29. Juni 1970: Günther Messner verunglückt am Nanga Parbat
Am 27. Juni 1970 brach Reinhold Messner nachts auf, um im Alleingang über die Rupal-Wand den Nanga Parbat (8.125 m) zu besteigen. Günther Messner folgte ihm wenig später ohne vorherige Absprache. Um seinen Bruder einzuholen, musste er ein hohes Tempo anschlagen und war zudem nur unzureichend ausgerüstet. Schließlich erreichten die Brüder gemeinsam den Gipfel des neunthöchsten Berges der Erde.
Seit 2005 gesichert: Günther Messner kam beim Abstieg über die Diamirflanke ums Leben
Reinhold Messners Angaben nach wäre der Abstieg auf gleichem Weg zu gefährlich gewesen. In einem Interview 2020 anlässlich des 50-jährigen traurigen Jubiläums mit der “Bild”-Zeitung erzählt Messner: “Es gab nur eine Möglichkeit: Wir mussten über die völlig unbekannte Diamir-Seite runter, sonst würden wir beide sterben.” Die Route über die Diamir-Seite sei die vermeintlich leichtere gewesen.
Kritiker Messners unter den damaligen Expeditionsteilnehmern behaupteten dagegen, Reinhold Messner habe von Anfang an die bis dato noch nie realisierte Überschreitung im Sinn gehabt, um sich einen Platz in den alpinen Geschichtsbüchern zu sichern. Dass der 1946 geborene Günther Messner beim Abstieg über die Diamirflanke ums Leben kam, kann seit 2005 als gesichert angesehen werden.
Damals wurden auf der Diamir-Seite die sterblichen Überreste eines Bergsteigers entdeckt. Das gerichtsmedizinische Institut der Universität Innsbruck ordnete sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Günther Messner zu. Reinhold Messner sah damit seine Darstellung der Ereignisse bestätigt.
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Reinhold Messner: "Es war der schlimmste Tag meines Lebens"
Nach Reinhold Messners Schilderung wurde Günther Messner beim Abstieg von einer Eislawine erfasst. Im Interview mit der Bild erinnert er sich:
"Gar nichts mehr da. Keine Spur, keine Ausrüstung, kein Bruder. Nur Eisbrocken und Schnee. Da war mir klar: Eine Lawine hat ihn erwischt. Ich habe einen Tag und eine Nacht wie ein weidwundes Tier nach ihm gesucht, gebrüllt. Ich bekam keine Antwort. Es war der schlimmste Tag meines Lebens."
Bis heute zählt der Tod seines Bruders zu den einschneidendsten Erlebnissen im Leben Reinhold Messners.
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Neben dem schmerzlichen Verlust trug Reinhold Messner auch schwere körperliche Schäden davon. Aufgrund von Erfrierungen verlor er sieben Zehen. Klettertechnisch konnte er nach der Nanga-Parbat-Expedition nie wieder ganz an das Niveau anknüpfen, das ihn zuvor zu einem der stärksten Kletterer seiner Generation gemacht hatte.
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4 Kommentare
Kommentar schreibenWeder der Reinhold Messner etwas vorwirft ist der größte…..
Es gibt auch Tröstliches beim Schicksal Günther Messners. Erstens, es war allein seine Entscheidung und seine Verantwortung, dem Bruder gegen die Absprachen nachzusteigen. Er war selbst für das verantwortlich, was ihm passierte. Zweitens, dieses Verhalten forderte außer ihm selbst keine weiteren Opfer. Es hätte dazu auch seinen Bruder und andere Expeditionsteilnehmer, die nach den Messners suchten, das Leben kosten können.
Auch nach über 50 Jahren macht einen das Schicksal von Günther Messner noch betroffen.
R.I.P. ??
R.I.P Günter MESSNER