Sichere Steigeisentechnik notwendig

Aktuelle Verhältnisse an der Zugspitze: Anstieg durch das Höllental erfordert alpine Erfahrung

Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands, entsprechend beliebt sind die Routen zum Gipfel. Wir halten euch an dieser Stelle über die aktuellen Verhältnisse auf der Route über das Höllental auf dem Laufenden.

Aktuelle Verhältnisse im Höllental
© Instagram Vivalpin
Inhaltsverzeichnis

Update 14. Oktober 2025 | Anstieg durch das Höllental erfordert alpine Erfahrung

Der Bergführer Sepp Hümmer von der Bergschule "Die Bergführer" hat via Instagram am 12. Oktober aktuelle Informationen zu den bedingungen im Aufstieg auf die Zugspitze über das Höllental veröffentlich, die wir hier für euch zusammenfassen:

Der klassische Anstieg durch das Höllental präsentiert sich derzeit als eindrucksvolle, aber anspruchsvolle Spätherbsttour. Die Route ist weitgehend begehbar, erfordert jedoch alpine Erfahrung, sicheres Steigen und den umsichtigen Einsatz von Steigeisen.

Höllentalferner: Der Gletscher ist mit bis zu 40 Zentimetern Neuschnee bedeckt. Die Aufstiegsspur vom 12. Oktober ist weiterhin gut erhalten und feste Trittstufen bieten sicheren Halt. Da keine größeren Niederschläge zu erwarten sind, bleiben die Verhältnisse vorerst stabil. Die Spaltenbrücken sind schwer zu erkennen, können aber umgangen werden.

In unserer Bildergalerie könnt ihr die Schlüsselstellen der Route durchs Höllental auf die Zugspitze in Augenschein nehmen:

Randkluft: An der Randkluft liegen rund zwei Meter Schnee, der Übergang in den Klettersteig bereitet aktuell keine Schwierigkeiten. Das provisorische Knotenseil wurde entfernt, da es nicht mehr benötigt wird.

Oberer Klettersteig: Die Einstiegswand ist schnee- und eisfrei und kann ohne Steigeisen begangen werden. In der Querung fehlt allerdings ein Stahlseil – hier erschweren 40 bis 60 Zentimeter Schnee und vereiste Trittspuren das Weiterkommen. Spätestens an dieser Stelle ist der Einsatz von Steigeisen sinnvoll. Im oberen, sonnigen Teil des Klettersteigs ist das Stahlseil wieder frei und der Schnee weitgehend abgeschmolzen.

Irmerscharte und Gipfelanstieg: Vor der Irmerscharte trifft man erneut auf viel Schnee und vereiste Felsen. Steigeisen bieten hier wertvolle Unterstützung. Die Stahlseile liegen frei, eine gute Spur führt bis zum Gipfel der Zugspitze.

Fazit: Die Tour durchs Höllental ist derzeit gut machbar, erfordert aber ein sorgfältiges Abwägen, wann die Steigeisen angelegt werden. Ein früher Aufbruch im Tal ist zwingend – die Höllentalangerhütte hat bereits geschlossen.

Update 07. Oktober 2025 | Saisonende im Höllental

Die Bergschule Vivalpin warnt auf Instagram vor den aktuellen Verhältnissen beim Aufstieg zur Zugspitze: Der Anstieg durch das Höllental auf die Zugspitze ist derzeit äußerst anspruchsvoll. Am Höllentalferner erschweren bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und eingeschneite Spalten die Orientierung. Die bisherige Spur vom 6. Oktober wird in den kommenden Tagen verschwinden. Wer neu spurt, soll sich in der Gletschermitte halten und erst oberhalb zur Felswand queren.

Der Einstieg an der Randkluft ist dank Knotenseil und neuer Trittbügel zwar möglich, jedoch sind Felsen, Drahtseile und Bügel stark vereist – Steigeisen sind dringend empfohlen. Auch der obere Klettersteig präsentiert sich mit vereisten Seilen und Tritten deutlich schwieriger als im Sommer (aktuell Schwierigkeitsgrad D statt C). In der Irmerscharte liegt viel eingeblasener Schnee, teils sind Stahlseile verdeckt. Der Zustieg bis zum Gletscher bleibt dagegen in gutem Zustand.

Der Aufstieg durchs Höllental verlangt derzeit alpine Erfahrung, sichere Steigeisentechnik und großzügige Zeitreserven – sowohl für Spurarbeit als auch für mögliche Wartezeiten.

Update 27. August 2025 | Einstieg in den Klettersteig bei der Randkluft heikel!

In einem Instagram-Post haben lokale Bergführer ein Update zu den Verhältnissen im Höllental gegeben. Darin heißt es:

"Das Felssturzmaterial östlich auf dem Gletscher stellt weiterhin eine Schwierigkeit dar, kann jedoch problemlos umgangen werden. Der Gletscher im Bereich des Aufstiegs ist derzeit nahezu vollständig blank. Im Bereich der Randkluft hat sich das Eis weiter abgesenkt, wodurch die Querung zum Einstieg des Klettersteigs heikel ist. Eine Sicherung über einen Bohrhaken oberhalb ist jedoch möglich."

Update 25. Juli 2025 | Höllentalferner nur mit Steigeisen begehbar!

Örtliche Bergführer-Büros haben es bereits mitgeteilt, nun warnt auch die Bergwacht Grainau zur Lage am Höllentalferner: "Der Gletscher ist blank, Grödel/Spikes/etc. sind nicht ausreichend, es werden definitiv (eingestellte) Steigeisen, Pickel und evtl. ein Seil benötigt."

Update 19. Juli 2025 | Zugspitzaufstieg nur mit Steigeisen möglich!

Der Gletscher im Höllental präsentiert sich aktuell komplett blank. Eine Besteigung ist aktuell nur mit Steigeisen möglich. Die Mitnahme von Pickel und ggf. sogar Seil wird aktuell empfohlen. Vorsicht: Im linken Teil des Gletschers herrscht aktuell große Steinschlaggefahr. Die beste Aufstiegsroute für über den Moränenhügel hoch. Auf halber Strecke biegt man am großen Stein mit riter Markierung in dem Talboden des Gletschers ab. Die Firnspur führt in den Bereich mit sehr hoher Steinschlaggefahr. Dieser sollte man nicht folgen.

<p>Aktuelle Übersicht des Höllentalgletschers und Aufstiegswege.</p>

Aktuelle Übersicht des Höllentalgletschers und Aufstiegswege.

© Sepp Hümmer/DAV München Oberland

Vor der Randkluft ist ein kleines Schneepodest, an dem die Steigeisen ausgezogen werden können. Für den Einstieg wird hinter der Randkluft am Felsen abgestiegen. Bohrhaken bieten die Möglichkeit mit Seil zu sichern.

Der obere Klettersteig beginnt mit einem kleinen Überhang, mit guten Trittbügeln, der überwunden werden muss. In diesem Bereich ist die Schwierigkeit Kategorie C der Klettersteigbewertung und sollte nicht unterschätzt werden.

Update 09. Juli 2025 | Vorübergehend mit Schnee rechnen

Nach der Hitzewelle Anfang Juli kam es in den vergangenen Tagen zu einem Kälteeinbruch mit Niederschlägen. Auf der Zugspitze sowie den Routen auf Deutschlands höchsten Berg ist (zumindest vorübergehend) in höheren Lagen mit Schnee zu rechnen. Die Zugspitzbahn gab am 08. Juli an, dass auf dem Zugspitzplatt auf etwa 2600 Metern Höhe rund acht Zentimeter Neuschnee gefallen seien. Zudem zeigt die Bahn auf Social Media ein Reel vom Schneeräumen auf der Terasse an der Zugspitze

Der Schnee sollte mit den wieder wärmer werdenen Temparaturen bald komplett abgeschmolzen sein und somit keine anhaltende Herausforderung darstellen.

<p>Sreenshot eines Reels vom 08. Juli 2025 von "zugspitze.de".</p>

Sreenshot eines Reels vom 08. Juli 2025 von "zugspitze.de".

© facebook.com/zugspitze.de

Einem Update vom 07. Juli mit Informationen von Sepp Hümmer, einem Führer von "Die Bergführer" zufolge, herrscht im linken Teil des Höllental-Gletschers hohe Steinschlaggefahr durch Ausbruch. Zudem muss in die Randkluft abgestiegen werden, um zum Einstieg des Klettersteigs zu gelangen. Hier der entsprechende Facebook-Post mit allen Bildern und Informationen:

*** Hinweis: Es sei betont, dass der Anstieg auf die Zugspitze über das Höllental eine lange, alpine Tour ist, die den ganzen Bergsteiger fordert und eigenverantwortet nur mit entsprechender Erfahrung, alpinem Knowhow, klettertechnischen Fähigkeiten, sehr guter Kondition sowie der notwendigen Ausrüstung unternommen werden kann. ***

Update 02. Juli 2025 | Randkluft wird breiter

Einem Update vom 02. Juli mit Informationen eines Führers der Bergschule "Die Bergführer" zu Folge, ist der Höllentalferner in der Mitte nun aper und das Eis aufgrund der sehr sommerlichen Temperaturen sehr weich. Steigeisen werden dringend empfohlen. 

<p>Leicht überhangend: der Einstieg in den Klettersteig aus der Randkluft.</p>

Leicht überhangend: der Einstieg in den Klettersteig aus der Randkluft.

© Thomas Corthobius

Die Randkluft wird wie zu erwarten immer breiter, bei dem nötigen Spreizschritt könnte der dünne Gletscherrand wegbrechen.

Der Einstieg in den Klettersteig aus der Randkluft ist leicht überhangend, ein Einhängen der Karabiner des Klettersteigsets ist erst nach etwa eineinhalb Metern möglich. Schnee ist nun keiner mehr im Klettersteig.

<p>Die Randkluft und die ersten Meter des Kletttersteigs zur Zugspitze am 02. Juli 2025.</p>

Die Randkluft und die ersten Meter des Kletttersteigs zur Zugspitze am 02. Juli 2025.

© Thomas Corthobius

Update 26. Juni 2025 | Bedingungen werden schwieriger | Randkluft breiter und Steinschlaggefahr

Am 24. Juni gab es ein erneutes Update zu den Verhältnissen an der Zugspitze auf der Webseite des Alpenvereins München und Oberland, für das Informationen von Bergführer Sepp Hümmer der lokalen Bergschule "Die Bergführer" herangezogen wurden.

Besonders hingewiesen und um Achtung gebeten wird bezüglich der Steinschlaggefahr, die im oberen "linken" des Bereich Gletscher und ab der Irmerscharte erhöht ist. Zudem wird betont, dass die Randkluft wie nicht anders zu erwarten mit den derzeit sehr warmen Temperaturen täglich breiter wird. Sie ist mittlerweile etwa einen Meter breit und wird in den nächsten Tagen immer größer werden. 

<p>Achtung am Höllentalferner: Erhöhte Steinschlaggefahr von links oben!</p>

Achtung am Höllentalferner: Erhöhte Steinschlaggefahr von links oben!

© Sepp Hümmer

Der Anstieg zur Randkluft ist sehr steil und der Gletscher apert in der Mitte zunehmend aus. Die Spaltenbereiche können zwar derzeit noch umgangen werden, jedoch ist erhöhte Vorsicht geboten. Steigeisen werden dringend empfohlen! 

<p>Nun schon einen Meter: Die Randkluft wird breiter.</p>

Nun schon einen Meter: Die Randkluft wird breiter.

© Sepp Hümmer

Im Klettersteig sind ab der Irmerscharte noch einige wenige Meter Stahlseile unter Schnee. Dort führen Trittspuren nach oben. Wie erwähnt ist in diesem Bereich auf erhöhte Steinschlaggefahr zu achten.

Update 23. Juni 2025 | Zugspitzanstieg über das Höllentalklettersteig derzeit in gutem Zustand

Seit einigen Tagen lassen sich aus guten Quellen und von lokalen Bergschulen (z. B. "Alpinschule Garmisch") verlässliche Aussagen über die aktuelle Verhältnisse an der Zugspitze finden. Den aktuellsten Beitrag findet man mit Datum vom 21. Juni auf der Webseite des Alpenvereins München und Oberland.

Darin heißt es unter anderem: "Derzeit optimale Verhältnisse für alle Touren und Wanderungen von und zur Höllentalangerhütte und darüber hinaus. Auch der Zugspitzanstieg über den Höllentalklettersteig präsentiert sich derzeit im Optimalzustand."

Im weiteren Verlauf werden genauere Informationen über einzelne Wegabschnitte des Aufstiegs über das Höllental auf die Zugspitze gegeben, die von der Garmischer Bergschule "Die Bergführer" stammen. Darin heißt es, dass der Höllentalferner noch ohne Steigeisen begehbar ist, der Gletscher jedoch im obersten Bereich langsam blank zu werden droht, weswegen Steigeisen von Vorteil sind. Angesichts der sehr warmen Temperaturen ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Steigeisen obligatorisch werden!

Gute Nachrichten gibt es von der Randkluft, die aktuell sehr schmal und problemlos zu überwinden ist. Das Bild von Bergführer Sepp Hümmer zeigt den Zustand der Randkluft am 13. Juni. 2025.

<p>Zustand der Randkluft am Höllentalferner am 13. Juni 2025.</p>

Zustand der Randkluft am Höllentalferner am 13. Juni 2025.

© Sepp Hümmer

Im Klettersteig (Schwierigkeit C) kann nur noch der linke Einstieg benutzt werden, beim rechten wurden wegen Steinschlaggefahr die Sicherungsseile entfernt. Schneefrei ist der Steig aktuell bis zur Irmerscharte, ab dort sind die Stahlseile auf einer Länge von etwa 30 Metern noch bedeckt und man muss sich auch auf kurze eisigen Stellen einstellen. Trotz vorhandener guter Trittstufen, gilt hier aufgrund des sehr steilen Geländes besondere Vorsicht!

Update 07. Oktober 2024 | Winterliche Verhältnisse, Höllentalangerhütte geschlossen

Der Alpenverein München-Oberland hat am 04. Oktober aktuelle Informationen für die Bedingungen an der Zugspitze veröffentlicht. Demnach hat es erneut Schneefälle an der Zugspitze gegeben, die Saison für 2024 wurde für beendet erklärt, die Höllentalangerhütte ist seit dem 06. Oktober geschlossen.

Mehr Details zu den Verhältnissen an der Zugspitze verrät ein Facebook-Post der Alpinschule Garmisch ebenfalls vom 04. Oktober. Hier heißt es, dass oberhalb etwa 1600 Höhenmetern mit einer geschlossenen Schneedecke und winterlichen Temperaturen zu rechnen ist. Wörtlich heißt es weiter:

"Wir raten aktuell sehr eindringlich von einer Begehung der Zugspitze ab - egal ob über das Reintal, das Gatterl, den Stopselzieher oder das Höllental. Insbesondere die beiden letztgenannten Touren weisen hochwinterliche Bedingungen auf! Die Drahtseile sind über sehr weite Strecken tief unter dem Schnee begraben und dort wo sie herausschauen, sind sie dick vereist. Alleine in den letzten 24h sind auf der Zugspitze über ein halber Meter Neuschnee gefallen, der ein Weiterkommen mühsam und gefährlich macht.Wer über diese Touren auf die Zugspitze möchte, sollte sich einen dicken Eintrag in seinen Kalender für den Sommer 2025 machen. Für dieses Jahr dürfte die Zugspitz-Saision rum sein! Für alle anderen Touren oberhalb von 1600 Höhenmeter empfehlen wir neben der normalen Bergwanderausrüstung und einer konservativen Zeitplanung auf jeden Fall warme Bekleidung, Stöcke, Grödeln sowie eine Stirnlampe."

Update 24. September 2024 | Zugspitze über Höllental nur für Erfahrene!

Der Alpenverein München-Oberland hat am 24. September aktuelle Informationen für die Bedingungen an der Zugspitze veröffentlicht: Demnach ist der Zustieg zur Höllentalangerhütte zwar über den Stangensteig und die Höllentalklamm wieder schneefrei möglich, an den umliegenden höheren Gipfel herrschen jedoch nach den ergiebigen Schneefällen von Mitte September nach wie vor (hoch-)winterliche Bedingungen. 

Die Übergänge über das Hupfleitenoch zur Kreuzeckbahn und über den Rinderschartenweg zur Alpspitzbahn sind aktuell noch geschlossen. Derzeit ist ab etwa 2000 Metern Höhe mit einer geschlossenen Schneedecke zu rechnen.

Beim Aufstieg über das Höllental auf die Zugspitze muss bereits vor dem Gletscher mit Schneefeldern gerechnet werden. Der Höllentalferner selbst könnte wegen der Schneeauflage aktuell am Rand ohne Steigeisen begangen werden, gefährlich sind die nicht eindeutig erkennbaren Spalten. Die Randkluft zum Klettersteig ist durch den Neuschnee überquerbar, die Schneeauflage ist jedoch dünn und kann einbrechen.

Danach wird's heftig: Je höher es geht, desto mächtiger wird die Schneeauflage. Das bedeutet auch, dass das Drahtseil zum Teil unter dem Schnee begraben und keine Sicherung am Seil möglich ist! Hier müsste selbständig gesichert werden! Weiter oben findet man ab der Irmerscharte eine harte Spur, es empfehlen sich Steigeisen und Pickel. 

Als Fazit heißt es wörtlich in dem Update: "Die Besteigung der Zugspitze ist auf Grund der 'verschärften' Verhältnisse derzeit nur ausschließlich berg- und klettererfahrenen Alpinisten mit einer entsprechenden Ausbildung und guter Kondition zu empfehlen."

Zu den Verhältnissen am Jubiläumsgrat von der Zugspitze zur Alpspitze heißt es: "Aufgrund der großen Schneemengen dürfte die Überschreitung des Jubiläumsgrates in dieser Saison wohl nicht mehr möglich sein. Große Neuschneemengen in Verbindung mit Schneeverwehungen haben den ohnehin schon gefährlichen Grat noch um einiges gefährlicher gemacht." 

Update 15. September 2024 | Wintereinbruch an der Zugspitze

Die Bergsportschule "Die Bergführer" aus Ohlstadt hat auf Instagram einen Port mit Informationen des Bergführers Sepp Hümmer veröffentlicht, der deutlich macht, dass nach den ergiebigen Schneefällen eine Besteigung über das Höllental derzeit absolut nicht zu empfehlen ist: "Wer jetzt ins Höllental geht, kriagt a Watschn", schreibt Hümmer. Hier der Post_

Update 19. August 2024 | Keine perfekten, aber gute Bedingungen für Anstieg über die Höllentalroute

Die Alpinschule Garmisch hat mit Informationen einer Bergführerin am Freitag, 16. August 2024, ein Update zu den Verhältnissen an der Zugspitze auf Facebook gepostet. Diesen Informationen zu Folge ist noch mit brauchbaren Verhätnissen beim Aufstieg über das Höllental auf Deutschlands höchsten Berg zu rechnen, die Bedingungen werden jedoch "aufgrund der Gletschersituation und der steilen Klettersteigstelle an der Randkluft" als "erschwert" beschrieben, "die Tour ist aber bei entsprechenden Können noch gut machbar". Steigeisen sind obligatorisch, beobachtet werden muss die Entwicklung des Schneetors, durch das man aktuell in die Randkluft steigt. Dieses droht zusammenzubrechen.

Update 18. Juli 2024 | Sehr gute Verhältnisse für Anstieg über die Höllentalroute

Ein Update der DAV-Sektionen München und Oberland zu den aktuellen Verhältnissen an der Zugspitze vom 16. Juli zu Folge nach, herrschen nach wie vor sehr gute Bedingungen für die Besteigung durch das Höllental. 

Bergführer Sepp Hümmer fasst die Informationen in diesem Facebook-Post zusammen:

Besondere Beachtung verdient dabei die Information, dass die Randkluft vom Höllentalferner zum Klettersteig derzeit ohne Probleme überwunden werden kann, dass die Schneebrücke an der Kluft in den kommenden Tagen bei den angesagten (sehr) warmen Temperaturen jedoch einbrechen könnte, wenn sie von zu vielen Personen benutzt wird. Einige Löcher weisen darauf hin, erhöhte Vorsicht ist angebracht. 

Zudem wird auf die weiterhin bestehende Steinschlaggefahr aus der steilen, steinigen Ostflanke des Höllentalferners hingewiesen. 

Update 08. Juli 2024 | Derzeit beste Bedingungen für Anstieg über die Höllentalroute

Einem Update der DAV-Sektionen München und Oberland zu den aktuellen Verhältnissen an der Zugspitze vom 07. Juli zu Folge herrschen derzeit beste Bedingungen für eine Besteigung des höchsten Bergs Deutschlands durch das Höllental

Wörtlich heißt es unter anderem: "Der Höllentalferner ist mit Altschnee komplett bedeckt und hat derzeit gute Trittstufen (...). Ein kleines Plateau, das von einheimischen Bergführern geschaffen wurde, bietet 4-6 Personen Platz zum Steigeisen wechseln. Steigeisen oder Grödel/Snowspikes sind zu empfehlen."

Nach wie vor (siehe Update vom 02. Juli) wird dringend geraten, dem (in Blickrichtung des Aufstiegs gesehenen) rechten Rand des Ferners wegen Steinschlaggefahr fern zu bleiben. Die Randkluft ist ohne größere Schwierigkeiten zu überqueren. Im weiteren Verlauf über den Klettersteig zum Gipfel sind die Stahlseile mittlerweile komplett schneefrei, die (wenigen) verbliebenen Altschneefelder sind mit guten Trittstufen versehen.

Auch der Jubiläumsgrat sollte langsam möglich sein, allerdings liegen hier aktuell noch Schneefelder, weswegen unbedingt um erhöhte Vorsicht gebeten wird!

Update 02. Juli 2024 | Verhältnisse im Höllental

Die DAV-Sektionen München und Oberland haben am 01. Juli mit den Angaben von Bergführer Sepp Hümmer vom 29. Juni die Informationen zu den Verhältnissen an der Zugspitze aktualisiert. Demnach ist der Höllentalferner komplett mit Altschnee bedeckt, die Randkluft stellt den Informationen zufolge derzeit kein größeres Problem dar. Steigeisen oder Grödel sind nach wie vor Pflicht! Gewarnt wird vor Steinschlag in der "rechten" Wand des Ferners.

Im oberen Klettersteig Richtung Gipfel gibt es aktuell zwei Stellen, an denen das Stahlseil noch von Schnee bedeckt ist (Abseilstelle Eisenzeit, hier ist ein Hilfsseil eingebaut und nutzbar / Pausenplatz "Kuffel", dort muss je nach Können selbst abgesichert werden). Ansonsten ist wenig Altschnee mit guten Trittstufen vorhanden. 

Gute Nachrichten gibt es auch von der Alpspitzferrata. Diese ist schneefrei, zwei kleine Schneefelder müssen im Aufstieg zwar passiert werden, diese liegen aber unproblematisch im Gehgelände. Auch der Abstieg Ostgrat ist gut möglich, ebenso ist der Nordwandsteig passierbar.

Update 19. Juni 2024 | Verhältnisse im Höllental

Wie die DAV-Sektionen München und Oberland mitteilen, hat mittlerweile die Höllentalangerhütte regulär geöffnet. Auch die Zustiege via Klamm und Stangensteig sind schneefrei. Dies gilt auch für die meisten Übergänge ab der Hütte: Das Hupfleitenjoch zur Kreuzeckbahn und der Rinderschartenweg zur Alpspitzbahn sind begehbar. Lediglich beim Übergang über die Rifflscharte hinab zum Eibsee ist noch Vorsicht geboten, tückische Altschneefelder erschweren hier die Wegfindung!

Vom Aufstieg über das Höllental zur Zugspitze wird nach zwei Todesfällen weiterhin abgeraten. Trotz der warmen Temperaturen im Tal, ist noch viel Stahlseil unter der Schneedecke begraben. Der Zustieg über die Höllentalklamm und die Höllentalangerhütte zur "Leiter", die "Leiter" selbst sowie das "Brett" sind nach Angaben der Alpinschule Garmisch problemlos zu bewältigen. Selbiges gilt für den Aufstieg über den "Grünen Buckel" zum Gletscher. 

Die Überquerung des Gletschers sei problemlos möglich, aufgrund der weichen Schneedecke allerdigs kräftezehrend. Die Mitnahme von Steigeisen ist angeraten. Die Alpinschule Garmisch empfiehlt eine möglichst mittige Querung des Gletschers aufgrund von abgehendem Altschnee und Steinschlag unter den Wänden der Riffelköpfe und Riffelwandspitzen. Die Randkluft zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vorhanden.Im Klettersteig erschweren einige wenige, aber tückische Schneefelder den Aufstieg.

<p>Zwischen Irmerscharte und Gipfel sind kurze aber eher unkritsche Bereiche in denen das Drahtseil noch unter dem Schnee ist.</p>

Zwischen Irmerscharte und Gipfel sind kurze aber eher unkritsche Bereiche in denen das Drahtseil noch unter dem Schnee ist.

© Alpinschule Garmisch

"Eine Sicherung mit dem Klettersteigset ist dort nicht möglich und ein Wegrutschen, wird an vielen dieser Stellen tödlich enden!", warnt die Bergschule und empfiehlt neben Steigeisen die Mitnahme von Pickel und Sicherungsseil (30 - 40 m). Von der Besteigung der Zugspitze über das Höllental durch ungeübte und unerfahrene Wanderer oder Bergsteiger ohne entsprechende Ausrüstung und fundiertes Knowhow wird dringend abgeraten!

 Aufgrund der warmen Temperaturen rechnen die Sektionen mit der baldigen Freigabe der Route.

19. Juni 2024 | Verhältnisse an der Alpspitze und am Jubiläumsgrat

Während am äußerst anspruchsvollen Jubiläumsgrat derzeit noch winterliche Bedingungen herrschen, sind an der Alpspitze bereits einige Wege begehbar: Der Klettersteig zum Gipfel der Alpspitze ist freigegeben, für den Zustieg sind Grödel ratsam. Derzeit lautet die Empfehlung, über den Aufstiegsweg (Klettersteig) wieder abzusteigen. 

Im ostseitigen Abstieg sind die Drahtseile noch von Schneemassen begraben. Ein Abstieg ist für Klettersteiggeher deshalb noch nicht möglich. Auch im Nordwandsteig liegen noch sehr viele, teils steile Schneefelder. Hier droht akute Absturzgefahr! Von einer Begehung wird dringend abgeraten.

Update 18. September 2023 | Randkluft durch neue Stahlseile und Trittbügel entschärft

Wie der Alpenverein München-Oberland berichtet, wurde am 15. September 2023 von der Firma Alpin Bau Dörfler neue Trittbügel in den Fels bei der Randkluft gebohrt sowie die Stahlseile verlängert und verankert. Der Übergang hat sich somit wieder etwas erleichtert. 

"Aktuell muss in die Randkluft abgestiegen werden. Der Zustieg erfolgt über das über Band 15 Meter weiter links. Den Überhang klettert man über die neuen Bügel heraus. Am Fels sollte man mithilfe der Bügel zügig hochklettern, da im Überhang ordentlich Armkraft benötigt wird", so der Alpenverein.

Ein längerer Stau ist trotzdem in der Tourenplanung mit einzuplanen. Der Klettersteig ist in diesem Bereich mit einer Schwierigkeit C/D bewertet. Der rechte Übergang ist etwas schwerer. Steigeisen und Gletscherausrüstung sind ratsam.

Update 11. September 2023 | Randkluft so groß wie nie

Wie die Alpinschule Garmisch in einem Facebook-Post mitteilt, hat die Gletscherschmelze auf dem Höllentalferner einen neuen Höchststand erreicht: Nicht nur sei der Gletscher komplett aper (Steigeisenpflicht!), auch die Randkluft habe "eine Dimension erreicht, wie man Sie in den Jahren zuvor noch nie erlebt hat."

<p>Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, die Randkluft zu überwinden.</p>

Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, die Randkluft zu überwinden.

© Alpinschule Garmisch/Facebook

"Der rechte Einstieg in den Klettersteig ist aufgrund des Abstandes vom Eis zum Fels nicht mehr begehbar. Der linke Einstieg kann aufgrund zusätzlicher Drahtstifte, die in der vergangenen Woche von der Sektion München angebracht wurden über zwei Varianten begangen werden," schreibt die Bergschule im Post. 

Pendel-Variante: Man nimmt das Seil, welches am Gletscher mittels Pfahl befestigt ist und schwingt sich in Tarzan-Manier zum Fels, in welchem die Stahltritte befestigt sind. Im Seil sind Schlaufen eingeknotet, in denen man sich mittels Klettersteigset sichern kann."

Eine Umgehung sei die einfachere und aktuell sichere Variante. Dabei steigt man direkt in die Randkluft ab und quert nach rechts zurück zum Beginn der Drahtstifte. Der Abstand der Stufen sei hier "zugegebenermaßen etwas weit", dennoch sei dies derzeit die bessere Variante. Bergsteiger sollten darauf achten, dass weiterhin nur eine Person die Randkluft überquert.

Update 05. September 2023 | Einstieg Höllental-Klettersteig entschärft

Wie die zuständige DAV-Sektion München mitteilt, wurde der Randkluft-Übergang am Höllentalferner durch Bauarbeiten entschärft. Am linken Einstieg befinden sich mehrere installierte Seile der einheimischen Bergschulen. Zudem wurde das Stahlseil am linken Einstieg des oberen Klettersteigs verlängert, neue Trittbügel wurden eingebohrt. 

Diese reichen laut Mitteilung der Sektion bis auf den Felsgrund des Gletschers. Gesichert muss man sich über die drei Meter breite Randspalte schwingen und sich anschließend am Knotenseil nach oben zu den ersten Stahlbügeln ziehen. Viel Armkraft und Mut sei beim Sprung vom Gletscher an die Wand nötig. Die Schwierigkeit des Klettersteigs liege an dieser Stelle bei C/D.

Meldung 23. August 2023 | Stau vor der Randkluft am Höllentalferner

Zunächst gibt die Bergwacht Entwarnung: Alle Anstiege auf die Zugspitze seien "mit guten, hochsommerlichen Bedingungen zu beschreiben". Gleichzeitig warnt Vivalpin jedoch vor dem großen Andrang. Gerade auf den populären Wegen könne "zu Hochzeiten vermehrt Steinschlag durch vorangehende Aspiranten auftreten. Wir appellieren an eine umsichtige Planung und ein kameradschaftliches Miteinander am Berg!," so der Appell der Bergführer.

Situation im Sommer 2023 | Bis zu drei Stunden Wartezeit im Höllental

Die Bergschule weist auf die Notwendigkeit von Gletscherausrüstung hin und warnt vor Steinschlag sowie Stau an der Randkluft. Die Auskunft von Vivalpin im Wortlaut:

"Die Wege zum Gletscher sind problemlos begehbar. Vorsicht gilt auf den Seitenmoränen des Gletschers wegen erhöhter Steinschlaggefahr. Der Gletscher weist inzwischen große, blanke Eisflächen auf, daher sind Steigeisen und entsprechende Gletscherausrüstung zwingend erforderlich. Die Spalten sind gut erkennbar und können umgangen werden. Die Randkluft bereitet einigen Gipfelaspiranten große Probleme, was in der Folge immer wieder zu extrem langen Verzögerungen (bis zu 3 Stunden Wartezeit!) führt."

Illustriert werden die textlichen Infos in dem Social-Media-Post durch eindrucksvolle Bilder der Warteschlange ...

Über das Höllental auf die Zugspitze

Die Tour durchs Höllental ist der abwechlungsreichste Weg auf die Zugspitze: erst der Hüttenzustieg durch die Höllentalklamm, dann Leiter, Brett, Höllentalferner und schließlich der Klettersteig zum Gipfel. Ohne Stau dauert benötigen Bergsteiger etwa fünf bis sieben Stunden Gehzeit, um die 2200 Hm zu überwinden. Eine solide Ausrüstung ist Pflicht!

Text von Holger Rupprecht

1 Kommentar

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Bernd Schmeißer

In den 80er Jahren wollte ich allein den Höllentalanstieg der Zugspitze begehen. Das Problem der Randkluft habe ich auf folgende Weise gelöst: Ausgerüstet mit Seil, Pickel, Helm und Steigeisen, fuhr ich früh bei etwas durchwachsenem Wetter mit der bayrischen Seilbahn auf den Gipfel, betrachtete eine lange Weile fast allein die Berge ringsum und beging dann den Steig im Abstieg. An der Randkluft legte ich mein Seil wie beim Abseilen um eine Stange, band mich in passender Länge ein - und sprang über die nicht gerade schmale Kluft.
Der Weg abwärts über den Getscher mit gut begehbarem Firn und gut sichtbaren Spalten stellte auch ohne Steigeisen kein Problem dar.
"Ethische" Bedenken wegen der bequemen und wenig anstrengenden Abwartsbewegung hatte ich kaum, da ja die meisten hoch-steigenden Bergsteiger anschließend die Seilbahn für den Abstieg benutzen.