Alpinismus, Extremklettern und große Erstbegehungen weltweit

15. April 1968: Robert Jasper wird geboren

1991 bestieg Robert Jasper die drei größten Nordwände der Alpen – im Alleingang und auf schwierigen Routen. Zahlreiche, schwierigste Solo- und Erstbegehungen in Fels und Eis folgten. Am 15. April feiert der Allround-Könner Geburtstag.

Robert Jasper: Extrembergsteiger und Familienmensch
© Archiv Rober Jasper

Robert Jasper: Mit 16 durch die Eiger-Nordwand

Die ersten Kletterversuche unternahm der in Waldshut-Tiengen geborene Jasper im heimischen Schwarzwald. Mit einem Sicherungsgeschirr aus zusammengenähten Autogurten. Dem Vater war das etwas zu riskant, weshalb er seinen Sohn in die Obhut eines Schweizer Bergführers gab. 

Mit gerade mal 16 Jahren kletterte Jasper zum ersten Mal die Eiger-Nordwand durch die "Heckmair-Route". Später folgte der seilfreie Alleingang. Mit seiner Frau Daniela, ebenfalls Extrembergsteigerin, schuf er die "Symphonie de Liberté", die erste Xer-Route in der Nordwand.

<p>Auf Baffin Island: Stefan Glowacz und Robert Jasper.</p>

Auf Baffin Island: Stefan Glowacz und Robert Jasper.

© Klaus Fengler

Robert Jasper: Alpinistische Erfolge und Erstbegehungen

Die Liste Jaspers alpinistischer Erfolge ist seitenlang und soll hier nicht komplett aufgezählt werden. Sein Ansatz: technisch extrem, alpin ernst und konsequent im Stil. Oft war und ist Jasper auch solo unterwegs. Einige Beispiele: 1991 gelingt ihm die Solobegehung der drei großen Nordwände der Alpen – Eiger, Matterhorn und Grandes-Jorasses.

 Weitere Highlights: Erste freie Begehungen von "No Siesta" (M8, E5) am Grandes Jorasses, der "Sébastian Gay Memorial Route" ( F5/ A2, 90°) am Matterhorn sowie der "Japaner"- wie der "John-Harlin-Direttissima" am Eiger. An seinem "Hausberg" gelang dem Schwarzwälder 2015 mit "Odyssee" (X-) auch die Erstbegehung der zum damaligen Zeitpunkt schwierigsten Linie am Eiger.

2005 gelang Jasper gemeinsam mit Stefan Glowacz in Patagonien eine herausragende Erstbegehung: Am Nordpfeiler des Cerro Murallón kletterten sie die anspruchsvolle Linie "Gone with the Wind" (IX+, A2, M5) – eine Leistung, die mit einer Nominierung für den renommierten Piolet d’Or gewürdigt wurde.

Und dann sind natürlich noch die beiden Mixed-Meilensteine "Ritter der Kokosnuss" (M12/W15) und "Flying Circus" (M10) zu nennen, die Jasper beide an der Breitwangflue im Berner Oberland realisieren konnte.

<p>Eine ganze Zeit her: Robert Jasper, aufgenommen am Rande eines TV-Auftritts 2004.</p>

Eine ganze Zeit her: Robert Jasper, aufgenommen am Rande eines TV-Auftritts 2004.

© picture-alliance / dpa/ Erwin Elsner

Robert Jasper: Ausnahmefigur im Bergsport

"Die Souveränität und die Coolness, mit der Jasper vereiste Seillängen im VIII. Grad ebenso wie dünne Eisschläuche meisterte, war enorm beeindruckend. Nie hatte ich das Gefühl, dieser Mann würde zu viel wagen, oder etwas Gefährliches gar. Vom alpinen Hasardeur, der sinnlos Leib und Leben riskiert, ist Jasper so weit entfernt wie der Eiger vom Mons Huygens, und der steht auf dem Mond." So beschrieb der langjährige ALPIN-Kolumnist Tom Dauer einst das Geburtstagskind. 

"Robert Jasper ist über all die Jahre vor allem Bergsteiger geblieben, mit Herz und Seele, mit Leidenschaft für sein Tun, mit schönen Zielen und einem dicken Tourenbuch, mit immer neuen Ideen und festen Idealen", so Tom Dauer, der dem Jubilar vor einigen Jahren in ALPIN ein ausführliches Porträt widmete.

Text von Holger Rupprecht

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