Weitwandern in Nepal

Einsames Trekking durch das verborgene Königreich Mustang

Im Schatten der Achttausender Dhaulagiri und Annapurna liegt verborgen das ehemalige Königreich Mustang. Die Trekkingroute über den Saribung-Pass ist eine der abgelegensten und anspruchsvollsten Weitwanderungen in Nepal.

Die Damodar-Seen werden von Hindus als heilig verehrt. Auch Buddhisten kommen in die Einöde, wie man an den unzähligen Gebetsfahnen erkennen kann.
© Karl Gabl

Eine Verbindung von Mustang nach Marsyandi

Es war eine verwegene Idee. Dort, wo vorher nie ein Mensch unterwegs war, wollte der französische Bergführer, Expeditionsveranstalter und Nepalerkunder Paulo Grobel vor nunmehr fast zwanzig Jahren einen Übergang finden und damit eine Verbindung vom Königreich Mustang ins Tal des Marsyandi, das Annapurna- und Manaslu-Massiv voneinander trennt. 

Es sollte eine neue Trekking-Möglichkeit für all jene sein, die auf den üblichen Routen am Fuß von Mount Everest, Manaslu, Annapurna und Dhaulagiri schon unterwegs gewesen waren. Deshalb machte Grobel sich auf den Weg vom Königreich Mustang in das Tal des Marsyandi-Flusses. So zumindest erzählt er das, als wir ihm gegen Ende des von ihm gefundenen Trekkings zufällig über den Weg laufen.

<p>Zu Pferd ist der Weg nach Lo Manthang deutlich bequemer.</p>

Zu Pferd ist der Weg nach Lo Manthang deutlich bequemer.

© Karl Gabl

Die Pionier-Trekkingroute über den Saribung-Pass

Grobel hat nicht nur einen Übergang gefunden, wo vorher niemand nach einem Weg gesucht hätte, weil er dort zum 6000 Meter hohen Saribung-Pass hätte hinaufsteigen müssen. Grobel ist es auch gelungen, Kultur mit Bergsteigen zu verbinden: Die Route führt zunächst durch das buddhistisch geprägte ehemalige Königreich Mustang bis zu dessen Hauptstadt Lo Manthang, dann hinauf zu den in 5000 Meter Höhe gelegenen Damodar-Seen, wo Hindus beten und ihre Opfergaben ablegen, und über einen vergletscherten 6000 Meter hohen Pass ins Marsyandi-Tal auf der Westseite des Manaslu.

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Text von Stephanie Geiger

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