt steht sein möglicher Olympia-Start symbolisch für die Verbindung von Pionierzeit und Gegenwart.
Ob der Plan tatsächlich aufgeht, bleibt offen. Sharma selbst formuliert es nüchtern: Er wolle sich die Möglichkeit offenhalten, ohne sich vollständig vom Fels zu verabschieden. Entscheidend sei, “to keep the psych alive”.


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