Tom Dauer: "Reinhard Karl hat mein Leben geprägt"
Vor 50 Jahren begründete Kurt Albert die Rotpunkt-Bewegung. Der Journalist Tom Dauer hat ein Buch über ihn geschrieben. Denn nur wenige kennen sich in den Bergen so gut aus wie Tom und klettern selbst auch noch gut. Der Drehbuchautor, Schriftsteller und Filmemacher, der auf einem Bauernhof bei Miesbach wohnt, ist ein demütiger Mensch. Er bezeichnet sich nur als „guten Generalisten“. Ein Gespräch über Filme und Vorbilder.

Der Journalist, Filmemacher und Buchautor im Gespräch@(zwischenHeadlineTag)>
Er ist ein Tausendsassa. Als Kind reiste er mit seinen Eltern, seinem Bruder und einem alten VW Passat kreuz und quer durch die Alpen. Bis heute hat der Alpin-Journalist zahlreiche Bücher geschrieben, viele Filme gemacht für den BR, das ZDF und Servus TV. Doch das reicht Tom Dauer nicht. Aktuell dreht der gebürtige Münchner den Kinofilm „Downhill Skiers“ und leitet das Bergfilm-Festival Tegernsee.
Wenn ein Film über die Alpen gedreht werden soll, fällt dein Name. Ebenso verhält es sich mit Biografien über Bergmenschen wie zuletzt Kurt Albert, Buchbänden über Hütten und Gipfel. Dabei bist du doch in Mexiko aufgewachsen. Wie konntest du dort deine Liebe zu den Alpen entdecken?
Vielleicht sollte ich meinen Lebenslauf ein bisschen konkretisieren (grinst). Meine Eltern waren Entwicklungshelfer in Afghanistan. Mein Vater unterrichtete Metallverarbeitung, meine Mutter baute ein Waisenheim auf. Ohne sie – und da bin ich mächtig stolz darauf – wäre es vielen Kindern viel schlechter gegangen. Kurz vor meiner Geburt im September 1969 ist meine Mutter mit mir im Bauch nach München geflogen, hat mich hier zur Welt gebracht. Sechs Wochen später sind wir dann zurück nach Afghanistan. Danach zogen wir nach Mexiko. Dort war ich im Kindergarten.
Wann kamst du zurück nach München?
Als ich in die Schule kam. Wann immer es aber ging, haben meine Eltern meinen Bruder und mich eingepackt und sind mit uns in die Berge gefahren. Mein Vater war selbst leidenschaftlicher Kletterer und Bergsteiger. Zusammen waren wir – so kam es mir vor – auf jedem erdenklichen Berg im Voralpenland.

Tom (rechts) zu seinen alpinistischen Anfängen: Unterwegs mit seinem Vater ca. 1978.
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