30. Dezember 2024 | Unfallanalyse vom Lawinenwarndienst Tirol@(zwischenHeadlineTag)>
Am 26.12.2024 befanden sich zwei voneinander unabhängige Gruppen am Gipfel des Rosskopfes in den Östlichen Tuxer Alpen. Eine Gruppe bestand aus zwei Personen, die andere aus vier. Die Zweiergruppe fuhr zuerst vom 2576 m hohen Rosskopf einzeln den 35° steilen Osthang unterhalb des Gipfels ab, ohne dass sich eine Lawine gelöst hatte.

Übersichtsbild der Unfalllawine: Der rote Pfeil zeigt die Einfahrtsspuren. Im Bereich der roten Ellipse sammelte sich die Vierergruppe. Die zwei roten Kreise zeigen die Verschüttungsstellen. Rechts im Bild erkennt man die Sekundärlawine.
Die Vierergruppe folgte. Sie fuhren von der obersten Hangkante in denselben Hang ein und warteten bei einer Verflachung im Steilhang aufeinander. Von dort setzten sie ihre Abfahrt fort. Während der Abfahrt löste sich eine Schneebrettlawine. Eine der Personen befand sich bereits außerhalb des Lawineneinflussbereiches, einer weiteren Person gelang eine Schussflucht, die anderen zwei Personen wurden zur Gänze verschüttet.
Bereits am 27.12. waren die Experten gemeinsam mit der Alpinpolizei und dem Einsatzleiter vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Die Schneedeckenuntersuchungen bestätigten das ausgegebene Altschneeproblem. In Bodennähe konnten bis zu zwei Schwachschichten aus lockeren, kantigen Kristallen als unfallkausal identifiziert werden. Darüber lagerte im Wesentlichen der ab dem 19.12. unter anfangs starkem Windeinfluss gefallene, dichtere Schnee. Dieser bildete das notwendige Brett.
Detaillierte Infos unter lawinen.report/blog/
27. Dezember 2024 | Tuxer Alpen: Vater und Sohn sterben bei Lawinenunglück@(zwischenHeadlineTag)>
Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, ereignete sich der Unfall am frühen Donnerstagnachmittag (26. Dezember 2024). Ein 51 Jahre alter Einheimischer war gemeinsam mit seinen beiden 22 und 19 Jahre alten Söhnen sowie einen ebenfalls 19 Jahre alten Freund der Familie vom Schwendberg über die Rastkogelhütte auf den Rosskopf (2576 m) aufgestiegen. Die Gefahrenstufe war für diesen Tag ab 2200 Metern mit einer drei auf der fünfstufigen Skala angegeben.
Um die Mittagszeit begann die Vierergruppe mit der Abfahrt über den fast 40 Grad steilen Osthang, wobei die Reihenfolge und Abstände nicht genau bekannt sind. Nach aktuellem Stand hatte mutmaßlich der 22-Jährige das Schneebrett ausgelöst, das sowohl ihn als auch seinen Vater erfasste und mitriss. Beide Männer wurden etwa 300 Meter mitgeschleift und vollständig verschüttet. Der 19-jährige Sohn, der sich ebenfalls bereits im Hang befunden hatte, konnte sich geistesgegenwärtig mit einer "Schussflucht" retten.
Vater und Sohn mehrere Meter tief verschüttet@(zwischenHeadlineTag)>
Augenzeugen des Unglücks wählten sofort den Notruf, woraufhin eine großangelegte Suchaktion gestartet wurde: Zwei Rettungshubschrauber, ein Polizeihubschrauber, 33 Bergretter, drei Hundeführer mit Suchhunden und zwei Alpinpolizisten rückten umgehend zum Unfallort aus. Da keine LVS-Ortung möglich war, musste die Suche mit Sonden durchgeführt werden, was kostbare Zeit verstreichen ließ.
Gegen 13 Uhr wurde zunächst der 22-Jährige in einer Tiefe von etwa 2,2 Metern lokalisiert, nur Minuten später konnte auch der Vater in einer Tiefe von etwa einem Meter geortet werden. Die bei beiden Tourengehern durchgeführten Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Per Tau wurden die Leichen ins Tal gebracht. Die Angehörigen wurden zwischenzeitlich vom Kriseninterventionsteam der Bergrettung betreut.
Weitere Lawinenunfälle in Tirol@(zwischenHeadlineTag)>
Während der Weihnachtsfeiertage haben sich bereits mehrere Lawinenunfälle in Österreichs Bergen ereignet: Am Mittwochvormittag (25. Dezember 2024) hatte sich auf der Nordkette über Innsbruck eine Staublawine gelöst. Sieben Freerider waren beteiligt, einige von ihnen wurden teilverschüttet, konnten sich jedoch selbst befreien.
Am gleichen Tag hatte sich auch am Madloch bei Lech ein Schneebrett gelöst und einen ausgebildeten Skiführer etwa 500 Meter mitgerissen. Der 40-Jährige wurde zwar verschüttet, jedoch ragte seine linke Hand noch aus der Schneedecke. So konnte sich der Mann selbst befreien.


