Kommen, um zu bleiben

Das Pfitscher Tal: Die schönste Sackgasse in Südtirols hohen Norden

Beim Wandern richtig viel schaffen, möglichst weit kommen? Am besten bis Venedig? Puh! Wie wäre es, wenn man einfach bleibt? Im Pfitscher Tal, zum Beispiel, dieser Sackgasse gleich nach Sterzing links. Dort landet keiner aus Zufall.

Abstieg vom Pfitscher-Joch-Haus über die Jochplatte.
© Hannes Kutza

Das Pfitscher Tal: Im Tal der bleibenden Erinnerungen

Es gibt Applaus für jeden, der von München nach Venedig läuft. Nur nicht für die schönen Seitentäler, die man links liegen lässt, während man von der Isar an die Adria hechtet. Mindestens 500 Wanderer marschieren jährlich am so genannten Traumpfad entlang, 550 Kilometer von München nach Venedig. Mit großen Rucksäcken, die verraten, dass sie keine Tagestouristen sind.

Auf der elften Tagesetappe des Fernwanderweges, den der Wolfratshausener Ludwig Graßler in den Siebzigern entwickelte, steigen sie üblicherweise ein paar Hundert Höhenmeter vom Pfitscher Joch ins Tal hinab, bloß um am nächsten Tag durch die Gliderscharte das Pfitscher Tal wieder zu verlassen. 

Schade eigentlich. Gäbe es doch hier so viel mehr zu sehen. Man müsste einfach ein paar Tage am Stück hier verbringen, in diesem Tal, das sich hinterm Brenner versteckt. Sich einnisten im Gasthof Stein zwischen ausgestopften Murmeltieren und Häkeldeckchen, um auszuharren an diesem Ort, der nur als Durchgangsstation gedacht war. Um bleiben zu lernen. 

<p>Entspannung auf dem Gipfel der Rotbachl­spitze. Blick auf die Vordere Weißpitze, ­Hintere Weißpitze und Hochferner (links).</p>

Entspannung auf dem Gipfel der Rotbachl­spitze. Blick auf die Vordere Weißpitze, ­Hintere Weißpitze und Hochferner (links).

© Hannes Kutza
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Text von Jessica Schober

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